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Neues aus der vierten Etage (52) – Teil 2

Kommen wir nun zum zweiten und damit wichtigeren Teil der 52. Abendvorstellung in der vierten Etage. Wahrscheinlich urlaubsbedingt war König Jens‘ Tafelrunde zwar nur lückenhaft besetzt, aber die verbliebenen Darsteller bemühten sich wahrhaft ritterlich, dem Hofstaate gute Unterhaltung zu bieten. Unter anderem mit einem neuen Straßenstrich in Kulkwitz oder einer rund 100 Jahre alten Hüpfburg in der Karlstraße. Es war interessant.

Dazu leistete auch das Stadtoberhaupt selbst einige gelungene Beiträge, die den Satiriker mit der Zunge schnalzen ließen.

So informierte Jens Spiske eingangs, dass der behindertengerechte Einstieg in den Kulki wegen des niedrigen Wasserstandes derzeit von Behinderten nicht genutzt werden kann. Etwaigen Forderungen aus dem Volke vorgreifend, stellte er zugleich fest: „Leider können wir den See nicht auffüllen, das würde unsere Möglichkeiten übersteigen.“

In der Bürgerfragestunde kam dann ein Straßenstrich in Kulkwitz zur Sprache. Na, was denken Sie jetzt? Falsch! An den sieben Schachthäusern (nein, die gehören nicht zu Göhrenz, sondern zu Kulkwitz!), wurde auf der neuen Straße eine durchgehende Linie gezogen. Sie macht ein Überholen ebenso unmöglich wie das Abbiegen in die Grundstücke. Der Grund dieser Linie ist aber ein ganz anderer. Es soll damit das Parken verhindert werden.

Der Straßenstrich in Kulkwitz

In der Tat wurden dort mitunter zehn oder weit mehr Fahrzeuge abgestellt, was den Durchgangsverkehr, aber auch Dienstleistungen wie die Post teilweise erheblich behinderte. „Wir haben eine so schöne neue Straße. Aber was nützt die, wenn sie zugeparkt wird“, fragte Stadträtin Dr. Ingrid Barche.

Vorne darf man noch parken, aber an der Bushaltestelle beginnt der Kulkwitzer Straßenstrich. Offiziell gibts da allerdings auch kein Linksabbiegen in das Grundstück mehr.

Kurios ist diese Lösung trotzdem. Der normale Menschenverstand – selbst der eines Satirikers – hätte hier im Geiste eher ein Parkverbot installiert. Ingrid Barche meinte dazu gegenüber MN: „Das war unser Wunsch, aber aus Sicht des Landkreises ist das nicht möglich und geht nur mit dieser Linie.“ Also dann eben ein Straßenstrich statt Parkverbot – mit freundlichen Grüßen aus dem Schildbürgeramt Borna.

Digitale BA-Kammer

Zur Verwaltung der Feuerwehrbekleidung wird eine spezielle Software angeschafft, informierte Fachbereichsleiter Schwertner. Was früher mit Karteikarten nicht funktionierte, soll jetzt also eine digitale Fortsetzung finden.

Bei Kosten von 800 Euro für eine Jacke macht es einen gewissen Sinn zu wissen, wo sie gerade hängt. Die Stadt will damit aber auch die Voraussetzungen schaffen, um in einem Turnus von 5 Jahren einen einheitlichen Überblick über auszutauschendes Equipment zu bekommen.

Hoffnung für die Entwicklung der Situation im Einzelhandel machte dann die 1. Beigeordnete Beate Lehmann. Sie informierte darüber, dass für das Edeka-Objekt in der Leipziger Straße schon Interessenten in den Startlöchern stehen, die auch gleich den benachbarten, ehemals von Schlecker betriebenen Standort mit anmieten wollen.

Drohende Hungersnot abgewendet

Keine guten Nachrichten für Verschwörungstheoretiker, die hinter der gegenwärtigen Situation ein systematisches Aushungern der Bevölkerung erkannt haben wollen. Die Kernbotschaft lautet hingegen: Wir brauchen keine Lebensmittel zu bunkern.

Das Gebäude in der Zwenkauer Straße (ehemaliger Konsum) wurde aus ästhetischen Gründen (Make up fürs Stadtbild) abgerissen. Was da mal hinkommt, steht noch nicht fest.

Dann wurde das Mikro an Bauamtsleiter Sven Pleße weitergereicht. Was er an Informationen entbinden musste, war allerdings alles andere als satirische Schonkost. Entwarnung konnte er zumindest im Hinblick auf die Setzungserscheinungen der Kulkwitzer Grundschule geben. Die Baukörper hätten sich „ausgesetzt“, die Plomben halten und es sei keine Bewegung mehr zu verzeichnen.

Sorgenkind Karlstraße

Dann kam Pleße auf die Karlstraße zu sprechen und damit auf „ein großes Sorgenkind“. Hier wurden bei den Baumaßnahmen alte Leitungen gefunden, die entfernt werden mussten. Auch die KWL, die mit dem Verlegen der Hausanschlüsse eigentlich längst fertig waren, seien noch einmal angerückt, um dann doch noch ein paar dieser Anschlüsse zu erneuern und nicht zuletzt gäbe es auch noch terminliche Probleme mit Netzbetreibern beim Verlegen von Medien.

Als ob das nicht schon reichen würde, um einem die Geburtstagslaune zu verderben, kommt es aber noch dicker. Der Eigentümer eines Hauses in der Karlstraße habe das Bauamt kürzlich darüber informiert, dass sein Gebäude nicht über eine Fundamentgründung verfüge. Uuuups…

Wer schon mal auf das tanzende Geschirr im Küchenschrank geschaut hat, während draußen mit einem tonnenschweren Giganten der Straßenunterbau verdichtet wurde, kann sich bestimmt ungefähr vorstellen, was eine 100 Jahre alte Hüpfburg macht, die quasi nur auf dem deutschen Mutterboden abgestellt wurde.

Mobilität mal anders

Falls das Haus nicht gleich einstürzt, ändert sich zumindest dessen Adresse, nachdem es durch die Erschütterungen in die Albertstraße gesprungen ist. Da möchte man in der Nähe nicht mal eine kleine Rüttelplatte aus dem Baumarkt starten. Was die reguläre Bodenverdichtung angeht, meinte Pleße: „Ich habe arge Zweifel, dass das Haus das aushält.“

Die Bauarbeiten in der Karlstraße kommen nur schleppend voran. Jetzt stört dort eine Hüpfburg.

Wie es weitergeht, steht wohl im Augenblick noch nicht fest, aber Pleße kündigte vorsichtshalber schon mal an, dass es infolge der Baubehinderungen und Verzögerungen in jedem Fall zu Mehrkosten kommen wird. Ob für einen Teil davon vermeintliche Mit-Verursacher wie KWL oder Netzbetreiber aufkommen müssen, sei noch nicht geklärt.

Finale an der Tafelrunde

Das Finale gehörte dann wie immer den Rittern an der Tafelrunde. CDU-Fraktionschef Micha Unverricht fragte, wo der am 12. August eingereichte Antrag seiner Fraktion geblieben sei. Darin ging es um die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur barrierefreien Ertüchtigung des Bahnhofs. Großes Staunen in der Verwaltung, in der man von diesem Papier nichts wusste. Also las Unverricht den Antrag noch einmal vor. Mehr dazu sicher in der kommenden Folge von „Neues aus der vierten Etage“.

Darüber hinaus thematisierte die CDU noch einmal das Gebäude in der Schkeuditzer Straße 1 (ehemals Uhren-Sonntag). Dort soll in der Zwischenzeit gar eine Abrissgenehmigung vorliegen. Zur Erinnerung: Es handelt sich um eines der ältesten noch existierenden Häuser in der ansonsten bauhistorisch schon weitgehend entkernten Kernstadt. Weil der städtebauliche Missstand, dessen Beseitigung mit dem Verkauf eigentlich gewünscht war, noch immer besteht, fordert die CDU eine Prüfung, ob der Verkauf wieder „rückabgewickelt“ werden kann. Auch diese Hausaufgabe muss nun in einer der kommenden Sitzungen ausgewertet werden.

 






11 Comments to Neues aus der vierten Etage (52) – Teil 2

  1. Bernd Hollwitz sagt:

    Also das Stadtoberhaupt von Lallendorf hat mit seiner trockenen norddeutschen Eigenart schon großen Unterhaltungswert! Und MN greift das auch schön auf und bringt die köstlichen Kommentare und Wortspiele dazu.
    Beim Seebenischer bin ich da leider nicht so begeistert. Da ist mir persönlich oft zu viel Polemik drin.

    Lieber Seebenischer, bitte nicht als Angriff verstehen. Wir können doch mal ein Bier zusamen schlürfen gehen.
    Viele Grüße vom Börnie.

    • Der Seebenischer sagt:

      Hallo Börnie,
      danke gerne mit dem Bier! Stell einfach mal so eine Männerhandtasche Bier
      in der Redaktionsstube der MN ab, der Rest ergibt sich :-),
      aber offiziell einfach nur zwei Flaschen, wir wollen ja nicht den Sachbezugswert überschreiten und uns geldwerte Vorteile ersaufen.
      Am Ende liest der Kämmerer heimlich MN und bekommt mit was wir hier treiben,
      da gibt’s Razzia mit dem Zoll in der MN-Redaktion :-). Da zählen die alles Leer- und Lehrgut, wer weiss wie das ausgeht! Die müssen ja in der Redaktion eine Menge wegblasen um auf solche Geschichten zu kommen, oder die rauchen halt Pilze. Auf Dein wohl!

      • Bernd Hollwitz sagt:

        Hallo Seebenischer, äähh ich bräuchte da mal die genaue Adresse von den MN Redaktion – dann geht das natürlich klar!

        Und ja , ich denke der Kämmerer liest heimlich MN und der J.R. Spiske auch.

        Gruß Börnie

        • -st- sagt:

          Die Adresse hat der ominöse „Seebenischer“ selber nicht. So viel ist bekannt und hat er selbst verraten: Er wohnt nicht mal hier. Ist als Entwicklungshelfer irgendwo im Westen aktiv.

        • Der Seebenischer sagt:

          Hallo Börnie, das ist geheim und wegen der Datenschutzverordnung sowie weil der Kämmerer dann erführe, wohin er den Lach-Steuerbescheid zustellen kann ichs nicht verraten. Kleiner Tipp, sie könnten im Impressum ihr Hauptquartier bezogen haben.

  2. Beobachter sagt:

    Hmmm, also wenn ich mir den Seebenischer so durchlese könnte es sein dass die MN eventuell Konkurrenz bekommen? Aber hoppla, Ihr habt natürlich die Möglichkeit diesen Schreiberling selbst zu verpflichten außer natürlich es wäre der Transfermarkt für Schreiberlinge schon wieder gesperrt wie beim Fußball. Dann müßt Ihr leider warten bis zur nächsten Öffnung des TFM ob der Seebenischer aber dann noch zur Verfügung steht bleibt ungewiss. Oder aber auch er könnte bei den heutigen Preisen für euch zu teuer werden.

    • -st- sagt:

      Du Lustiger, Du. Das haben wir längst versucht. Aber leider will sich der Mann (oder doch die Frau???) hinsichtlich seiner/ihrer Idendität nicht outen und zweitens hat sie nach eigenen Angaben den gegenüber Dir umgekehrten Weg gewählt. Er/sie lebt in den gebrauchten Bundesländern und ist nur selten mal hier in der alten Heimat. Wahrscheinlich liegts am Visum oder am Zwangsumtausch… Trotzdem schön, dass er/sie für etwas Leben im Kommentarbereich sorgt.

      • Beobachter sagt:

        Hmmm allso probiert aber nichts erreicht?
        Heist für mich zu wenig bezahlt und das Geld lieber im Westen verdient grins.
        Und was heist umgegehrter Weg? Ich bin doch nur hier her weil alle nach drüben sind und es da so voll geworden ist.

  3. Der Seebenischer sagt:

    Behindertengerechter Einstieg über Wasser? Jetzt ist’s heraus! Da hat der alte Ostfriese doch tatsächlich sein Wissen über die Gezeiten abgerufen und uns bei Flut einen behindertengerechte Einstieg verkauft? 🙂
    Genialer Mann! Bei Ebbe Land verkaufen bei Flut Wassergrundstücke Bootshaus. Wirklich genial!
    Wenn nicht die Behinderten ohne Wasserzugang wären.
    Herr Bürgermeister, Ideen braucht das Land.
    Ein Benefizpinkeln um den Wasserspiegel zu erhöhen, mit Bier, Bratwurst und allem Bi-Ba-Bo oder einfach den Einstieg verlängern.
    Scheiss Wechselwirkung, hä!? Erst Toiletten bauen und dann wundern über sinkenden Wasserspiegel. Ein Teil des fehlenden Wassers ist also im Klärwerk, der zweite Teil ist verdunstet wegen der Klinaerwärmung auf Grund des Energieverbrauchs des Klärwerkes.
    Energieerhaltungssatz.
    Schätze CDU sitzt das aus und wartet auf Flut.

  4. Der Seebenischer sagt:

    Köstlicher Beitrag! Ihr seid schon herrlich!
    Gespannt bin ich schon einmal darauf, wenn Ihr bald einmal das „WHO IS WHO“ der Markranstädter Tafelrunde investigativ ermittelt und knallhart aufgedeckt wird, wer hier wer ist:
    Sir Tristram der Ehrenhafte, Sir Galahad der Freundliche, Sir Lamorak der Vornehme, Sir Bors der Rechtschaffende, Sir Gawain der Gütige, Sir Gaheris der Aufrichtige, Sir Percival der Beherzte, Sir Bedivere der Galante, Sir Lancelot der Tapfere, Sir Gareth der Sachliche, Sir Geraint der HIlfsbereite und Sir Kay der Bescheidene. Mit der Frauenquote hatten die es nicht so und auch Sir Kay war nicht Sir Gay,
    Merlin konnte damals noch zaubern und gehörte den Truiden und nicht den Linken in Markranstädt an. Zeiten ändern sich.

    Ich lese weiter und bleibe Euch nicht erspart.
    Ihr seid Premium und Eure Leser scheinen rundum nur kluge schätzenswerte Leute zu sein!

    Morgens Kaffee, Brötchen mit Honig und MN, Danke

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