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Novum in der Stadtgeschichte: Flotter Dreier im Verhör

In den folgenden Tagen lohnt es sich, täglich an den Markranstädter Nachtschichten dranzubleiben. Wir präsentieren Ihnen ein Novum in der Geschichte der Stadt. Erstmals haben sich alle Kandidaten einer anstehenden Bürgermeisterwahl freiwillig auf die Streckbank im Satire-Keller begeben! Lesen Sie ab Mittwoch exklusiv die etwas anderen Interviews mit den Bewerbern um den Lallendorfer Thron! Zuvor aber noch – eben weil wir in Markranstädt sind – ein paar Erläuterungen.

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Was vor so einer Wahl alles passiert, wissen wir. Laternenpfähle werden mit grinsenden Schädeln tapeziert (wichtig: Sie müssen auf uns herabschauen!) und die Briefkästen quellen über mit Flyern von uns bislang völlig unbekannten Menschen und die Kell frohlockt übers Altpapier.

Alle sieben Jahre werden wir zum Mitmachen, Zutun und ja, sogar zum Einmischen aufgefordert. Nur für dieses Ereignis, versteht sich. Dann sind wir sogar so wichtig, dass manche Köpfe von den Laternenpfählen plötzlich zu uns nach Hause kommen.

Es ist wie bei Dinner for one: The same procedure as immer alle sieben Jahre. Langweilig. Doch damit ist es jetzt vorbei. Wir haben anno 2020 in Markranstädt drei Kandidaten, die nicht nur mit stoischem Ernst durch die Straßen heizen, sondern die auch Spaß verstehen.

Zugegeben, das ist eine Eigenschaft, die nicht jedem Menschen in den Schoß gefallen ist. Aber als (angehender) Würdenträger muss man trotzdem damit umgehen können. Der derzeitige Amtsinhaber kann ein Lied davon singen.

Im Kulturkreis seiner friesischen Heimat versteht man unter Spaß sowas wie Kiel holen oder über die Planke gehen. Oder drei Tage im Mastkorb eines BOS-Funkturmes sitzen und nach bayrischen Kaperschiffen Ausschau halten.

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Trotzdem hat er in den vergangenen sieben Jahren allerhand sächsischen Humor über sich ergehen lassen (müssen) und oft sogar mitgelacht.

Also wollten wir wissen, ob die beiden anderen über ebensolche Voraussetzungen für eine humorgeladene Amtsführung verfügen und haben alle drei Kandidaten zu einem satirischen Stresstest gebeten.

Dabei haben wir ihnen elf Fragen gestellt. Neun davon waren für alle drei identisch, lediglich je zwei Fragen sind individueller Natur.

Allein mit ihrer Bereitschaft, diesen Spaß mitzumachen, haben die Bewerber um den Lallendorfer Thron schon eine gehörige Portion Humor bewiesen. Und mit ihren Antworten, so viel sei schon mal verraten, müssen sie sich hinter gestandenen Satirikern nicht verstecken.

Das große ABER

Bliebe nur noch ein gewisses Magengrummeln beim Blick auf die Konsumenten dieses Spaßes. Am leichtesten erkennt man die Gefahrengruppe in unserem Kommentarbereich. Da gibt es Äußerungen, die eher nach einer globalen Kriegserklärung klingen als nach einem Feedback auf satirische Unterhaltung.

Machen wir’s also kurz: Ihre drei Kandidaten haben bewiesen, dass sie eine Ader für Humor haben und Spaß verstehen.

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Jetzt ist es an Ihnen zu zeigen, dass auch der homo marcransis in der Lage ist, einfach mal zu schmunzeln (sie dürfen natürlich auch laut lachen), ohne gleich den doppelten Boden zu suchen.

Es würde einer Stadt wie Markranstädt gut zu Gesicht stehen, mal nicht mit Grabenkämpfen oder Anfechtungsklagen bundesweit für Schlagzeilen zu sorgen, sondern mit positiven, sympathischen Emotionen. Und warum dann nicht auch mit etwas Spaß und humorgeladener Unterhaltung?

Die Interviews werden in der Reihenfolge veröffentlicht, wie auch die Kommunalwahlordnung die Nennung der Kandidaten vorsieht. Also zuerst der Titelverteidiger Jens Spiske, danach in alphabetischer Reihenfolge erst Peter Bär und dann Nadine Stitterich.

Normalerweise unhöflich, der Dame nicht den Vortritt zu lassen, aber das hat auch Vorteile. Beim Eurovision SongContest ist auch der letzte Titel am frischsten in Erinnerung.

Ach so, noch was: Wir überlegen, ob wir am Wochenende, wenn alle drei Interviews erschienen sind, eine Abstimmung durchführen. Wer hat die besten Antworten gegeben? Oder sowas in der Richtung. Ob wir das machen, hängt davon ab, ob Sie – unsere Leser – das wollen. Schreiben Sie uns einfach. redaktion[at]nachtschichten.eu oder als Kommentar.

 



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10 Comments to Novum in der Stadtgeschichte: Flotter Dreier im Verhör

  1. eine Seebenischerin sagt:

    Ich bin gespannt auf die „humorgeladenen“ Interviews. Vielleicht bzw. hoffentlich eröffnen die einen etwas anderen Blick auf die Kandidaten. … und die Überlegung für ein Feadback nach der absolvierten „Folterbank“ in Form einer Abstimmung, finde ich nicht schlecht. Also ich meine: Macht eine Abstimmung!

  2. Olit sagt:

    Naja, viel Wind ist immer vorher! Dann kommen die Erscheinungen- und danach ist es wie im Wetterbericht: ALLE reden ganz viel vorher- am Tag danach Zitat: „Es ist mir nicht erinnerlich“. Aber einen Unterschied gibt es: Auf die täglichen Falschaussagen der Wetterberichte kann Jeder sich verlassen. Interessierten (Wählern?) tut es jedoch auffallen das (7 vergangene Jahre) nur eine Einzige Entscheidung gut und griffig erfolgte: Das Chefthema Waldbad ist nun (und hier ist es ehrlich gemeint) richtiger Weise geschlossen. Unsinnigen Aufwand gibt es ja schon genügend. Deshalb Ihr „Neuen“: lasst TATEN folgen, und lustig verpackt freuen wir uns drauf. Kostenloser Kulkiparkplatz auch für minderbemittelte Multikulticamper zu lasten des Stadtsäckels wäre nur eine Idee von Vielen. Was hatten wir Markranser für einen unbeschränkten Schrankenspaß. Doch leider wird das Bauamt nicht vom Wähler gewählt. Wie viele Köpfe dann erst von den Lampen gepfählt auf uns schauen würden?…

  3. Mario Schneider sagt:

    Inzwischen bin ich großer Fan dieser Seite, und bin total froh dass sich auf diese Art und Weise von Ihnen diesem demokratischen Selbstverständnis genährt wird. Humoristisch, wertvoll, mit Respekt! Voller Vorfreude, Mario Schneider aus Grosslehna

  4. Specht sagt:

    Vielen Dank für die Interviews, die werden Euren Lesern sicher die Wahl erleichtern. Hiermit eine Stimme für die satirische Vorwahl, freue mich schon auf morgen!

  5. EddiHerkules sagt:

    Glauben sie ja nicht, wer sie sind! Alle stellen sich für das Wohl der Gemeinschaft an die Spitze der Bewegung, auch wenn dafür mal die Partei gewechselt werden muss oder müsste. Hier kann wirklich nur satirischer Wahlkampf hilfreich sein. Das alte Prinzip“ neue Besen kehren besser“ macht immer die Wahlentscheidung leichter.
    Die besten Antworten, wenn es denn welche gibt, sollten gern jeden erreichen. Ist sowieso alles interessanter geworden, weil unsere Stadtpolitik satirisch tiefgründig begleitet wird.

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