Home-Impfing, Hammer-Lockdown und Halbleiter-Viren

 

Die Corona-Pandemie hat unsere Gesellschaft tief gespalten. Es gibt Befürworter und Gegner der Maßnahmen, schwarz und weiß. Entweder linientreuer Lemming oder leugnender Nazi – dazwischen scheint kein Platz mehr zu sein für andere Farbschattierungen. Dabei bietet die aktuelle Situation so viel satirisches Potenzial, dass man neben Covid 19 sogar noch Pocken und Lepra zusammen spielend ausschwitzen könnte. Wir machen’s einfach mal – das mit der Farbschattierung – und wagen einen Blick durch die rosarote Brille.

Man könnte beginnen mit einem Blick auf den aktuellen Stand der Impfungen. Aber ganz ehrlich: Das würde die depressive Stimmung vor allem in Deutschland – und noch vor allemer in Markranstädt – nur noch weiter verstärken.

Wenn Sie als Markranstädter vor dem Hintergrund politischen Totalversagens die Buchstabenfolge Jens Sp… lesen, woran denken Sie da zuerst? Genau: Jens Spahn, unser Bewahrer der bundesdeutschen Volksgesundheit!

Nachdem er bei der Neuordnung der Wachstumsmärkte für globale Wirtschaftsmagnaten alles richtig gemacht hatte, musste er nun Federn lassen. Angeblich hat der Taps schlichtweg vergessen, Impfstoff zu bestellen. Kann passieren, wenn die Brille unter der Maske anläuft und der Einkaufszettel verschwimmt.

Was nur St. Covid weiß…

In den USA sind Stand heute bereits fast 10 Millionen Menschen abgeimpft, in China neun Millionen, in Großbritannien 2,8 Millionen und in Israel über 1,8 Millionen Einwohner. In Deutschland, dem Ursprungsland des Impfstoffes sind es … Moment … mal runter scrollen … noch weiter … noooch wei … ach ja, hier: etwas mehr als 600.000.

Wieviele es in Markranstädt sind, weiß nur der Heilige St. Covid. Der Landkreis samt Gesundheitsamt verweist an das vom Sächsischen Sozialministerium beauftragte DRK und von diesem bekommt man auf solch unangenehme Presseanfragen nicht mal eine Eingangsbestätigung. Weder vom Landes- noch vom Kreisverband.

Zwangssterilisation

Trotzdem kann man auch diesem Zwischenstand etwas Positives abgewinnen. Viele Impfgegner haben zuletzt heftig kritisiert, dass die Immunisierung in Wahrheit dazu dient, eine flächendeckende Zwangssterilisation der Gesellschaft durchzuführen.

Und in der Tat konnte weltweit bei sämtlichen der in Seniorenheimen abgeimpften Frauen über 80 nachgewiesen werden, dass sie unfruchtbar sind.

Bild Dir eine Meinung

Man sollte der Wahrheit schon in die Augen schauen und nicht auf die Lügenpresse mit den vier großen Buchstaben reinfallen, die aktuell mit geradezu zärtlicher Kompromisslosigkeit die Mainstream-Kurve kriegen will. Unser Bundesminister hat nicht versagt, sondern durch sein Impf-Embargo den Erhalt der arischen Rasse gesichert!

Unter 80-Jährige haben sich in Deutschland schließlich schon vor Corona kaum noch fortgepflanzt. Wahrscheinlich weil sie per Chemtrails unfruchtbar gemacht wurden und sich lieber Hunde zulegen statt Kinder. Also müssen weiter die Alten ran und deshalb kann man sie nicht einfach steril impfen. Danke, Jens Spahn und weiter so!

Die Sache mit den Hunden statt Kindern kann auch anhand anderer Indizien belastbar nachgewiesen werden. Während Friseurläden für Menschen dicht gemacht wurden, dürfen Hundefriseure munter weiterarbeiten. Dabei ist es auch egal, aus wievielen verschiedenen Haushalten die Vierbeiner stammen, wie groß der Abstand zwischen ihnen ist, ob sie Masken tragen oder dass sie nie ohne Herrchen kommen.

Allerdings ächzen auch andere Branchen unter uneinheitlichen Regelungen. Nehmen wir mal beispielhaft die Fahrschulen. Zu die Bude und auch das Auto. Gilt allerdings nicht für Fahrschulen der Bundeswehr oder des Öffentlichen Personennahverkehrs. Ganz klar: Weil die systemrelevant sind, ist dort auch die Ansteckungsgefahr faktisch gleich Null.

Die Systemrelevanz

Das Merkmal der Systemrelevanz erkennt der kluge Beobachter auch hinter anderen Ecken unseres Wirtschaftssystems. Buchläden dürfen nicht öffnen, Zeitungsgeschäfte hingegen schon. Na, Sinn erkannt? Richtig! Immerhin muss der Bevölkerung der Zugang zu systemrelevanten Informationen der öffentlichen Meinungsbewahrer gewährleistet werden.

Nur auf diese Weise kann der Leser in seiner Lokalgazette dann mit solch frohlockenden Botschaften konfrontiert werden, wie „Gute Nachrichten zum Thema Impfen gab es am Donnerstag. Fast 10.000 Menschen erhielten in Leipzig bereits eine Spritze.“

Lies und rechne selber

Selig sind, die wenigstens einen Taschenrechner haben. Sie kommen über den Dreisatz auf eine Impfquote von rund 1,6 pro 100 Leipziger. Wohlgemerkt am 14. Januar. Das Land Bahrein hatte bereits am 2. Januar eine Quote von 3,3 pro 100 Einwohner vorzuweisen.

Das zeigt, wie wichtig die Rolle der Medien in Deutschland ist und weshalb die Zeitungsläden im Gegensatz zu Buchhandlungen geöffnet bleiben müssen. Wir sind, langfristig und international gesehen, einfach auf dem besseren Weg. Zumindest was die eigene Zufriedenheit mit unserer geistigen Unversehrtheit angeht.

Ganz so einfach erklärbar ist dieses System aus Erlaubnis und Verbot (früher: Zuckerbrot und Peitsche, davor: Blut und Eisen) leider nicht in jeder Branche. Und so muss sich der informationsvulnerable Bürger selbst erklären, warum beispielsweise Wettbüros schließen müssen, während Lottoläden weitermachen dürfen.

Die unterhaltsamste Maßnahme allerdings – und für diese Pointe sind wir Satiriker unserer Bundes- und Freistaatsregierung nachhaltig dankbar – ist die private Besucherregelung. Ganz kurz erklärt: Aus der vierköpfigen Familie darf nur eine Person die alleinstehende Mutter besuchen. Die greise Seniorin hingegen darf, falls sie ihren Rollator alleine zu satteln vermag, bei der komplett versammelten Bagage aufschlagen.

Informationsvulnerabel

Während der gemeine homo marcransis darüber verständnislos den Kopf schüttelt, hätte er mal lieber aufmerksam lesen und die wahre Botschaft hinter diesen Zeilen erkennen sollen. Im Grunde genommen wird mit dieser Information nämlich das wahre Verhalten des Corona-Virus erklärt und mit diesem Wissen könnten wir auch die anderen, auf den ersten Blick unverständlichen Maßnahmen entschlüsseln.

Das Corona-Virus verhält sich demnach wie ein elektronischer Halbleiter. Es funktioniert wie eine Diode und lässt die Infektion nur in eine Richtung durch. Die einsame Mutter bei der vierköpfigen Familie ist immun, umgekehrt besteht dagegen höchste Ansteckungsgefahr.

Beim Buchmacher im Lottoladen verhält es sich genauso, während andersrum der Glücksspieler im Wettbüro praktisch latenter Todesgefahr ausgesetzt ist. Und nicht zuletzt ist der Hund inklusive Herrchen beim Friseur sicher wie in Abrahams Schoß, der Mensch allein muss hingegen vom Friseur aus volley dem Bestatter seines Vertrauens zugeführt werden.

Home-Impfing

Es ist alles nur eine Frage der Information und wie Sie sehen, werden wir nicht nur ordentlich informiert, sondern sogar umfassend und ehrlich aufgeklärt. Wir müssen es nur erkennen wollen und nicht immer gleich rumjammern.

Wir brauchen alle mehr Mut. Vorneweg die Regierung! Wenn sie die Verteilung des Füllmaterials für die Spritzen nicht auf die Reihe kriegt, warum dann nicht die längst bewährte Logistik der Drogendealer nutzen? In einer Pandemie ist schließlich alles erlaubt.

 

Die Markranstädter Wochenschau (2/21)

 

Erst zog ein astreiner Blizzard über Markranstädt hinweg, dann kam es zu einem Großeinsatz der Pominalkrimizei mit Hubschrauber , weil es auf dem Alten Friedhof zu einem verbotenen Treffen kam. Zwar stellte sich heraus, dass die drei Schneemänner und Schneemänninnen genetisch einem Haushalt zuzuordnen waren, aber weder trugen die Delinquenten Schutzmasken, noch hielten sie die Abstandsregeln ein. Trotzdem hat die Sache ein Nachspiel. Weil die drei Corona-Leugner während des Verhörs mit einem Fön bedroht wurden, müssen sich die Beamten jetzt gegenüber Amnesty International wegen Foltervorwürfen verantworten.

Blicken wir am Ende dieser Woche aber mal auf den Wirtschaftsstandort Markranstädt. Da haben sich nämlich bemerkenswerte Dinge ereignet und die klingen besser als die ständige Corona-Berieselung.

In Großlehna hat die Mingzhi Technology Leipzig (MTL) ihre erste Eigenentwicklung so gut wie fertiggestellt. Noch ein paar Schrauben festziehen, ein paar Spiele in Software installieren und ab damit auf den Weltmarkt. Stolze 1,3 Millionen Euro zahlt eine türkische Gießerei für die erste Kernschießmaschine „made in markranstädt“.

Neu-Markranstädter Xiang Ma und Ur-Markranstädter Matthias Haenel kontrollieren die Monatge der Anlage.

Neu-Markranstädter Xiang Ma und Ur-Markranstädter Matthias Haenel kontrollieren die Monatge der Anlage.

Aber das ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Schon klingeln die Telefone im Großlehnaer Gewerbegebiet im Daueralarm.

Weil das Gütesiegel „Bio“ auch in der Gießereitechnik Einzug hält, haben sich die Mingzhi-Ingenieure was einfallen lassen, um die Kundenwünsche zu erfüllen.

Mingzhi-Technology

So richtig kann das Fachchinesisch zwar weder der Satiriker, noch der Nichtmetaller verstehen, aber es muss sich wohl um eine Art Aufbereitung zu veganem Sand für Gussformen handeln.

Die erste Kernschießmaschine "made in markranstädt"

Die erste Kernschießmaschine „made in markranstädt“

Jedenfalls ist das Verfahren so gefragt, dass MTL in Großlehna jetzt auch noch einen Show-Room einrichten will, um die Technologie dem internationalen Fachpublikum vorführen zu können.

Sächsische Haustechnik

Eine Art Show-Room haben jetzt auch Geschäftsführer Frank Puffky und seine über 200 Mitarbeiter der Sächsischen Haustechnik. Die neue Halle hinter dem Hopfenteich ist fertig. Aber von wegen Show: Da kommt jetzt jede Menge neue Arbeit auf sie zu.

Auf einer Lagerfläche von über 6.000 Quadratmetern können jetzt über 15.000 Artikel aus den Bereichen Dach und Elektro angenommen, gelagert und ausgeliefert werden.

Hier gehts jetzt rund: 6.000 Quadratmeter, vollgepackt mit 15.000 zusätzlichen Artikeln.

Hier gehts jetzt rund: 6.000 Quadratmeter, vollgepackt mit 15.000 neuen Artikeln.

Auf eine Summe „im oberen siebenstelligen Bereich“ beziffert Puffky das Investitionsvolumen.

Morssinkhof Plastics

Und weil wir gerade bei Geld sind: Puffkys Nachbar am Hopfenteich, Morssinkhof-Chef Raymond Nienhuis, ist derzeit auch dabei, kräftig Geld auszugeben. In der Nacht zum Mittwoch rollte auf dem ehemaligen Fehrer-Gelände ein Schwerlasttransport aus dem Hamburger Hafen ein.

Keine Sojus-Rakete in Baikonur, sondern ein Reaktor in Markranstädt. Nächste Woche soll er aufgerichtet werden.

Begleitet von jeder Menge Blaulicht kam ein rund 25 Tonnen schwerer und 34 Meter hoher Reaktor in Markranstädt an. Rund eine halbe Million Euro lagen da quasi auf dem Tieflader. Zum Glück gabs beim Begriff gleich Entwarnung. Kein Atomreaktor und auch sonst nicht gefährlich.

In dem raketenähnlichen Ding laufen künftig nur ein paar Reaktionen ab, die das aus Plasteflaschen gewonnene Granulat lebensmitteltauglich machen. Damit dann wieder Flaschen draus werden können und sich unsere Kids beim Homeschooling an der Cola-Flasche nicht den Magen verderben.

Das Motiv ähnelt Captain Piccard vorm Abflug mit der Enterprice: Raymond Nienhuis vor dem neuen Reaktor.

Das Motiv ähnelt Captain Piccard vorm Abflug mit der Enterprice: Raymond Nienhuis vor dem neuen Reaktor.

Gleichzeitig wurde gestern die neue Stromversorgung abgenommen. Wegen der 20kV-Leitung war Markranstädt den Sommer über halbseitig gesperrt. Jetzt also: Ende gut, alles gut. Ab April (kann auch Mai werden) wird dann die Produktion im Fehrer-Gelände hochgefahren.

Es ist wie es ist: Die Großen und Marktführer nutzen ihre Kriegskassen, um sich für die Zukunft nach Corona aufzustellen. Und die Kleinen? Die werfen sich m&m ein. Besser gesagt, m oder m. Meckern oder machen.

Gärtnerei Ifland

In der Markranstädter Gärtnerei Ifland hat man sich fürs Machen entschieden. Weil Pflanzen keinen Lockdown kennen, deshalb trotzdem weiter gegossen werden müssen und nicht mal bei solchen Lügen wie „Novemberhilfen“ die Köpfe hängen lassen, kann man sie schließlich auch verkaufen.

Da sowas wegen flächendeckender Berufsverbote und Ausgangssperren nicht so einfach möglich ist, hat Obergärtner Sven Riedig eine Idee des kleinen amerikanischen Startups Amazon aufgegriffen. Nein, nicht die Idee, wie man sich an der Corona-Krise dumm und dämlich verdienen kann ohne Steuern zahlen zu müssen. Das kann er ja gar nicht, ohne Lobbyisten in Berlin.

Riedigs haben einen Online-Shop aufgemacht, fertig! Hier können sich die Kunden von zu Hause aus ihren Blumenstrauß in Ruhe aussuchen, bestellen und nach Hause liefern lassen. „Unser Liefergebiet ist Markranstädt mit allen dazugehörigen Gemeinden, sowie Dölzig, Miltitz, Rehbach, und Lausen“, sagt Riedig.

Willkommen im Helianthus-Shop der Gärtnerei Ifland.

Willkommen im Helianthus-Shop der Gärtnerei Ifland.

Das Angebot ist zwar noch im Aufbau, aber die Riedigs sind richtig optimistisch. Das Projekt ist gut angelaufen und die Chefin wünscht sich sogar Hinweise und Kritiken, um es kundenorientiert verbessern zu können. Dafür gibt’s sogar ein Kontaktformular.

Kampf zwischen Gipfel und Abgrund

Leider hat nicht jeder angesichts der augenblicklichen Marktlage überhaupt Alternativen. Haare schneiden per Internet-Chat, eine App für die Darmspiegelung oder Wellness-Massagen per Videokonferenz … ist alles noch nicht erfunden.

Auch ein virtuelles Pornovideo hält dem Vergleich mit einem realen Besuch im Puff nicht annähernd stand. Es wird Zeit, dass Prioritäten gesetzt werden. Oder wie Lasse Rinström letztens im schwedischen Fernsehen sagte: Keine Spritzen für Politiker, impft die Nutten!

 

Amelie und Erik – die Markranstädter Vornamen 2020

 

Eine sächsische Frau legt in ihrem Leben 1,56 Kinder. Das ist statistisch erwiesen. Natürlich kann man diese Zahl nicht absolut betrachten, es werden in den Kinderwagen schließlich keine Torsi, Büsten oder anderes Genmaterial griechischer Tempelfiguren spazieren gefahren. Vielmehr ist es so, dass sich die Frauen in die Nist reinteilen. Da brütet eine nur ein Baby aus, bei der anderen Mutti schlüpfen vier und schon kommt so eine krumme Zahl wie 2,5 raus. Da fragt man sich allerdings, welchen Anteil die Markranstädter Mütter an den 1,56 Kindern in Sachsen tragen? Wir haben uns mal um die Antwort gekümmert.

Die Ursache der Geburtenentwicklung ist ein gesamtgesellschaftliches Problem. Im Zeitalter des Internets ist es so einfach geworden an Pornos ranzukommen, dass man es der hormonstrotzenden Jugend kaum noch vermitteln kann, sich wenigstens ab und zu mal zum Sex zu zwingen.

Zudem bietet das breitgefächerte Dienstleistungsspektrum Markranstädter Anbieter ausreichend Alternativen, die weniger anstrengend sind als eine schweißtreibende Kopulation und auch die ewige Fragerei nach „Bist du gekommen?“ obsolet machen.

Diese Woche beim Web-Sex in der Nachtschichten-Redaktion gefunden. Warum schweißtreibend kopulieren, wenns doch einfacher geht?

Diese Woche beim Web-Sex in der Nachtschichten-Redaktion gefunden. Warum schweißtreibend kopulieren, wenns doch einfacher geht?

Andererseits sind da immer noch so gewisse Stigmata, die einem neuen Weltenbürger in Sachsen anhaften können. Das ist mitunter fast schon rassisitisch! Es kann schließlich keiner was dafür, wenn er als Sachse geboren wird. Er hatte einfach nur Glück.

Dieses Glück wurde im vergangenen Jahr gleich 119 jungen Lallendorfern zuteil. Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, womit der gemeine homo marcransis eigentlich so seine Freizeit verbringt. Offenbar hat er noch allerhand freie Spitzen.

Kurios: Entgegen des aktuellen Trends befand sich unter den 119 Neu-Markranstädterinnen und Neu-Markranstädtern kein*e einzige(r) DiversIn. Kein Queery dabei, kein Pangender, intersexuell-bigendrischer Two-Spirit oder wenigstens ein transfemininer Binär-Hermaphrodit. Nichts!

Dafür gabs allerdings gleich zwei Zwillingsgeburten. Der Traum aller Jäger: Ein Schuss, zwei Treffer! Könnte man aber auch so sehen, dass der Heilige Frigidus die armen Väter um einmal betrogen hat.

Die Markranstädter Würfe des Jahres 2020 setzen sich ganz konservativ aus 59 Mädchen und 60 Jungen zusammen. Ob das Auswirkungen der Corona-Pandemie sind, muss nun wissenschaftlich untersucht werden. Corona-Leugner sehen darin allerdings eine klare biologische Ansage.

Mit Nummer 60 wird nur ein einziger Junge des Jahrgangs 2020 später mal das Glück haben, seine Sexualität auch im fortgeschrittenen Alter ausschließlich vorm PC beim Gaming „Mütze-Glatze“ ausleben zu können. Die anderen 59  müssen heiraten.

Werfen wir aber nun einen Blick auf die Markranstädter Charts der Vornamen. Die Zeiten ebenso einfallsreicher wie wohlklingender Mehrfach-Namen, die später mal im Deutschunterricht in Haupt- und Nebensätze untergliedert werden müssen, scheinen vorbei zu sein. Kein Jason-Kevin-Dustin-Marcel (Jakeduma) mehr und auch keine Chapemanja (Chantalle-Peggy-Mandy-Jaqueline).

Kurz und schmerzlos

Bei den Mädchen hatte laut Angaben aus dem Rathaus anno 2020 Amelie klar die Nase vorn. Allerdings in ebenso diversen Schreibweisen (Amely) wie die viertplatzierte Hanna (Hannah). Dazwischen auf Platz 2 Emilia und als Dritte Emma. Auf den Plätzen 5 bis 8 folgen Ida, Lena, Louisa und Marie.

Amelie oder Erik?

Amelie oder Erik?

Die Mehrzahl der Jungs wird bei der Einschulung in sechs Jahren auf den Namen Erik (auch Eric) hören.

Auch auf den Ruf „Johann!“ (oder Johan)  werden nicht wenige ABC-Schützen gleichzeitig erschrocken aufstehen, souveräner Platz 2 vor Levi auf dem dritten Platz. Weiter haben es Linus, Matteo, Noah, Oskar und Tim in die Erste Bundesliga der Markranstädter Vornamen geschafft.

Mit Vorbildwirkung

Eine mit allen Wassern gewaschene Mama, die bei diesem Thema mitreden kann, ist Bürgermeisterin Nadine Stitterich.

Nur noch sechs Kinder vom Mutterzreuz in Gold entfernt, hat sie ihren reproduktiven Mindestbeitrag zum Fortbestand des homo marcransis geradezu vorbildlich abgeleistet und darf sich deshalb auch offiziell über das intensive Paarungsverhalten in ihrem Populationsgebiet freuen.

„Mit 119 Geburten pro Jahr liegen wir auf stabilem Niveau mit leichter Tendenz nach oben.“, erklärt sie und freut sich, „dass sich damit der Trend der letzten Jahre fortsetzt und Markranstädt bei Familien weiterhin beliebt ist. Unser Ziel ist es, auch in Zukunft jeder Familie ein gutes Betreuungsangebot zu unterbreiten. Daran arbeiten wir konsequent, um unseren Markranstädter Eltern auch in Zukunft die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.“

Sozusagen als Anreiz, nicht gleich nach dem ersten Kind mit der Fortpflanzung aufzuhören, schüttet die Stadtverwaltung ein ganzes Füllhorn motivierender Fördermittel aus.

Zur Geburt eines jeden Kindes versendet sie einen Begrüßungsbrief an die Familie. Dazu gibt’s die städtische Familienbroschüre mit wissenswerten Infos, ein Mützchen und ein paar Schühchen (gestrickt von Markranstädter Seniorinnen) und ein Gutscheinheft im Wert von 75 Euro.

Kopulative Anreize

Einlösbar sind die Gutscheine übrigens in 21 Markranstädter Geschäften und Unternehmen. Sympathische Wirtschaftsförderung aus dem Kreißsaal sozusagen – da freuen sich nicht nur die Wöchnerinnen und Wöchner.

Fördermittel aus dem Rathaus.

Fördermittel aus dem Rathaus.

Nicht nur für die jungen Eltern war in der Vergangenheit auch die Pflanzung der Jahrgangsbäume eine beliebte Veranstaltung. Auch wenn man den kleinen Bäumchen an so manchen Standorten heute wünschen möchte, dass gewisse Abstandsregeln schon früher in Kraft getreten wären, wird diese Tradition laut Angaben aus dem Rathaus fortgesetzt. Sobald … na ja, Abstandsregeln eben.

Der Baum steht dabei sinnstiftend als Gleichnis für das Leben und Gedeihen. Seit dem Jahr 2009 wurden in Markranstädt bereits über 600 Bäume, vorwiegend Linden, Hainbuchen, Ahorn und Obstbäume, gepflanzt. Statt auf den Heckscheiben ihrer Autos, können datenschutzaffine Eltern die Vornamen ihrer Kinder an den jeweiligen Standorten auf Stelen veröffentlichen.

 

Wir trauern

 

Das Neue Jahr beginnt leider mit einer sehr traurigen Nachricht. Rosel Glöckner ist verstorben. Sie hat in Markranstädt großen Respekt genossen, ihr Rat war gefragt, ihr Wort hatte Gewicht. Rosel Glöckner war die erste Stammleserin der Markranstädter Nachtschichten und hat unser Tun über alle acht Jahre kritisch und motivierend begleitet. Wir sind einfach nur tief betroffen und finden nicht die richtigen Worte. Die Markranstädter SPD, für die Rosel Glöckner jahrelang im Stadtrat saß, hat diese Worte gefunden. Darum veröffentlichen wir deren Nachruf an dieser Stelle und sind dankbar, dass wir uns gemeinsam mit ihren Freunden in tiefer Trauer verneigen dürfen.


„Eine Stimme, die vertraut war, schweigt. Ein Mensch, der immer da war, ist nicht mehr. Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen, die niemand nehmen kann.“

 

Wir trauern um unsere ehemalige Stadträtin und Ortsvereinsmitglied Rosel Glöckner.

 

Danke Rosi für all Dein Engagement, Deine wertvollen Ratschläge und Deine starke Stimme für unsere Stadt.

 

Wir sind unendlich traurig. Unser Mitgefühl gilt Deinem liebevollen Ehemann und Deiner Familie. 

 

In dankbarer Erinnerung wollen wir Dein Andenken stets in Ehren halten.

 

Dein SPD-Ortsverein Markranstädt

… und tschüss bis nächstes Jahr

 

Das war’s endlich! Mit dem heutigen Tag steht das beschissenste Jahr 2020 der Weltgeschichte auf der Schwelle zur Vergangenheit. Schnell vergessen, rät der menschliche Instinkt. Aber zum Glück haben wir noch unsere Bundesregierung. Sie sorgt dafür, dass uns was bleibt, das uns sehnsuchtsvoll auf das Corona-Jahr zurückschauen lässt. Beim Blick auf die ab morgen geltenden Sprit-Preise werden die Gesichter so lang, dass die Masken-Hersteller ihre Produktion auf Hochformat umstellen müssen. Schauen wir deshalb nicht nach vorn, sondern noch einmal kurz zurück auf die letzten glücklichen Tage in Markranstädt.

Weil die große Stadtkirche angesichts der Abstandsregeln trotzdem zu klein war, wurden die Christvespern am Heilig Abend auf eine Leinwand am Marktplatz übertragen.

Die Idee des Public Viewing ist nicht neu, aber in Corona-Zeiten doch schon recht gewagt. Noch abenteuerlicher erscheint das Vorhaben vor dem Hintergrund des auf Tradition ausgerichteten Leitbildes des christlichen Religionsanbieters. Den Staub der Geschichte mit moderner Bühnentechnik vom Buchdeckel zu blasen, ohne dabei Corona-Viren aufzuwirbeln, ist selbst für ein in 2000 Jahren gereiftes Glaubenskombinat eine Herausforderung.

Dass dieses Vorhaben ein voller Erfolg wurde, von dem Markranstädt sogar in den folgenden Tagen noch sprach, lag aber nicht nur an der zeitgemäßen Leinwand-Alternative. Und auch nicht daran, dass dadurch erstmals in der Markranstädter Weltgeschichte sogar Hunde an der Christvesper teilhaben durften.

Sogar Idefix bekam seinen Segen.

Sogar Idefix bekam seinen Segen.

Mit dem diesjährigen Krippenspiel haben die Darsteller, vor allem aber Autor Michael Zemmrich, Maßstäbe gesetzt! Das Stück ist ein leises Feuerwerk intelligent verwobener Gesellschaftskritik, ganz ohne Knallerei und bunte Explosionen, aber mit ganz großer Aussagekraft! Man muss genau hin- und aufmerksam zuhören, es sich gern auch zwei- oder dreimal reinziehen, aber das lohnt sich!

Das Stück ist die hohe Kunst der Adaption von Moral einer alten Geschichte auf unsere heutige Zeit. Allein deren begrenzte Ausbreitung auf den Raum zwischen Zschampert und Floßgraben steht der Nominierung für einen der großen Kulturpreise zwischen Elbe und Rhein entgegen.

Unsere Empfehlung: Schauen Sie sich das Krippenspiel ruhig (noch) einmal an und achten Sie gut auf die Worte.

Passend zur besinnlichen Zeit schrieben in Markranstädt zwei junge Muslima aus Syrien 2020 eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte.

Unter Anleitung ihrer Oma gingen die kleinen Mädchen mit Papier, Schere und Buntstiften ans Werk, fertigten kleine Engel und verschickten diese Weihnachtsgrüße als „Briefe gegen Einsamkeit“ an Markranstädter Senioren.

Zwei Weihnachtsengel in der Werkstatt.

Zwei Weihnachtsengel in der Werkstatt.

Inspiriert wurde das junge Team von der Markranstädterin Renate Röder, die dann von einer ihrer ehemaligen Deutsch-Schülerinnen quasi live aus einem Markranstädter Seniorenheim völlig ungefragt das Feedback bekam.

"Briefe gegen Einsamkeit" soll auch nach Weihnachten weitergehen. Vielleicht beteiligen sich noch mehr Kinder daran?

„Briefe gegen Einsamkeit“ soll auch nach Weihnachten weitergehen. Vielleicht beteiligen sich noch mehr Kinder daran?

Die syrische Krankenschwester teilte ihrer Ex-Sprachlehrerin mit: „Die Reaktionen der Beschenkten waren überwältigend. So große Freude …“.

Clark-Chriswold-Avard

Ganz traditionell wurde Weihnachten auch im Markranstädter Bürgertum begangen. Lichter standen wie immer ganz oben auf der Agenda.

Clark Chriswold's 25.000 importierte italienische Glühbirnen in Gärnitz? "Rusty, Trommelwirbel!"

Clark Chriswold’s 25.000 importierte italienische Glühbirnen? „Rusty, Trommelwirbel!“

Die Eigentümer eines Grundstückes in Gärnitz haben sich dabei mit ihrer Installation nachhaltig um die Nominierung für den „Clark-Chriswold-Award“ der deutschen Energiewirtschaft beworben.

Besonders innovativ: Zwar wird durch den Energiebedarf der Ausstieg aus Atomkraft und Braunkohle weiter nach hinten geschoben, aber …

Der Zeiger des Stromzählers erzeugt so viel Wind, dass sich die Klimaerwärmung abkühlt!

Der Zeiger des Stromzählers erzeugt so viel Wind, dass sich die Klimaerwärmung abkühlt!

… zugleich sorgt der zum Ventilator mutierende Zeiger des Stromzählers für eine Abkühlung der Klimaerwärmung. Gewusst wie!

Abschließend noch ein Blick ins politische Markranstädt. Hier gibt es frappierende Parallelen zum Weißen Haus in Washington. Nicht nur Donald Trump ist bei der Auszählung der zurückliegenden Wahl um die Früchte seiner Arbeit betrogen worden und schielt deshalb noch mit einem Auge auf seinen Sessel im Oval Office.

Auch in Markranstädt gibt es Hinweise darauf, dass noch letzte Funken für ein „weiter so“ glühen. Darauf lassen zwei Wahlplakate in Großlehna schließen, die der Bewerber möglicherweise in der Hoffnung auf einen dritten Wahlgang gleich hängen ließ.

Vom Himmel hoch, da komm ich her.

Vom Himmel hoch, da komm ich her.

Andere Stimmen behaupten, Scherzbolde oder Kritiker aus dem gegnerischen Lager hätten das Konterfei mithilfe jener Stangen, mit denen in Großlehna der Mond an den Nachthimmel geschoben wird, so weit in die Wolken gedrückt, dass der BM a.D. nicht mehr ran kommt. Auf dass es nächstes Weihnachten heiße: „Vom Himmel hoch, da komm ich her!“

Hoffnung für 2021

Na ja, jedenfalls sind die beiden Poster pünktlich vorm Jahreswechsel nun zu einem Verwaltungsakt im Rathaus geworden. Es lebe der Vorgang. Und für uns bleibt die hoffnungsvolle Aussicht, dass es auch 2021 genug Stoff für abwechslungsreiche Unterhaltung gibt.

In diesem Sinne: Ihnen allen einen guten Rutsch und ein gesundes, erfolgreiches Neues Jahr!

 

Jetzt aber im Ernst: Frohe Weihnachten

 

Frohe, gesegnete und besinnliche Weihnachten Ihnen allen! Um den Transit der polnischen Hafermast-Gans vom Magen durch den Darm zu fördern, machten die Markranstädter nach dem Festschmaus früher gern einen Spaziergang durch die romantisch verschneite Flur. Wie wir spätestens beim morgendlichen Blick durchs Fenster festgestellt haben, wird’s ist jedoch auch in diesem Jahr wieder nix mit weißer Weihnacht. Drum bieten wir Ihnen jetzt an dieser Stelle einen virtuellen Spaziergang durch die Winterlandschaft zwischen Zschampert und Floßgraben.

Stecken Sie sich einen Flachmann in die Tasche (es ist kalt!), suchen Sie sich einen Platz auf dem Sofa und lassen Sie sich durch die verschneiten Lallendorfer Latifundien tragen.

Frohes Fest!