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Rathaus geschlossen und auch sonst gute Aussichten

Das Rathaus ist seit vorhin bis auf weiteres für den Besucherverkehr geschlossen. Wecken impossible! Aber nicht nur für Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes nahen jetzt paradiesische Zeiten. Auch sonst bietet die Corona-Krise jede Menge Chancen. Man muss sie nur sehen wollen und nicht ständig nur jammern. Getrieben vom festen Willen, ein paar Lichtblicke in die düstere Zukunft zu werfen, hat der MN-Coronabeauftragte mal wieder persönlich zur Feder gegriffen.

Einige Konsumenten müssen sich keine Sorgen machen. Von einer Corona-Infektion werden sie nichts merken. Sie haben schon nichts mitgekriegt, als sie noch vermeintlich gesund waren. Ein Blick in die Supermarktregale beweist, dass sie schon vorher dem Hirntod anheim gefallen sind.

Da es Notärzten und Rettungsdiensten mangels alpinistischer Erfahrungen kaum möglich ist, in den Wohnzimmern zu den zwischen Eierteigwaren, Konservendosen und Klopapier eingekeilten Opfern vorzudringen, müssen die gesellschaftlichen Hamster einen einsamen Tod sterben. Wenigstens ist den Unsozialen damit ein sozialverträgliches Ableben garantiert.

Sowohl für die mit dem Hirntod Infizierten als auch die Immunen kann man nur hoffen, dass diese Selbstgesundung des Volkskörpers möglichst rasch vonstatten geht. Inzwischen können sich Letztere aber schon mal Gedanken machen, welche Chancen sich aus der Pandemie ergeben.

Die Zeit der großen Chancen

Da wäre zum Beispiel eine Geschäftsidee zur Überbrückung vorübergehender finanzieller Engpässe. Beispiel gefällig? Regeln Sie einfach per Vertrag mit Nivea oder Florena eine Umsatzbeteiligung und teilen Sie einem Hirntoten (einer reicht!) per WhatsApp mit, dass sich viele Menschen jetzt die Hände mit Seife waschen und sie auch noch desinfizieren. Schreiben Sie ihm, dass sowas die Haut austrocknet und die Bevölkerung deshalb verstärkt Hautcreme kauft.

Vergessen Sie nicht, ihn davon in Kenntnis zu setzen, dass Hautcreme im Supermarkt in Ihrer Straße bereits ausverkauft ist. Das reicht! Nach dem Absenden dieser Nachricht zählen Sie langsam von zehn runter und dann schauen Sie auf Ihren Kontostand.

Das funktioniert auch mit Zahnstochern, weil Viren nur organisches Material befallen. Kaufen Sie sämtliche Zahnstocher auf, legen sich dann einen Account als Virologe zu und twittern Sie, dass man eine Türklinke desinfizieren kann, indem man mit dem Zahnstocher darüber streicht. „Türklinke mit der Zunge anfeuchten und dann mit dem Zahnstocher über das Metall streichen. Die Viren werden vom Holz aufgenommen, die Klinke ist clean!“

Sie sehen: Selbst ist der Mann. Vertrauen Sie um Himmels Willen nicht auf die angekündigten Versprechen zu Liquiditätshilfen oder andere Unterstützung! Natürlich wäre es ein schöner Zug, wenn wir jetzt auch mal auf die Solidarität des internationalen Finanztums zählen könnten, nachdem wir denen unsererseits vor zehn Jahren milliardenschwere Rettungsschirme aus der eigenen Tasche bezahlt haben.

Home-Banking und Home-Office

Aber das wird nicht passieren, versprochen! Menschlichkeit, Solidarität oder wenigstens Sozialkompetenz haben kein Plus vor dem Komma und daher auch keinen Platz zwischen Soll und Haben. Es handelt sich eher nur um den freud’schen Verschreiber einer überforderten Bank-Sekretärin. Statt „Versprechen“ von Finanzhilfen hatte der CEO-Vice-Direktor „Verbrechen“ diktiert.

Völlig neue Perspektiven ergeben sich jetzt übrigens auch für die Schüler. Endlich könn(t)en sie das Internet mal zu vernünftigen Zwecken nutzen. Fernschule beispielsweise. Okay, Home-Office und Schulen werden gerade in Markranstädt selten kompatibel sein, aber auch da gibt es Lösungen. Die Heimschüler können ja die Antworten auch ausdrucken und dann an die Schule faxen.

Vorher trotzdem lieber mal per WhatsApp nachfragen, ob diese Technologie in der Bildungseinrichtung schon vorhanden ist.

Zurück zu dem, was heute schon Normalität ist. Das Rathaus ist also wegen Corona-Alarm geschlossen. Hier die offizielle Mitteilung der Stadtverwaltung.


Zur Eindämmung der Ausbreitung der Infektionskrankheit durch den Corona-Virus veranlasst die Stadt Markranstädt folgende Maßnahmen:

Das Rathaus ist bis auf weiteres geschlossen. Anfragen können telefonisch unter der Rufnummer (03 42 05) 61-0 zu folgenden Zeiten gestellt werden:

Montag von 8.00 bis 15.00 Uhr
Dienstag von 8.00 bis 17.30 Uhr
Mittwoch von 8.00 bis 15.00 Uhr
Donnerstag von 8.00 bis 16.30 Uhr
Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr

Bei unaufschiebbaren und dringenden Angelegenheiten, die persönlich geklärt werden müssen, bitten wir vorab um eine Terminvereinbarung per Telefon unter o. g. Rufnummer.

Die städtischen Sporthallen bleiben bis auf weiteres geschlossen, ebenfalls die Stadt- und Schulbibliothek. Die ausgeliehenen Medien verlängern sich automatisch. Die Allgemeine Beratungsstelle DURCHBLICK steht telefonisch unter der Rufnummer (03 42 05) 69 97 80 zur Verfügung. Sollte ein persönliche Beratung aufgrund dringender Angelegenheit notwendig sein, ist die Vereinbarung eines Termins notwendig.


Übrigens: Wie das Rathaus auf MN-Anfrage bestätigte, verlassen die Mitarbeiter des Vollzugsdienstes trotzdem planmäßig ihre Schreibtische und laufen weiter konsequent Streife. Also lassen Sie Ihr Auto nicht einfach so stehen, wenn Sie Menschen sehen, die mit Klopapier aus einem Supermarkt kommen.

 






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