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Neujahrsbotschaft „urbi et marcransis“

Nur noch wenige Stunden, dann beginnt ein neues Jahr. Traditionell wird es viel Neues mit sich bringen. Auch die Markranstädter Nachtschichten werden mit einigen Veränderungen ins Jahr 2020 starten. Mehr dazu gibt’s in der morgigen Ausgabe. Heute wollen wir erst einmal auf die wichtigsten Neujahrsgeschenke blicken, die unsere Volksvertreter liebevoll eingepackt haben, um sie uns unter unsere Westen zu jubeln. Nur zu unserem Besten, versteht sich.

Klar, der gemeine Pöbel wird wieder gehörig meckern (wenn er’s nicht schon tut), weil all das Neue auf den ersten Blick so aussieht, als würde dem Volk wieder mal nur in die Taschen gegriffen.

Betrachtet man die Entwicklungen jedoch auf rein wissenschaftlicher Basis, erklären sich die Dinge wie von selbst. Mehr noch! Gar zu gern wird dann auch der gemeine homo marcransis bereit sein, die letzten Spargroschen lieber für die Zukunft des siechen Systems auszugeben als sie sich von Bankern, Finanzdienstleistern und anderen lichtscheuen Beutelschneidern in Form von Negativzinsen aus der Tasche ziehen zu lassen.

Je teurer, desto unschädlicher

Genau diese Erkenntnis nutzt die Bundesregierung mit der geplanten CO2-Steuer. Während der niedere Plebs noch immer denkt, dass der CO2-Ausstoß gemindert werden muss, sind unsere Gewählten im Geiste längst auf der richtigen Spur. Von wegen weniger CO2 gleich besseres Klima.

Die wissenschaftlich fundierte Wahrheit lautet: Je teurer das Kohlendioxid, desto unschädlicher ist es! Darum geht es nicht um die Minderung des Ausstoßes, sondern nur um dessen Verteuerung. Am teuersten und damit am unschädlichsten wird’s mit den Grünen. Die wollen 40 Euro pro Tonne.

Verbrieft: Das Verschmutzungsrecht

Es heißt übrigens nicht umsonst Verschmutzungsrechte. Verschmutzung ist daher ein Recht, jawollja! Das Fazit dieses Ablasshandels: Wer viel Geld hat, kann so weitermachen und wer wenig Geld hat, muss so weitermachen. Es wird alles genauso weitergehen, nur billig wirds etwas teurer. Frohes Neues Jahr!

Zum Glück soll das aber erst 2021 in Kraft treten. Bis dahin bleibt dem Promuchel noch ausreichend Zeit, auf ein neues E-Auto zu sparen. Das kurbelt nicht nur die deutsche Automobilindustrie an, sondern sichert die Perspektiven der Kohlekraftwerke. Deren Schornsteine sind praktisch sowas wie der zentrale Auspuff aller E-Autos. Das erleichtert das Gewissen.

Um Autos geht es auch in einer spannenden Frage, die spätestens Neujahr viele Markranstädter mit Neugier zu einem Spaziergang auf die Straßen locken wird. Die Befristung für die Geschwindigkeitsbegrenzung läuft am Silvesterabend aus und ist (noch) nicht verlängert worden.

Rein theoretisch dürfte damit ab Neujahr in der betreffenden Zone der Kernstadt kein Tempo 30-Schild mehr zu sehen sein.

Falls doch, stellt sich schon die nächste Frage. Dann stünden zwar die Schilder noch da, jedoch gäbe es dafür keinerlei Rechtsgrundlage mehr, was wiederum die Rechtmäßigkeit von Ahndungsmaßnahmen in Frage stellt. Gut möglich, dass Blitzerfotos aus der Zwenkauer Straße dann bestenfalls als originelle Selfies im Fotoalbum „Mein Start ins Jahr 2020“ tauglich sind.

Laut ist es noch ein bisschen zu leise

Aber auch wenn die Tempo 30-Bezonung offiziell aufgehoben werden sollte, verspricht das viel Spaß. Allein in Erwartung einer Begründung reibt sich der Satiriker schon erwartungsschwanger die Hände. Man muss sich schon allerhand einfallen lassen, um ohne auch nur die geringste Veränderung der Situation eine veränderte Situation plausibel zu machen.

Vielleicht mit der Feststellung: „…nur leise ist es noch ein wenig zu laut, was als Ausfluss der gesellschaftlichen Sozialbindung privaten Eigentums hinzunehmen ist.“ Oder sowas in der Art. Rein umweltmäßig ist es jedenfalls besser, wenn die LKW mit Vmax durch Markranstädt fahren. Je schneller sie durch die Stadt heizen, umso schneller ist die Ursache der Lärm- und Feinstaubbelastung schließlich auch wieder weg. Alles reine Physik.

Wo wir schon oder noch immer bei der Umwelt sind: Auch das letzte Beispiel der Neuerungen im kommenden Jahr ist ein Meilenstein auf dem Weg der Verhinderung des Klimawandels. Aber nicht nur das.

Bon gegen Boni: Verbrecherjagd
mit Papierschnipseln

Während das internationale Finanztum nach dem Börsenholocaust des Jahres 2008 genauso weitermachen darf und sich bei seinen Raubzügen sogar des Staates als Erfüllungsgehilfen bedient, werden die ehrlichen Teilnehmer der Wirtschaft – also jene, die durch Arbeit Geld verdienen – per se kriminalisiert. Weil man ihm nicht über den Weg traut, muss der Bäcker jetzt jedes Brötchen mit einem Bon belegen.

Das also ist die wahre Botschaft fürs neue Jahr! Jedes Schnitzel, jeder Schnürsenkel, jedes Brötchen ist eine potenzielle Waffe, die sich gegen unseren Wohlstand richtet. Und der Fleischer, der Kurzwarenhändler oder der Bäcker sind die Schützen.

Terroristen hinter dem Ladentisch, denen man endlich das Handwerk legen muss!

Während Fußballvereine selbst heutzutage noch ohne gesellschaftlichen Aufschrei sogar Neger quer über den Globus ohne Bon hin und her verkaufen können, wird eine Kugel Eis zum fiskalischen Vorgang. Belegbar bis hinein ins Euter der Kuh, in dem der Fettgehalt per implantiertem Chip ausgelesen und gemäß Datenschutzverordnung zehn Jahre in der Buchhaltung des Herstellers der Eiswaffel aufbewahrt werden muss.

Dabei liegt der Unterschied lediglich in einem kleinen Buchstaben, sozusagen im Punkt auf dem i. Bei denen, die unsere Regierung jetzt als potenzielle Verbrecher ausgemacht hat, ist es der Bon. Die wahren Kriminellen arbeiten mit Boni und bleiben daher unbehelligt.

ABM für Beamte

Zwei Millionen Kilometer Bons pro Jahr sehen die Einzelhändler auf sich zukommen. Die Papierindustrie kommt am Jahresende aus dem Jubeln gar nicht mehr raus.

Weil die Scheine auf Thermopapier ausgedruckt werden, die nach einer Weile ihre Lesbarkeit verlieren, müssen sie für den Fiskus extra noch einmal mit umweltfreundlichem Toner auf normales Papier kopiert werden. Das gibt’s vorzugsweise im A4-Format, was die Strecke der einst zwei Millionen Kilometer noch einmal um ein Vielfaches verlängert.

Ablenkung durch Oma Umweltsau

Tja, was willste machen? Im Vergleich zu den wirklich existenzbedrohenden Problemen unserer Gesellschaft ist das eben eher ein Fortschritt. Viel schlimmer sind Kinder, die ihre Oma als Umweltsau verunglimpfen.

Ist aber auch wirklich nicht schön, sich eine einzelne Sau als Opfer rauszugreifen. Hätten sie mal lieber Umweltopa Peter oder gleich den ganzen Schweinestall besungen. Aber um den Mastbetrieb „Merkel & Altmaier“ an der Spree kümmert sich ja keine Sau.

Und so werden wir also auch 2020 auf die einzige Kontinuität vertrauen, die uns schon seit Jahrhunderten am Silvesterabend zuverlässig begleitet. Es ist die nimmer enden wollende Hoffnung darauf, dass sich die Schweine im kommenden Jahr selbst durchs Dorf treiben, damit wir nur nicht selbst zum Viehstock greifen müssen.

 






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