In eigener Sache: Was die KI über die Markranstädter Nachtschichten denkt

Kurz vor ihrem 13. Geburtstag stecken die Markranstädter Nachtschichten einer tiefen Identitätskrise. Selbst wenn wir nur die orgastische Verknispelung der Synapsen bei Grashalmen beschreiben, disqualifiziert linkes Lesermilieu unsere Dissertationen oft als revanchistisch bis sogar rechtspopulistisch. Zugleich verurteilt die gegenüberliegende Szene das Blatt und seine Macher als linksgrün versiffte Handlanger des aktuellen Systems. Weil es zu einfach ist, die Wahrheit mathematisch irgendwo in der Mitte zu verorten, hat Chefsatiriker Claus Narr jetzt mal eine emotional völlig unabhängige Instanz befragt. Was denkt die künstliche Intelligenz über die Markranstädter Nachtschichten?

Sowas rauszufinden, ist heute ganz simpel. Einfach den Klapprechner auseinanderfalten und ChatGPT die Frage stellen: „Was weißt du über die Markranstädter Nachtschichten, wo sind sie politisch angesiedelt und welche Wirkung haben sie auf die Gesellschaft?“

Nach einer Denkleistung von nur wenigen Sekunden spuckt das hirnfreie Medium ein ganzes Feuerwerk an Informationen aus, von denen selbst die Nachtschichtler bislang nichts wussten. Aber lesen Sie einfach selbst die ungeschönte, per [copy] und [paste] zensurfrei kopierte Wahrheit. Das schreibt ChatGPT über uns:

Die KI meint: "Auch wenn die Lokalpolitik die „Nachtschichten“ offiziell oft ignoriert, zeigt die Reaktion auf bestimmte Veröffentlichungen, dass die Inhalte in der Verwaltung wahrgenommen werden."

Die KI meint: „Auch wenn die Lokalpolitik die „Nachtschichten“ offiziell oft ignoriert, zeigt die Reaktion auf bestimmte Veröffentlichungen, dass die Inhalte in der Verwaltung wahrgenommen werden.“

Hinter den „Markranstädter Nachtschichten“ verbirgt sich ein lokales Blog-Projekt aus Markranstädt bei Leipzig, das sich satirisch und kritisch mit dem aktuellen Zeitgeschehen befasst. Kerninhalte und Ausrichtung sind:

  • Satire & Nachrichten: Das Portal veröffentlicht Beiträge zu lokalen und überregionalen Themen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Stil ist dabei oft humoristisch-bissig oder ironisch geprägt.
  • Lokaler Fokus: Berichtet wird über Markranstädt und dessen Ortsteile wie Kulkwitz oder Großlehna. Ein wiederkehrendes Element ist zudem die Markranstädter Stadtgeschichte.
  • Themenvielfalt: Die Beiträge reichen von Berichten über mysteriöse Vorgänge im Stadtrat bis hin zu Alltagsthemen wie Vandalismus oder Wetterberichten einer eigenen Wetterstation.
Seit 13 Jahren schnüffeln die Satiriker der Markranstädter Nachtschichten in der Stadt herum. Genauso alt ist das Flaggschiff des Organs: "Neues aus der vierten Etage" ist der unangefochtene Blockbuster in der Markranstädter Medienlandschaft.

Seit 13 Jahren schnüffeln die Satiriker der Markranstädter Nachtschichten in der Stadt herum. Genauso alt ist das Flaggschiff des Organs: „Neues aus der vierten Etage“ ist der unangefochtene Blockbuster in der Markranstädter Medienlandschaft.

Das Projekt legt Wert auf eine unabhängige, oft unkonventionelle Berichterstattung abseits offizieller Stadtkanäle. Das Blog ist unter der Domain nachtschichten.eu erreichbar und versteht sich selbst als Ergänzung oder satirischer Gegenentwurf zur klassischen Lokalpresse.

Die politische Ausrichtung der „Markranstädter Nachtschichten“ lässt sich als systemkritisch, wertkonservativ und stark anti-establishment beschreiben, wobei die Inhalte oft unter dem Deckmantel der Satire präsentiert werden.

Die Merkmale der politischen Positionierung sind:

  • Kritik an der aktuellen Politik: Das Blog positioniert sich regelmäßig kritisch gegenüber der Bundesregierung und etablierten Parteien. Dabei werden Themen wie die Energiepolitik, Migration oder das Bürgergeld oft mit scharfem, ironischem Unterton kommentiert.
  • Oppositionelle Grundhaltung: Die Texte vermitteln häufig ein Misstrauen gegenüber offiziellen Narrativen und staatlichen Institutionen. Dies zeigt sich in einer Rhetorik, die sich gegen eine vermeintliche „Bevormundung“ der Bürger wendet.
  • Lokaler Widerstand: Auf kommunaler Ebene fungiert das Blog als Kontrollinstanz, die Intransparenz im Stadtrat oder Verwaltungshandeln anprangert. Dies wird von Befürwortern als notwendige Bürgerkontrolle, von Kritikern jedoch oft als destruktive Polemik wahrgenommen.
  • Reaktion auf gesellschaftliche Debatten: Die Sprache des Blogs nutzt mitunter Begriffe, die im konservativen bis rechtspopulistischen Spektrum verbreitet sind (z. B. ironische Anspielungen auf „woke“ Themen oder die Klimapolitik), vermeidet jedoch meist eine explizite Parteinahme für eine bestimmte Organisation.
Immer wieder thematisiert, immer wieder ignoriert: Hier könnte die linke Leserschaft mal mehr als nur ein Zeichen setzen, aber es ist wirksamer, nach rechtspopulistisch interpretierbaren Worten zu suchen.

Immer wieder thematisiert, immer wieder ignoriert: Hier könnte die Leserschaft links der Rechten mal mehr als nur ein Zeichen setzen, aber es ist offenbar wirksamer, nach rechtspopulistisch interpretierbaren Worten zu suchen.

Obwohl die Seite sich selbst als satirisch und unabhängig bezeichnet, wird sie von Beobachtern oft dem alternativen Medienmilieu zugeordnet. Die Grenze zwischen lokaler Glosse und politischer Agitation ist dabei fließend, was den Blog zu einer kontroversen Stimme in der Markranstädter Medienlandschaft macht.

Die Erreichung konkreter politischer oder gesellschaftlicher Ziele durch das Blog „Markranstädter Nachtschichten“ lässt sich aufgrund seines satirischen Charakters schwer an harten Fakten messen. Dennoch lassen sich folgende Einflüsse und Wirkungen feststellen:

  • Sichtbarkeit lokaler Missstände: Durch die kontinuierliche Kommentierung von Stadtratssitzungen und Verwaltungshandeln hat das Blog eine Kontrollfunktion übernommen. Es macht Themen wie Vandalismus oder Intransparenz im Stadtrat einem breiteren Publikum zugänglich, die in klassischen Medien oft weniger pointiert dargestellt werden.
  • Diskursbeeinflussung: Das Blog fungiert als Multiplikator für Unmut in Teilen der Bevölkerung. Indem es Themen wie Energiepolitik oder Migration satirisch auf die lokale Ebene herunterbricht, prägt es die politische Stimmung in Markranstädt mit und bietet eine Plattform für eine kritische Leserschaft.
  • Dokumentation der Stadtgeschichte: Ein greifbares Ziel ist die Bewahrung der lokalen Historie. Das Projekt widmet sich regelmäßig der Aufarbeitung der Markranstädter Geschichte und erhält so das kulturelle Bewusstsein der Stadt abseits tagespolitischer Debatten.
  • Wahrnehmung als „vierte Gewalt“: Auch wenn die lokalpolitischen Akteure die „Nachtschichten“ offiziell oft ignorieren, zeigt die Reaktion auf bestimmte Veröffentlichungen (z. B. Notbekanntmachungen der Stadt nach Berichten über Bewerbermangel für Ortschaftsräte), dass die Inhalte in der Verwaltung wahrgenommen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Blog weniger durch direkte Veränderungen als vielmehr durch die Unterstützung der öffentlichen Meinungsbildung und die Funktion als „Stachel im Fleisch“ der Lokalpolitik wirkt.

So viel zum Urteil der Künstlichen Intelligenz. Selbstredend ist auch diese nicht unfehlbar, wie die Aussage von der „eigenen Wetterstation“ zeigt. Die befindet sich bekanntlich hoch droben über dem „Alli Balli“ und gehört anderen Betreibern. Was uns mit ihnen eint, sind freundschaftliche und von gegenseitigem Respekt getragene Bande sowie ein fühlend Herz für unsere Heimatstadt. Was übrigens auch für den „Markranstädter Kreis“ und viele andere engagierte Gruppen gilt.

Verkennen sollte man auch den Umstand nicht, dass die KI ihre Informationen aus Schriftgut bezieht, das echten biologischen Hirnen entsprungen ist. Wenn also ein Vertreter des Establishments irgendwo seine negativen Emotionen über die Nachtschichten rauslässt, ist die Schlussfolgerung der KI logisch, dass sie in der Ausrichtung Merkmale von anti-establishment erkennt.

Wie auch immer: Wir sind ganz zufrieden mit dem, was man draußen in der Welt von uns denkt. Nicht weil es alles wahr wäre, sondern weil außer Schwarz und Weiß auch die Existenz von Graustufen und anderen Farbnuancen erkannt werden. Das reicht zwar heutzutage schon, um gleichermaßen rechtspopulistisch wie linksgrün versifft zu sein, aber auch, um vorm Spiegel nicht die Augen niederschlagen zu müssen.

Grönland war gestern: Warum Trump nach Markranstädt greift

Nachdem die Schockstarre wegen des unerwarteten Schneefalls mitten im Winter als überwunden gilt, ist in Markranstädt wieder Leben eingekehrt. Die Langfinger waren in der vergangenen Woche zuerst unterwegs. Was sie wohl mit den geklauten Dienstsiegeln aus dem Standesamt vor haben? Vielleicht ist es doch besser, wenn man wenigstens eine gültige Eheurkunde hat, nachdem unterwegs schon den Pass verloren hat? Themenwechsel: Nachdem im neuen Jahr auch die Statistiker wieder aufgewacht sind, gibt es allerhand neue Zahlen über Markranstädt. Und was die aussagen, ist so lustig, dass sich die Satiriker eine Interpretation sparen können.

Seit vor rund 12 Jahren die letzten Gäste das Hotel in der Krakauer Straße verlassen hatten, ist es um die Herbergslandschaft in Lallendorf schlecht bestellt, sagen die Kritiker. Immerhin bot der gelbe Bunker einst 55 Gästezimmer.

Sparen an der Bettensteuer

Okay, mit Tourismus hat Markranstädt ohnehin nicht viel am Hut. Was hier mal besuchens- oder sehenswert war, ist entweder abgerissen worden oder verfallen. Und was den See angeht, wird dort eine Willkommenskultur gepflegt, mit der solventes Gästetum kaum was anfangen kann. Während sich andere Kommunen im Neuseenland (sogar Lützen, obwohl die nur einen Löschteich haben), in Tourismusverbänden organisieren, spart man sich in Markranstädt solche Aktionen.

Richtig so. Warum sollte man Touristen anlocken, wenn man sie weder versorgen noch unterbringen kann? Obwohl…

Ja wo schlafen sie denn?

Ja wo schlafen sie denn?

Ein Blick in die aktuelle Zahlensammlung des Statistischen Landesamtes lässt vermuten, dass Markranstädt auf dem Weg zu einer touristischen Hochburg ist. Demnach existieren in Lallendorf vier größere Beherbergungsstätten mit einer Kapazität von 10 und mehr Betten!

Rechenspiele unter der Bettdecke

Das macht insgesamt 145 Übernachtungsplätze, kleinere Herbergen mit weniger als zehn Betten nicht eingerechnet. Und die Daten offenbaren noch weitere Überraschungen. So beträgt die Auslastung der Niederkünfte lediglich 35 Prozent. Das heißt, 95 der 145 Betten stehen in den Markranstädter Herbergen nur sinnlos rum. Und trotzdem haben laut Angaben der Dresdener Statistiker im vergangenen Jahr knapp 2.500 Menschen wenigstens eine Nacht in Markranstädt verbracht.

Nach satirischer Statistik würden damit im Schnitt rund sieben Gäste pro Nacht in Markranstädter Pfühlen träumen. Was im mathematischen Umkehrschluss bedeutet, dass von den 145 Gästebetten 138 unbelegt wären.

Das wiederum würde aber nur eine Auslastung von 5 Prozent ergeben. Haben Sie die statistischen Rechenoperationen verstanden?

Jepp: Wir auch nicht. Aber darauf kommt es auch nicht an, sondern allein auf das Ergebnis und den richtigen Antwortsatz: Wir brauchen in Markranstädt kein Hotel.

Wie die Umgehungsstraße umgangen wird

Beim zweiten Dokument, das im Laufe der letzten Woche ins Auge fiel, handelt es sich um eine Argumentationshilfe des sächsischen Verkehrsministeriums. Damit die Leute in Markkleeberg nicht so traurig sind, weil ihr Agra-Tunnel aus Kostengründen abgewählt wurde, wollte die Ministerin ihnen wenigstens das Gefühl vermitteln, dass sie mit ihrem Verlust nicht alleine sind.

Trauerarbeit nennt man das in der Psychotherapie, wenn über den Verlust mit dem Vergleich hinweggetröstet wird, dass auch andere verlieren. Also nicht nur die Markkleeberger, sondern auch die Markranstädter. Hier ist es zwar kein Tunnel, der begraben werden muss, aber an der Umgehungsstraße hingen schließlich auch so manche Erwartungen.

Problem gelöst.

Problem gelöst.

Doch die Trauer hält sich in Lallendorf in Grenzen. Denn das eröffnet jetzt plötzlich die Möglichkeit, die schon längst vorhandene Ortsumfahrung für Markranstädt endlich nutzen zu können. Bislang hieß es ja, dass der Schwerlast-Tranistverkehr nicht gezwungen werden kann, auf der Autobahn zu bleiben. Er habe das Recht, über die B 186 abzukürzen.

Es fragt ja keiner

In Markkleeberg wird der Schwerlastverkehr jetzt gezwungen, auf die Bundesstraße zu verzichten. Da müsste sich halt nur mal jemand die Frage stellen, warum das nicht auch in Markranstädt möglich ist. Billiger wär`s allemal, denn die Autobahn ist bereits vorhanden. Und vor allem wäre das sofort möglich und nicht erst 30 Jahren. Nur leider: Es fragt ja keiner.

Außerdem muss man ja nicht unbedingt immer mit dem Auto fahren. Es gibt schließlich noch Bus und Bahn. [Lachen Sie an dieser Stelle ruhig erst mal fertig, bevor Sie weiterlesen].

Taktvoll beschwert

In einem Brandbrief, der neben ihrem einstigen Arbeitgeber ZVNL auch an die Landesregierungen von Sachsen und Sachsen-Armut sowie die Nahverkehrsbetreiber gerichtet ist, fordert Nadine Stitterich die Einführung des kürzlich ausgeführten 30-Minuten-Taktes auf der Bahnlinie zwischen Leipzig und Sachsen-Armut.

In Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

In Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Dass Nadine Stitterich in Sachsen offenbar keine Verbündeten für ihre Revolte fand, liegt auf der Hand. Hier käme nur Leipzig in Frage und Junker Burkhard hat ganz andere Probleme. Er hat noch nicht einmal Zeit gehabt, sich mit der Auflösung des Zweckverbandes Kulkwitzer See zu beschäftigen.

Markranstädt first!

Also hat Stitterich im Nachbarland nach Mitstreitern gesucht – und sie mit den Bürgermeistern von Bad Dürrenberg und Leuna gefunden. In einer gemeinsamen Aktion hat die lokale Dreifaltigkeit nun eine Klageschrift enbunden, die Besserung bringen soll. Ein edles Ansinnen mit ehrbarem Hintergrund.

Wenn da nicht einige Aussagen wären, die nicht nur den ÖPNV, sondern gleich die gesamte Zukunft unseres Landstrichs in Frage stellen könnten. So heißt es in diesem Brandbrief: „Die herausragende überregionale Einordnung der Städte Markranstädt, Leuna und Bad Dürrenberg ist wesentlicher Baustein für eine nachhaltige Entwicklung des ÖPNV…“

Bloß gut, dass Donald Trump gerade in Davos ist und dort mit Europa Schlitten fährt. Wenn der mitkriegt, welch herausragendes und überregional bedeutendes Potenzial hier schlummert, könnte er sein Interesse an Grönland schlagartig verlieren und die USA knapp 80 Jahre nach dem letzten Einmarsch erneut in Markranstädt einfallen lassen. Nordlichter gab’s letzte Woche auch hier.

Markranstädter Wochenschau: Glück auf, der Schreiber kommt!

Zwar ist in der zurückliegenden Woche in Markranstädt allerhand passiert, aber die ausbleibenden Reaktionen aus dem Volke zeigen, dass es niemanden interessiert. Wahrscheinlich werden sich die Medien deshalb auch den Aufwand sparen, über den jüngsten Einbruch ins Rathaus zu berichten. Obwohl Journalisten nachgesagt wird, dass sie gern im Dreck wühlen und Geschichten ausgraben. Seit dieser Woche kennen wir den Grund dieser Annahme. Demnach ist der Mitteldeutsche Rundfunk aus dem Bergbauunternehmen MIBRAG hervorgegangen. Werfen wir also mal einen Blick auf das, was die Kumpel der Presse und andere Schriftkundige in dieser Woche sonst noch so ans Tageslicht gebracht haben. In diesem Sinne: Glück auf, der Schreiber kommt!

Friedrich der Große eben

Wenn DJ’s bei Feuerwehrfesten oder Kameradentreffen der Bundeswehr alte Platten auflegen und der ganze Saal dann Deutschlands Grenzen zwischen Maas und Memel sowie Etsch und Belt besingt, gibt’s regelmäßig Ärger. Nicht nur Geografielehrer oder Agit-Prop-Sekretäre fordern dann, dass Köpfe rollen.

Der Mann vom Volk ohne Raum (r.).

Der Mann vom Volk ohne Raum (r.).

Wie man seine Gebietsansprüche ohne das Intonieren verbotener Strophen politisch korrekt geltend machen kann, zeigte Bundeskanzler Friedrich Merz in dieser Woche auf X. Obwohl Frankreich mit 551.695 km², Spanien mit 505.992 km² und Schweden mit 450.295 km² größer sind als Deutschland mit seinen verbliebenen 357.022 km², beschreibt er sein Reich als größtes in der EU. Hat er vielleicht Polen schon wieder dazu gerechnet, oder wenigstens den Sudentengau?

Ein Luftikus am Zwickel

Ohne Kunden wäre auch das älteste Gewerbe der Welt schon längst pleite. Die Zielgruppe, auf die es die Nuttinnen und Nutten (oder neudeutsch: die Dirnenden) abgesehen haben, nennt man Freier. Leider ist vor allem bei der oralen Befriedigung noch immer keine Gleichberechtigung eingekehrt.

Der Airfreier kann einfach immer.

Der Airfreier kann einfach immer.

Jeder Freier will einen Blowjob haben aber keiner will der Dame mal einen blasen. Auf diese Marktlücke hat die Industrie jetzt reagiert und den Blow-Job-Automaten „Philips“ entwickelt. Der Air Freier komprimiert die Luft (engl.: Air), wärmt sie auf die voreingestellte Temperatur an und bläst sie der Dirnenden dann mit Hochdruck so wirkungsvoll in die Manschette, dass ihr unter dem Schulterblatt ein Buckel entspringt. Und das alles für nur 18 Euro.

Vier Jahre am leeren Herd?

Doch nicht nur im Sexgewerbe hauen die Beteiligten oftmals die Begriffe durcheinander und längst sind es nicht nur Anglizismen, die für Verwirrung sorgen. Allein die deutschen Synonyme für die gute alte Gefängnisstrafe füllen einen halben Duden, und das sogar ohne die üblichen Gendereien.

Wenn ein Koch Knast bekommt...

Wenn ein Koch Knast bekommt…

Da gibt es schwedische Gardinen, hinter Gittern, in der Zelle, Haft und viele andere Bezeichnungen. Die gibt es allerdings auch für das Phänomen Hunger. Landläufig hat man mal Qualm, dann wieder Kohldampf oder man schmachtet. Oft haben Hungrige einfach nur Knast. Das allerdings ist auch ein Synonym für Gefängnis und so stellt sich die Frage, wozu Alfons Schuhbeck verurteilt wurde: Knast oder Hunger? Beides ist für einen Koch die Höchststrafe, aber wenn schon, dann bitte vegan.

Wintereinbruch in Markranstädt: Der Schnee kann nichts dafür

Und ganz plötzlich hat’s geschneit. MN-Reporter Claus Narr wusste schon gar nicht mehr, was das ist und war völlig unvorbereitet. Die letzten Winterstiefel hatte ihm seine Mutter damals noch in der Zwenkauer Straße gekauft. Größe 32. Der alte Thalheim hatte sie aus einem der unzähligen Kartons in seinem Regal gezogen wie Olivander in der Winkelgasse den Zauberstab von Harry Potter. Dann kam der Klimawandel – und jetzt wieder Schnee. Was ‘ne Katastrophe! Nicht nur für den homo marcrasis in Sandaletten, sondern vor allem für die Bahn.

Die Bundesbahner hatten schon lange vor dem Durchzug des Tiefs „Elli“ prophylaktisch angekündigt, dass es zu Einschränkungen, Verspätungen und Zugausfällen kommen wird.

Sollte wohl heißen, dass das Wetter keinen Einfluss auf den Bahnverkehr hat. Aber die einzige Erkenntnis aus dieser Nachricht lautet: Bei der Bahn kommen nicht mal die Witze an.

Trotzdem fragt sich der aufmerksame Kunde, woher die Blaumützen schon vorher wussten, dass drei hochkant auf den Gleisen liegende Flocken den kompletten Fahrplan durcheinander bringen? Für eine erschöpfende Antwort reicht ein Blick vom Bahnsteig des Markranstädter Bahnhofes auf den Schienenstrang: Es fehlt das Geld für die Winterausrüstung, die Bahn hat noch immer die Sommergleise drauf!

Selten war die Leipziger Straße so leer wie am Freitag. Zumindest konnte man da noch mit der Bahn fahren.

Selten war die Leipziger Straße so leer wie am Freitag. Zumindest konnte man da noch mit der Bahn fahren.

Blöd nur, dass der Wintereinbruch so früh kam. Damit können die Bahnbetreiber das witterungsbedingte Debakel nicht mehr als Begründung für die nächste Katastrophe bemühen.

Denn aufgrund von Bauarbeiten der DB InfraGO werden die Züge der Regionalexpress-Linie RE 15 von Leipzig nach Saalfeld zwischen dem Leipziger Hauptbahnhof und Weißenfels ab Montag bis einschließlich 16. März umgeleitet.

Wie Betreiber Abellio mitteilt, entfallen in diesem Zeitraum daher die Halte in Leipzig-Möckern, Markranstädt und Bad Dürrenberg. Wer in Lallendorf zu- oder aussteigen will, sollte stattdessen die Züge der S-Bahn-Linie S 6 nutzen.

Doch aufgepasst, leidgeprüfte Insassen! Da sich die Fahrtzeit wegen der Umleitung verlängert, startet der RE 15 in diesem Zeitraum sieben Minuten früher ab Leipzig Hauptbahnhof (Minute 55 statt 02) und kommt in Gegenrichtung sechs Minuten später am Hauptbahnhof in Leipzig an (Minute 01 statt 55).

Verkehrswende in Markranstädt: Die neue S-Bahn-Linie 6.

Verkehrswende in Markranstädt: Die neue S-Bahn-Linie 6.

Wie sich das auf den europäischen Verkehrsknotenpunkt Markranstädt auswirkt, hat Claus Narr an folgendem Beispiel ausgerechnet, das vor allem für Berufspendler wichtig ist. So startet der RE 15 aktuell um 7:02 Uhr in Leipzig und würde auf der Fahrt nach Saalfeld um 7:15 Uhr in Markranstädt halten. Ab Montag setzt sich der Zug allerdings schon um 6:55 Uhr am Hauptbahnhof in Bewegung. Weil er in Möckern nicht halten muss, rauscht er schon gegen 7:07 Uhr ohne Halt an den erschrockenen Gesichtern auf dem Lallendorfer Bahnsteig vorbei.

Dass bereits um 7:24 Uhr die S6 folgt und wenigstens zur Weiterfahrt bis Naumburg einlädt, ist nur ein schwacher Trost. Getreu der physikalischen Formel „Wo ein Körper ist, kann ein zweiter nicht sein“, müssten in den Waggons künstliche Presswehen erzeugt werden, um die zusätzlichen RE 15-Passagiere auch noch in die S-Bahn zu drücken.

Was am Bahnsteig zurückbleibt, ist in unserer durch Taschenwärmer, Thermos-Apps und andere Gadges verweichlichten Gesellschaft dem Kältetod geweiht.

Zu weich für die Bahn

Längst vorbei die Zeiten, als sich unsere Großväter vor Stalingrad an gefrorenen Russen aufgewärmt hatten. Und dass ein Wärmemobil der Bahnhofsmission ausgerechnet in Markranstädt aufkreuzt, wo noch nicht mal Personenzüge halten, dürfte auch ein Wunschtraum bleiben.

Wie gewohnt, werden die Markranstädter Nachtschichten die Opfer der Verkehrswende nicht alleine lassen und haben sich deshalb nach Alternativen umgeschaut. Und siehe da: Warum in die Nähe schweifen, wenn das Ferne liegt so nah?

Der MN-Verkehrstipp

Nutzen Sie ab Montag auf Ihrem Weg zur Arbeit die kühle Morgenluft einfach für einen winterlichen Spaziergang nach Großlehna oder Miltitz. Dort hält der Regionalexpress 15 nach wie vor, wenn auch ein paar Minuten früher oder später.

Und wenn Sie dabei in die richtige Richtung laufen – also Ihrem Reiseziel entgegen – sparen Sie sogar noch ein paar teure Bahnkilometer. Es heißt ja im aktuellen Slogan nicht umsonst: Entdecke neue Routen und Zeiten!

Oder wie Claus Narr sagen würde: "Gut gelaufen!"

Oder wie Claus Narr sagen würde: „Gut gelaufen!“

Markranstädt zwischen den Jahren: Aus alt mach neu

Wer den Jahreswechsel in Markranstädt erlebt hat, macht sich um die viel gescholtene Verteidigungsbereitschaft Deutschlands ganz sicher keine Sorgen mehr. Ganze Munitionszüge wurden aufgefahren und zivile Guerilla-Einheiten probten mit Einsatzkräften der Feuerwehr sogar eine Art Kampfhandlung im Schützengraben. Ein wichtiges Zeichen in Zeiten, da die Bundeswehr mit ihren harmlosen Knallern (Titelfoto)  nicht mal ein zünftiges Abschlussfeuerwerk für ein kleines Kinderfest ausrichten kann. Alles muss das Volk selber machen – sogar die Abschreckung! Claus Narr hat sich umgehört, was Markranstädt in den vergangenen Tagen sonst noch so bewegt hat.

Da war zunächst einmal das Weihnachtsfest. Eine über 2000 Jahre alte Tradition, über die nicht nur schon viel geschrieben, sondern noch mehr gemalt wurde.

Kruzifix nochmal! Kaum ist der Kleine geboren, wird an der Wand des Stalles schon dessen Ende gespoilert.

Spoiler-Alarm im Schafstall: Kaum ist der Kleine geboren, wird an der Wand des Stalles schon dessen Ende proklamiert. In Bayern hält sich noch heute das Sprichwort „Kruzifix nochmal!“

Unter anderem hat Rogier van der Weyden anno 1455 ein Altargemälde geschaffen, das die Geburt Jesu zeigt. Bislang ist man immer davon ausgegangen, dass die drei Weisen dem kleinen Fratz lauter Weihrauch, Myrrhe und Gold brachten. In Wahrheit wollten die Boten aus dem Morgenland aber mit ihrem Wissen über das Ende des Neugeborenen prahlen. Spoiler-Alarm in der Weihnachtskrippe.

Nicht mal in der entschleunigten Weihnachtszeit können die Langfinger ihre Griffel stillhalten. Im Markranstädter Vorort Lindenau haben sie sich bei ihrem nächtlichen Beutezug allerdings sprichwörtlich überhoben. Das hat sogar bei der Polizei für Mitleid gesorgt.

Beute kann eine schwere Bürde sein, die sich auf vielen Schultern leichter trägt.

Viele Hände, schnelles Ende.

Weil Restaurants kaum noch Mitarbeiter oder gar Köche haben, werden dort jede Menge Personalkosten gespart. Das macht eine Kneipe zum Hort unbeschreiblichen Reichtums, der auch Diebe anlockt. In diesem Fall haben die nächtlichen Eindringlinge das Gewicht der Beute wohl trotzdem unterschätzt. Aber Weihnachten ist die Zeit der Wunder, also appellierte die Polizei als Freund und Helfer an die Herzen der Bürger, beim Abtransport der Beute Hilfe zu leisten.

Daran hat sich auch 2025 nichts geändert: Wenn eine Frau splitternackt durch die Straßen läuft, darf man ihr nicht mal hinterher pfeifen. Lässt ein Mann dagegen nur seinen Zapadeus gucken, greift die Härte des Gesetzes wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“.

Eine der Sünden, die Luther schon mit seinen 95 Prothesen verteufelt hat.

Eine der Sünden, die Luther schon mit seinen 95 Prothesen verteufelt hat.

Die Umschreibungen solcher Taten in den Gesetzen sind oft irreführend. Ist die Erregung das Ärgernis oder die Erregung des Ärgernisses ärgerlich? Bei Delikten wie vorsätzlicher Täuschung oder Vorspiegelung falscher Tatsachen gibt es jetzt allerdings eine klare Rechtssprache: Wenn ein Mann mit einem künstlichen Verkehrsmittel zu kopulativen Handlungen einlädt, macht er sich als Verkehrssünder strafbar! Für Silikon-Brüste oder Botox-Gesichter gilt das selbstredend nicht.

Ostern in Markranstädt: Nachkriegszeit in der Kaufhalle, Polizei mit Dienstmachete und ein Cum-Ex-Deal

Die ältere Lesergeneration kennt natürlich den Ursprung des nachtschichtlichen Ostersegens „orbi et marcransis“ – dem Erdkreis und seiner Stadt. Er ist der Losung „Urbi et Gorbi“ entlehnt. Und in der Tat hat es den Anschein, als führe uns das diesjährige Osterfest wieder zurück in jene Zeiten, als alle Hoffnungen auf Gorbi lagen. Bei REWE sah es am Ostersamstag aus wie in einer HO-Kaufhalle anno 1985. Keine Apfelsinen oder Kiwi, aber volle Schnapsregale. Glaubt man den Medien, hat sich das Rad der Geschichte auch in anderen Bereichen zurück gedreht. Hier ein paar Beispiele.

Machete am Halfter

Weil die deutsche Ordnungsmacht gegen Clan-Kriminalität, Drogen-Kriege und Mafia-Strukturen nichts mehr ausrichten kann, widmet sie sich jetzt dem Gefahrenpotenzial, das in der normalen Bevölkerung schlummert.

Also um Äußerungen, die sich als „verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ interpretieren lassen. Mit fatalen Folgen für die eigene Ausrüstung, denn da die Bürger im öffentlichen Raum nicht einmal mehr Nagelscheren mit sich führen dürfen, reicht für die Aufrechterhaltung der Demokratie der Einsatz von Abhöranlagen, verdeckten Ermittlern und Denunzianten.

Die gute alte Dienstmachete. Damit hatten im 15. Jahrhundert schon die spanischen Conquistatoren bei bei der Einführung der Demokratie in Südamerika gute Erfahrungen gemacht.

Die gute alte Dienstmachete. Damit hatten im 15. Jahrhundert schon die spanischen Conquistatoren bei bei der Einführung der Demokratie in Südamerika gute Erfahrungen gemacht.

Da man für die wenigen handfesten Auseinandersetzungen, beispielsweise mit angeklebten Protestanten, keine Schusswaffen mehr braucht, wurde jetzt auch die Polizei für die neue Gefahrenlage mit einer neuen Generation wirkungsvoller Dienstwaffen aufgerüstet.

Und so kamen kurz vor Ostern bei der Auflösung einer illegalen Tupper-Party rund um ein nicht genehmigtes Lagerfeuer in einem Schrebergarten erstmals die neuen Dienstmacheten der Thüringer Polizei zum Einsatz.

Ein verdächtig guter Job.

2024 – kurz nach dem Krieg

Die staatliche Ordnung mit Macheten aufrechtzuerhalten, scheint in der Tat nicht unmöglich, wie ein weiterer Blick in die Geschichte zeigt.

Schließlich ist es ostdeutschen Demokraten schon vor 35 Jahren gelungen, ein komplettes Regime samt dessen Armee und Polizei allein durch den Einsatz von Kerzen zu stürzen. Dieser Geniestreich in der Geschichte der Menschheit nötigt denen, die damals lieber zu Hause geblieben sind, noch heute höchsten Respekt ab. Um auch etwas davon zu haben, organisieren sie die medienwirksamen Gedenkfeiern an jenes Ereignis seitdem allein für sich und kreieren sogar das passende Denkmal dazu.

Bei den Porträts aus der frühen Nachkriegszeit 2024 handelt es sich im Markranstädter Stadtjournal offenbar nur um ein Symbolbild. Da fehlen mindestens 30 inzwischen geflüchtete Regierungsmitarbeiter.

Bei den Porträts aus der frühen Nachkriegszeit 2024 handelt es sich im Markranstädter Stadtjournal offenbar nur um ein Symbolbild. Da fehlen mindestens 30 inzwischen geflüchtete Regierungsmitarbeiter.

Im neuesten Markranstädter Amtsblatt pflegt man allerdings einen ganz anderen Blick auf die Geschichte und ihre einstigen Helden. Wenn es sich beim Jahre 2024 um die frühe Nachkriegszeit handelt, kann mit dem vorausgegangenen Krieg eigentlich nur die am 20. November 2020 beendete Revolution gemeint sein.

Immerhin hatte die darauf folgende Säuberungswelle Erfolg. Seither haben sich schon rund 30 Regierungsbeamte, darunter fast das komplette Bauministerium, fluchtartig abgesetzt.

Das kann man ja mal würdigen.

Ein Cum-Ex-Geschäft

Eine ganz andere Geschichte steckt hinter der dritten Osterbotschaft, die uns die deutschen Medienschaffenden ins Nest gelegt haben. Was uns der Nachrichtensender n-tv mit dieser Story eigentlich sagen will, ist völlig unerheblich.

Denn der gesellschaftliche Nährwert dieser Information geht in der Phantasie des Lesers unter, in dessen Hirn schon Nanosekunden nach Lektüre der Überschrift ein regelrechter Blockbuster modernen Kopfkinos anläuft. Niemand will wissen, was diesem völlig unbekannten Z-Promi wirklich widerfahren ist. Statt dessen beschäftigt sich der Leser ganz automatisch mit anatomischen Fragen.

Podologisches Onanieren: Nur hinzukriegen, wenn es gelingt, sich beim Masturbieren am Schaft gleichzeitig die Hornhaut von den Hacken zu raspeln.

Podologisches Onanieren: Nur hinzukriegen, wenn es gelingt, sich beim Masturbieren am Schaft gleichzeitig die Hornhaut von den Hacken zu raspeln.

Wie schafft es ein Mann, sich mit seinen Füßen die eigene Fleischpeitsche zu streichen? Wäre es also theoretisch möglich, sich in einem Akt podologischer Masturbation dabei auch gleich die Hornhaut von den Hacken zu schurbeln?

Der gebildete Ossi indes weiß: Der Goldene Schnitt, den der Schöpfer bei der Schaffung der menschliche Statur angelegt hat, macht all dies unmöglich. Es gibt nur eine Erklärung: Der arme Kerl hatte so viel Druck auf der Röhre , dass er sich im Moment der Erlösung den Zeh abgeschossen hat. Drum sollte man sowas besser unter der Decke machen.

Cum und Ex – so funktioniert’s.