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Aktuelle Beiträge - Markranstädter Nachtschichten

In eigener Sache: Neue Gebrauchsanleitung für die Nachtschichten

Neues Jahr – neues Glück! Das gebetsmühlenartige Flehen des MN-Teams um wahrnehmbare Teilhabe des homo marcransis wurde nicht erhört und das hat unerwünschte Folgen für unser Tun. Durch das eiserne Schweigen der Leser wird genau das Gegenteil dessen erreicht, was die satirische Aufbereitung des gesellschaftlichen Alltags eigentlich bringen soll. Sie hat keinerlei Veränderungen zur Folge, weil es den Adressaten den Anschein vermittelt, dass es niemanden interessiert. Diesem Zustand wollen wir nicht weiter Vorschub leisten.

Unter jedem Beitrag lauert ein Formular, in dem man einen Kommentar eingeben kann.

Wenn da bei aktuell durchschnittlich 1.700 Zugriffen pro Artikel (manchmal über 3.000) gerade null bis drei Kommentare rumkommen und noch dazu meist von den gleichen Personen, dann ist das nicht nur ein klares Indiz für die Wertschätzung der Inhalte, sondern viel schlimmer noch.

Nehmen wir das Beispiel des Beitrages über das illegale Ablagern von Grünschnitt in Markranstädt. Der hatte null Wirkung, weil der Verursacher danach eher zufrieden als beunruhigt war und seinem Treiben deshalb nur umso intensiver nachgehen kann.

Ein einziger lausiger Kommentar eines Markranstädter Bürgers hat ihm gezeigt, dass sein Handeln vom Bürgertum gar nicht als so frevelhaft wahrgenommen wird.

Wer schweigt, sündigt nicht

Der Hit: Nicht mal dem Markranstädter Ordnungsamt war das Handeln des illegalen Ablagerers ein kritisches Wort wert. Zwar war der Beitrag Bestandteil der Morgenlektüre in der Ortspolizeibehörde, allerdings redete man sich dort nach 10 Jahren (!!!) Markranstädter Nachtschichten mit der erstaunten Erkenntnis heraus, dass man von der Kommentarmöglichkeit bislang noch nichts wusste.

Das soll man jemandem glauben, der selbst beim Fehlen eines Scheibenwischers immer eine Möglichkeit findet, das Knöllchen irgendwo anzubringen? Okay – herzlich gelacht und abgehakt.

Aber das Leserverhalten setzt sich durch alle Schichten der Bevölkerung fort. Man liest’s, reibt sich im besten Fall hinter der Gardine die Hände und freut sich, dass man sich nicht selbst aus dem Fenster lehnen muss.

… der Welten Lohn

Der Null-Energie-Wäschetrockner aus Frankenheim ließ Anfang der Woche am nördlichen Polarkreis Markranstädts derart die WhatsApp-Drähte glühen, dass man fast schon von einem Online-Volksfest sprechen mochte.

Nicht ein einziges Wort dieser Konversation hat es allerdings bis in die MN-Zentrale geschafft. Schön für den Bauherren dieser Stangenverkehrsinsel, weil es ihm zeigt, wie egal diese Lösung den Anrainern ist.

Stille Kritik angenommen

Ein Fingerzeig aber auch für die Markranstädter Nachtschichten, weil wir diesem Ausdruck der Wertschätzung, ebenso wie all den anderen ausgebliebenen Reaktionen, natürlich Rechnung tragen müssen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Beiträge mit Markranstädter Lokalbezug gibt es ab sofort nur noch für jene Leser, die durch Anmeldung für den Newsletter ihre Qualifikation zum Umgang mit den Nachtschichten nachgewiesen und damit gleichzeitig ihren Willen zum weiteren Bezug der Lektüre bekundet haben.

Wer den Newsletter bereits abonniert hat, braucht demnach nichts weiter zu tun und kann sich entspannt zurücklehnen.

Wer diese Tat noch nicht erbracht hat, kann sich natürlich jederzeit gern anmelden – sofern er den Button dazu findet und nicht wie beim Kommentar-Formular schon auf der Suche danach scheitert.

Mit dem Erscheinen jedes neuen Beitrages bekommen Sie dann um 4 Uhr morgens via Newsletter ein jeweils gültiges Passwort an Ihre bei der Anmeldung angegebene Mailadresse zugesandt.

Weil es in der Vergangenheit Schlaumeier gab, die sich die Freundschaft ihrer Nachbarn oder Kollegen mit der Weitergabe dieses Passworts zu erkaufen versuchten, mussten wir es leider so einrichten, dass es mit jedem neuen Beitrag auch ein neues Passwort gibt. Es wird aber kurz sein, einfach zu merken und Sie können es auch per copy and paste einfach in die Maske einfügen.

Mehrwert von nichts wert

Schlusswort: Wir hätten es auch gern anders gehabt. Die Markransädter Nachtschichten sind kostenlos und sollen es auch bleiben. Leider steht die in Leserkreisen verbreitete Wahrnehmung „Was nichts kostet, ist nichts wert“ im krassen Gegensatz zu der tatsächlichen Arbeit, die dahinter steckt.

Wenn es dem Einen oder Anderen nicht mal den Klick mit der Maus oder den Touch aufs Display wert ist, dann wollen wir Ihnen die Lektüre weder aufdrängen noch hinterher werfen. Lieber 500 Leser, die das zu schätzen wissen als 3.000, die das Angebot dankbefreit mitnehmen wie einen Werbeflyer im Supermarkt. Unsere wahren Fans werden Verständnis dafür haben.

Putins Ende? Frankenheimer Forscher stellen Null-Energie-Wäschetrockner vor

Es gibt Orte, von denen man sich erzählt, dass die Bürger dort den Mond mit der Stange durch den Nachthimmel schieben. Aber es gibt auch Dörfer, in denen findige Menschen ganz andere Dinge mit Stangen anzufangen wissen … wo sie nun schon mal da sind und sinnentleert in der Gegend herumoxidieren. Unser Volkskorrespondent Georg Deimler hat mal einen Blick hinter die Geschichte geworfen und von seiner Recherche-Reise an den Markranstädter Polarkreis erstaunliche Erkenntnisse mitgebracht.

Was derzeit in Frankenheim für Schlagzeilen sorgt, hat seinen Ursprung eigentlich schon vor einem Vierteljahrhundert.

Vor etwa 25 Jahren entstand die später als „Frankenheimer Fata Morgana“ in die Weltgeschichte eingegangene Bushaltestelle in der Priesteblicher Straße. Besser gesagt: Es sollte mal eine werden. Als sie fast fertig eingerichtet und sogar mit Haltestellenschild versehen war, fehlte eigentlich nur noch ein Fahrplan. Der kam allerdings, ebenso wie jedwede Omnibusse des Linienverkehrs, nie dort an.

„made in schilda“

Nachdem das Bauwerk fertiggestellt war, muss wohl jemandem aufgefallen sein, dass die Straße nicht sonderlich breit ist und zudem eine Wendemöglichkeit für die großen Fahrzeuge fehlt. Die Idee, nachträglich eine Wendeschleife rund um die Bockwindmühle anzulegen, wurde vom Bauamt nicht einmal ignoriert. Noch heute erzählt man sich im Dorf, dass es sich bei den Planungsunterlagen für den Busanleger um Kopien aus dem Rathaus Schilda handelt.

Bevor hier Dorfschönheiten an der Stange tanzen, hatten Frankenheimer Freigeister eine bessere Idee.

Bevor hier Dorfschönheiten an der Stange tanzen, hatten Frankenheimer Freigeister eine bessere Idee.

Seit die verbeulten Schilder vor den berüchtigten Schilderjägern für immer in Sicherheit gebracht oder vielleicht sogar wirklich Opfer eines Schildbürgerstreichs wurden, weisen nur noch Relikte auf die einstige Nutzungsbestimmung der Verkehrsanlage hin. So gibt s in Frankenheim seit ein paar Wochen eine weltweit einzigartige „Stangen-Verkehrs-Insel“.

Das lange Leben einer Totgeburt

Da der Bauherr offenbar keinen Anlass sieht, diese baulichen Reste ebenfalls zu entfernen, machte man sich im angrenzenden Wohngebiet umgehend Gedanken, wie man das Ensemble möglichst harmonisch ins gesellschaftliche Leben einbeziehen kann.

Schon war die Idee geboren, die Besucher des Heimat- oder des Mühlenfestes von an der Stange tanzenden Dorfschönheiten willkommen heißen zu lassen. Aber es kam zum Glück noch besser!

Vor dem Hintergrund der Energieknappheit und schwindender Ressourcen kamen findige Dorfbewohner auf den Gedanken, die Installation zu einem stromsparenden Haushaltshelfer umzuwidmen. Kurzerhand wurde zwischen dem Gestänge eine Leine gespannt und von Omas Plautzer über den Strapsgürtel der Gattin bis hin zum Feinripp-Schurz des Hausherrn alles drangehängt, was nach dem Waschgang trocknen muss.

Je nach Fahrtwind-Aufkommen verkürzt sich die Trocknungszeit von Schießer, Triumph & Co.

Je nach Fahrtwind-Aufkommen verkürzt sich die Trocknungszeit von Schießer, Triumph & Co.

„Die Lösung ist so genial … wenn das unsere Großmütter schon gewusst hätten, wäre es nie zum Klimawandel gekommen“, staunt Kevin (16) von der „Letzten Generation“. Nicht wissend, dass das Thema „Wäsche trocknen an der frischen Luft“ in der Schule an einem Freitag behandelt wurde, als er mit seinen Freund*Innen (m/w/d) gerade für die Zukunft unseres Planeten demonstrierte.

Vom Lativ zum Superlativ

Aber der Frankenheimer Erfindungsreichtum ist mit dieser innovativen Lösung noch längst nicht erschöpft. Schon tüftelt man im Schatten der alten Bockwindmühle an technologischen Lösungen, um die Effektivität des Wäschetrockners zu steigern und damit aus dem Prototypen „Lativ 2023“ das Serienmodell „Superlativ 2023“ zu entwickeln.

„Dazu müsste man auf dem Straßenabschnitt die Geschwindigkeitsbegrenzung von aktuell 30 auf 60 km/h anheben“, hat der MN-Volkskorrespondent erfahren, denn „umgekehrt proportional zum steigenden Fahrtwind mindert sich dadurch die Zeit für die Trocknung der Textilien.“

Ganz nebenbei wird mit dieser technologisch überzeugenden Lösung auch der kränkelnde Arbeitsmarkt angekurbelt. „Es entsteht damit ein Minijob. Der Wäschewart, früher auch Hauswart genannt und mit der Aufsicht über die Wäschefrauen betraut, überwacht die Trocknungszeiten und die Wäsche im öffentlichen Verkehrsraum“, heißt es in einer den MN vorliegenden Expertise.

Auf die geniale Idee, dass man beim Trocknen der Wäsche an der Luft gegenüber einem elektrischen Wäschetrockner Energie sparen kann, kam vor einigen Monaten schon eine Expertin der LVZ.

Auf die geniale Idee, dass man beim Trocknen der Wäsche an der Luft gegenüber einem elektrischen Wäschetrockner Energie sparen kann, kam vor einigen Monaten schon eine Expertin der LVZ.

Sollte sich diese Innovation in ganz Deutschland durchsetzen, kann damit nicht nur die Beschäftigung angekurbelt, sondern auch Unmengen Energie gespart und Millionen elektrische Wäschetrockner stillgelegt werden. Ein empfindlicher Schlag gegen Putin, der uns von der Abhängigkeit befreit, für das Trocknen feuchter Zwickel sein Gas kaufen zu müssen.

Weichspüler von Schimmel

In einer MN-Expertenrunde kam schließlich unter dem Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen der vorerst letzte Verbesserungsvorschlag auf den Tisch. Wenn man die Wäsche bei Südostwind aufhängt, kann man sich im vorangehenden Waschgang sogar den Weichspüler sparen.

Je nachdem, welches Aroma bei Schimmels gerade durch Abluftanlagen zieht, erhalten die hartnäckig nach Schritt müffelnden Buxen, Plautzer & Co. eine völlig kostenlose Note direkt aus der Natur.

Ach ja: Sollte irgendwann mal ein Auto- oder Motorradbrüchiger auf der einsamen Verkehrsinsel stranden und auf seine Rettung warten, findet er zumindest schon mal das Nötigste an Kleidung. Robinson Crusoe hätte damals was drum gegeben, nicht mit dem Juckreiz verursachenden Wedel einer Stechpalme im Zwickel auf Rettung warten zu müssen.

Sonntagsfrühstück mit den MN: Die schönsten Schmunzetten zum Kaffee

Am Ende einer turbulenten Woche wollen wir – sozusagen zur humoristischen Bereicherung Ihres Sonntagsfrühstücks – noch ein paar mediale Kostbarkeiten servieren. Die Fundstücke stammen aus der LVZ, dem Sachsen-Sonntag und dem Amtsblatt.

Während die Nachbarkommunen unter der steigenden Finanzlast ächzen, wirbt Markranstädt gebetsmühlenartig mit einem stabilen Haushalt.

Lange haben sich die Aufsichtsbehörden gefragt, wie es möglich ist, dass sich die Finanzen ausgerechnet in Markranstädt so positiv und damit gegen den Trend entwickeln. Ein auf den ersten Blick unscheinbares Foto, ergänzt mit einer alles erklärenden Bildunterschrift, bringt Licht ins Dunkel.

Hundert Mann und ein Befehl ...

Hundert Mann und ein Befehl …

Es handelt sich lediglich um eine mathematisch gekonnte Rechenoperation. Während die Bundesregierung zu so primitiven Lösungen greift wie die Umbenennung von Schulden in Sondervermögen, greift man in Markranstädt kurzerhand zu einem Multiplikator. Im konkreten Fall hat er den Wert von 16,67.

Wenn man die sechs zu beiden Seiten der Bürgermeisterin stehenden Unternehmer mit 16,67 multipliziert, kommt man auf die erwähnten 100 Firmenvertreter. Die gleiche Rechenoperation muss man dann natürlich auch mit den von ihnen zu zahlenden Gewerbesteuern anwenden. Eigentlich eine klassische Textaufgabe für BWL-Studenten. Fragestellung: Wie alt ist die Bügermeisterin?

Weniger um Zahlen als vielmehr um Maßeinheiten geht es in folgender Textaufgabe aus dem Sachsen-Sonntag, mit der Mirko die Damenwelt testen will. Oder glaubt er wirklich, dass sich Frauen mit lächerlichen 84 Zentimetern beeindrucken lassen?

Eigentlich der Traum jeder Frau: Mirko wird nie auf seine Partnerin herab blicken. Mit rund einem Kilo Lebendmasse pro Zentimeter kann er ihr auch nicht weglaufen.

Eigentlich der Traum jeder Frau: Mirko wird nie auf seine Partnerin herab blicken. Mit rund einem Kilo Lebendmasse pro Zentimeter kann er ihr auch nicht weglaufen.

Wie er mit seinem Gardemaß Polizist werden konnte, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Wahrscheinlich in seiner Gesundheitsakte beim Polizeiarzt, wo die medizinische Konifere den Vermerk „Pyrinäe“ durchgestrichen und mit der Diagnose „Pigmentäe“ ersetzt hat.

Mathematisch lässt sich Mirkos Erscheinungsbild bei 84 Zentimetern Höhe und 80 Kilo Netto-Fleischeinwaage mit der Formel a x a beschreiben. Mit diesen Merkmalen eine „ganz normale Frau“ zu suchen (DIN-Maße 90 x 60 x 90), zeugt allerdings von einem so hohen Selbstbewusstsein, dass es der Erwähnung einer tollen Wohnung oder eines PKW eigentlich nicht bedurfte.

Statt mit Freude zu festzustellen, dass sie ihr neuer Lover nie von oben herab behandeln könnte, wird ihr Interesse auf die Frage gelenkt, was das für ein Auto sein könnte, in dem ein 84 Zentimeter hoher Polizist bis runter ans Bremspedal kommt. Schade.

Kein Druckfehler, dafür aber eine mediale Komposition mit außergewöhnlich hoher Assoziationskraft ist dieses Beispiel aus der seriösen Tagesgazette.

Die Holzfäller-Attacke im Pappelwald wurde übrigens auch aufgeklärt. Es war Mandy Äxtle.

Die Holzfäller-Attacke im Pappelwald wurde übrigens auch aufgeklärt. Es war Mandy Äxtle.

Natürlich hätten die Reporter auch gleich den Namen der Täterin nennen können, aber weil das Presserecht hier enge Grenzen setzt, haben die Journalisten einen Weg gefunden, auf dem Weg der assoziativen Suggestion dennoch Klartext zu sprechen. Gelernte DDR-Bürger haben kein Problem damit, die zwischen den Zeilen transportierten Botschaften zu entdecken.

Auf ähnliche Weise erhalten wir im Sachsen-Sonntag auch Antwort auf die Frage, was passiert, wenn die Russen kommen.

Klarer Fall kultureller Aneignung: Bush-People sprechen definitiv nicht russisch und riechen gleich gar nicht nach Knoblauch!

Klarer Fall kultureller Aneignung: Bush-People sprechen definitiv nicht russisch und riechen gleich gar nicht nach Knoblauch!

Abgesehen von der Tatsache, dass sie offenbar schon da sind, werden wir uns wohl darauf einstellen müssen, dass es nur noch Retro-Sex gibt. Wiederaufforstung im Schritt und unter den Armen. Die Achsel des Bösen ist zurück.

Polizei bei Digitalisierung auf der Überholspur

Unseren Blick auf die zurückliegende dritte Woche des Jahres wollen wir ausnahmsweise mal mit einem zwinkernden Lunsen über den berühmten Tellerrand zelebrieren. Es ist schließlich nicht so, dass es nur in Markranstädt Grund zum Lachen gibt. Auch in unserer Nachbarstadt Markkleeberg geht man zu selbigem gewöhnlich in den Keller und lässt sich nur dann ein Schmunzeln entlocken, wenn jemand von außerhalb mit einem Gag um die Ecke kommt. Der kam diesmal von der Polizei und betrifft wohl trotzdem leider auch mal wieder Markranstädt.

Für Markkleeberg ist das Polizeirevier Südost zuständig und vor dem Hintergrund dessen, was den homo marcranis so im heimischen Polizeirevier Südwest widerfährt, könnte man fast neidisch werden – zumindest auf den ersten Blick.

Zur Relativierung: Auch in Markkleeberg haben die Kalkmützen offenbar keine große Lust mehr, wegen jedem geklauten Fahrrad raus in die Kälte zu müssen. Kein Problem, denn die Online-Wache der Polizei ist für ganz Sachsen und damit auch für Markkleeberg, ja sogar Markranstädt zuständig.

Nachdem man seinen Diebstahl entdeckt, Tatort sowie Spuren gesichert und die DNA-Proben entnommen hat, kann man via Internet Anzeige erstatten. Gut möglich, dass in der nächsten Erweiterungsstufe ein Modul freigeschaltet wird, wo man den selbst gestellten Täter auch gleich selbst in die U-Haft einweisen kann. Irgendwie muss man dem Opfer schließlich erklären, warum es sämtliche persönliche Daten angeben muss, während die Täter gewöhnlich unbekannt bleiben.

Aber dabei ist es nicht geblieben. Wie der Revierleiter Südost unter der Woche stolz berichtete, sei die Online-Wache der Sächsischen Polizei jetzt noch weiter professionalisiert worden. Sogar Kellereinbrüche könne man jetzt digital melden. Auf die Frage eines Bürgers, warum man bei der Erstattung einer Online-Anzeige keine Bearbeitungsnummer bekomme, gab es vom Polizeichef eine interessante technische Erläuterung: „Aktuell müssen die Online-Anzeigen nach deren Erstattung von unseren Mitarbeitern noch einmal händisch erfasst werden. Erst dann wird eine Bearbeitungsnummer vergeben.“

Will heißen: Ihre Daten, liebe Bürgerinnen und Bürger, fließen am anderen Ende des Internets über die Finger eines analogen Polizisten volley in eine Schreibmaschine. Da bekommt der Begriff vom Technologiestandort Deutschland doch gleich eine ganz andere Dimension.

In einer von ausgelassener Heiterkeit geprägten Unterhaltung hat das MN-Team ein Szenario entbunden, wie die weitere Verfahrensweise abläuft.

Der Polizeikomparse tippt die Anzeige also vom alten „Rafena“-Bildschirm aus dem VEB Funkwerk Staßfurt in seine gusseiserne Erika-Schreibmaschine. In achtfacher Ausfertigung freilich und mit Blaupapier, das man aus Nordkorea bezieht, weil es das sonst nirgendwo auf der Welt mehr gibt.

Verdächtig gute Jobs

Ein Exemplar bekommt die Sekretärin, die davon noch weitere fünf Ormig-Abzüge für den BND zieht. Weil er noch einen Schmierzettel braucht und Ressourcen schonen will, kopiert sich der Hauptschriftmeister indes noch ein Blatt weißes Papier. Zu irgendwas muss dieser Kasten mit der Aufschrift „Xerox“ schließlich nützlich sein.

Also, das sind schon verdächtig gute Jobs, die bei der Polizei auf junge Menschen warten. Dank des potemkinschen Dorfes Internet brauchts heute nur zwölf Anschläge in der Minute und einen belastbaren Zeigefinger, um Freund und Helfer zu werden.

Käffchen? – Bingo!

Häbbie nju Jiehr: Warum Markranstädt optimistisch nach vorn blickt

Das erste gesellschaftliche Ereignis des Jahres ist durch. Der Neujahrsempfang der Bürgermeisterin hat am Sonnabend selbst dem letzten Pessimisten noch mal richtig Mut für die kommenden zwölf Monate gemacht. Eigentlich sogar für die kommenden Wochen, aber das liegt nicht in der Hand derer, die am Samstag in der Stadthalle waren. Weil sich die MN-Spitze um den seriösen Teil der Veranstaltung kümmern musste, haben sich für die satirische Abbildung des Events zwei Volkskorrespondentinnen unter die Leute gemischt. Frauen können ja angeblich besser zuhören.

Es mögen knapp 200 Gäste gewesen sein, die beim Neujahrsempfang in der Stadthalle am Samstagvormittag mehr Unterhaltung zu finden hofften als im linientreuen Frühstücksfernsehen. Und sie wurden nicht enttäuscht.

Die Bürgermeisterin war gleich 36 mal anwesend. Einmal leibhaftig und dann noch 35 mal in einem persönlichen Fotoalbum, das unter dem Arbeitstitel „Jahresrückblick 2022“ den bisher von ihrer Bornaer Amtskollegin Simone Lüdtke gehaltenen Rekord von 16 Fotos in einem Heft regelrecht pulverisiert hat.

Wer sich die Stuhlreihen etwas genauer ansah, musste aber feststellen, dass da aus dem politischen Spektrum der Stadt nur noch der Volkssturm anwesend war. Gerade mal eine handvoll Stadträte hatte sich in die Halle verirrt. Die Farben der CDU, SPD und Grünen fehlten fast komplett. Was war da los?

Das Event vor dem Event

Wortfetzen aus den am Rande des Saales tuschelnden Selbsthilfegruppen ließen ahnen, dass sich die Fraktionen gerade auf ein viel bedeutenderes Event vorbereiten als auf einen so alljährlichen Neujahrsempfang. Am Montag soll ein Gipfeltreffen zwischen missverstandener Bürgermeisterin, regulierendem Landrat und kalt gestellten Stadträten unter Vermittlung eines ansässigen Priesters stattfinden. Voodoo im MGH.

Mit Schwung ins Neue Jahr: Am Montag soll Landrat Graichen (l.) schon wieder in Markranstädt gastieren.

Mit Schwung ins Neue Jahr: Am Montag soll Landrat Graichen (l.) schon wieder in Markranstädt gastieren.

In einer der gesprächstherapeutischen Gruppen am Rande des Neujahrsempfangs wurde derweil schon gewettet, dass die Parlamentäre beim montäglichen Gipfel keine Chance hätten und von der Bürgermeisterin nach maximal 30 Minuten einzeln über den Tisch gezogen würden.

Einzig eine geronte MN-Volontärin hielt dagegen und setzte das gesamte Barvermögen der Nachtschichten darauf, dass die Verhandlungspartner nicht über den Tisch gezogen werden, sondern binnen 15 Minuten freiwillig und ganz von allein drüber rutschen. Wir werden sehen, was der Dienstag bringt und ob die Reibungshitze auf der Tischplatte entgegen bisheriger Gepflogenheiten mal nicht als angenehme Nestwärme empfunden wird.

Das Thema hinter dem Thema

Erschwerend kommt ein weiteres Gerücht hinzu, das am Samstagvormittag in der Stadthalle ebenfalls die Runde machte. Es gibt wohl mal wieder arbeitsrechtliche Raufhändel im Rathaus. Angeblich hat es nach Deckoffizieren auf der Kommandobrücke und einigen mittleren Dienstgraden jetzt sogar einen einfachen Matrosen (m/w/d) aus dem Maschinenraum erwischt, der nach dem Kielholen unter der Woche noch nicht wieder aufgetaucht ist.

Da wollte man aus den Melodien des Musikschulorchesters fast schon die Akkorde von „Ich hatt’ einen Kameraden“ heraushören.

Hatte nach langer Suche dann doch einen CDU-Stadtrat gefunden: Oberfeldarzt Jens Spiske im Gespräch mit Matthias Prautzsch.

Hatte nach langer Suche dann doch einen CDU-Stadtrat gefunden: Oberfeldarzt Jens Spiske im Gespräch mit Matthias Prautzsch.

Mitten in diese undurchsichtige Lage an den kommunalpolitischen Frontlinien brach sich dann plötzlich sowas wie Militärpräsenz in der Stadthalle Bahn. Die Bundeswehr war angerückt! In einer schmeichelhaft taillierten Uniformtrikotage über dem streng geschnürten Korsett zog Oberfeldarzt J.R. Spiske auch rein optisch die Aufmerksamkeit auf sich.

„Ich bin heute gekommen, um ihnen mitzuteilen …“ Weil der Rest im Tumult untergegangen ist, vervollständigte er den Satz später gegenüber der MN-Korrespondentin: „… um für Ordnung zu sorgen und eine Monarchie zu errichten“.

Keine zehn Minuten und fünf Gespräche später war Spiskes Einsatzbefehl allerdings schon wieder ein Fall für den Schredder. „In Sachen Monarchie sind offnbar bereits vollendete Tatsachen geschaffen worden“, habe er feststellen müssen, steckte sein Spritzbesteck wieder ins Halfter und griff statt dessen sichtlich erheitert zu Sektglas und Häppchen. „Stößchen! Auf Markranstädt.“

Aber auch im offiziellen Teil des Empfangs war die Stimmung von ausnahmslos positiven Emotionen geprägt. Jede Menge Ehrennadeln wurden an die Kameraden der Feuerwehr verteilt. Mit Blick auf den kommenden 5-Jahr-Plan und die Zinsen eine kluge Investition in die Zukunft. Außerdem wurden vier Bürgerpreise verliehen und die zwei zuletzt ernannten Ehrenbürger durften sich gleich hinter Roberto Blanco ins Goldene Buch der Stadt eintragen.

Sekt im Glas und Wasser in den Augen: Frank Stierke (4.v.l.) erhielt den Bürgerpreis und feierte mit Laudator Eddy Donath und seinen Stammtischlern.

Sekt im Glas und Wasser in den Augen: Frank Stierke (4.v.l.) erhielt den Bürgerpreis und feierte mit Laudator Eddy Donath und seinen Stammtischlern.

Ein Vormittag, an dem stadtgeschichtliche Meilensteine in den Markranstädter Mutterboden gesetzt wurden. Von diesem Optimismus ließen sich sogar einfache Bürger anstacheln und brachten nach dem dritten Glas Sekt Visionen hervor, die bislang noch niemand auf dem Schirm hatte. Zum Beispiel das Stadtbad so zu lassen wie es ist und bei der nächsten Kältewelle als Eishockey-Stadion zu nutzen.

Mit dem Neujahrsempfang ist es wie beim Gottesdienst in der Kirche: Man muss nicht gläubig sein, um am Ende was mit nach Hause zu nehmen. Leider gibt’s das weltliche Ereignis nur einmal im Jahr.

So friedlich: Das war Silvester in Markranstädt

Markranstädt hat das neue Jahr begrüßt und dabei eindrucksvoll gezeigt, was zwischen Floßgraben und Zschampert von 2023 erwartet wird. Traditionell werden in der Silvesternacht Zeichen gesetzt, um seine Wünsche zum Jahreswechsel symbolisch darzustellen. Früher wurden in der Hoffnung auf Highlights leuchtende Raketen gezündet und man hat sich gegenseitig alles Gute gewünscht. Heute wird gebombt, dass sich die Fensterscheiben biegen und der zurückbleibende Müll ist der tief empfundene Ausdruck dessen, was das Bürgertum meint, wenn es sich über mangelnde Ordnung und Sauberkeit im Stadtbild aufregt.

Der Jahreswechsel stand in Markranstädt ganz im Zeichen des Ukraine-Krieges. Mit der Spezialoperation „Silvester“ bereiteten sich die örtlichen Rebellenmilizen in geradezu gespenstisch realistischer Atmosphäre auf den bevorstehenden Einmarsch der Russen vor.

Das Kampfgeschehen konzentrierte sich dabei auf das Territorium der Leipziger Straße zwischen Hordisstraße und der Kreuzung Zwenkauer Straße. Bereits vor Mitternacht rüsteten sich erste Partisanenverbände von der Pestalozzi-Militärakademie für einen Häuserkampf.

Kurz nach Mitternacht war der gesamte Kreuzungsbereich vermint und die gegnerischen Linien von der Nachschubversorgung abgeschnitten. Auch Flüchtlinge kamen nicht mehr raus.

Kurz nach Mitternacht war der gesamte Kreuzungsbereich vermint und die gegnerischen Linien von der Nachschubversorgung abgeschnitten. Auch Flüchtlinge kamen nicht mehr raus.

Unter dem Eindruck ohrenbetäubender Detonationen von Sprengkörpern, die Medienberichten zufolge vom NATO-Partner Polen für die Verteidigung der Frontstadt Markranstädt bereitgestellt wurden, kam es hier zu teilweise erbitterten Auseinandersetzungen.

Knaller mit Knaller vergolten

Ehrenvoll: Damit die Kameraden der Feuerwehr nicht mit ihren Familien feiern mussten, wurde dafür gesorgt, dass sie sich an der Verteidigung ihrer Heimatstadt beteiligen konnten.

Ehrenvoll: Damit die Kameraden der Feuerwehr nicht mit ihren Familien feiern mussten, wurde dafür gesorgt, dass sie sich an der Verteidigung ihrer Heimatstadt beteiligen konnten.

In ihrer Verzweiflung setzten die Bewohner einer Hausgemeinschaft zwischenzeitlich sogar Boden-Luft-Raketen als ballistische Flugkörper ein, um in die Reihen der vor dem Alten Ratsgut in Stellung gegangenen Milizen empfindliche Lücken zu schießen.

Die dramatischen Appelle an die Einhaltung der Genfer Konvention („Ihr Ratten, ich schieße euch die Eier ab!“ oder „Das wars, ihr Wichser, jetzt seid ihr fällig!“) verhallten allerdings ungehört.

Brückenkopf an der Leipziger Straße wendet das Kriegsgeschehen

Kurz nach Mitternacht war es der Söldnergruppe „Hordisstraße“ allerdings gelungen, auf das gegenüberliegende Ufer der Leipziger Straße überzusetzen und in Teile der Schulstraße vorzudringen.

Eilig zusammengeschobene Papp-Lafetten wurden entzündet, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr zu testen. Die Zivilisten in den umliegenden Schutzräumen hofften derweil auf das Ausrücken schwerer Räumtechnik mit integrierter Zimmer-Flak.

Eilig zusammengeschobene Papp-Lafetten wurden entzündet, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr zu testen. Die Zivilisten in den umliegenden Schutzräumen hofften derweil auf das Ausrücken schwerer Räumtechnik mit integrierter Zimmer-Flak.

Durch eilig errichtete Straßensperren wurden zudem die zwischen Volkshaus und Marktarkaden stationierten Verbände von der Versorgung mit Nachschub abgeschnitten. Der Bereich an der Kreuzung Hordisstraße war zeitweise komplett vermint. Ganze Konvois privater PKW stauten sich in beiden Richtungen vor den eilig in Brand gesetzten Feuerfontänen.

Straßensperren mit Feuerbarrieren machten sowohl die Nachschubversorgung als auch die Flucht von Zivilisten unmöglich. Zum Markranstädter Volkssturm zählten sogar Kleinkinder, die wegen der ohrenbetäubenden Detonationen mit Kopfhörern in den Funkenhagel geschickt wurden.

Straßensperren mit Feuerbarrieren machten sowohl die Nachschubversorgung als auch die Flucht von Zivilisten unmöglich. Zum Markranstädter Volkssturm zählten sogar Kleinkinder, die wegen der ohrenbetäubenden Detonationen mit Kopfhörern in den Funkenhagel geschickt wurden.

Damit sich auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr an den Kampfhandlungen beteiligen konnten, wurden gegen 1 Uhr am Alten Ratsgut hastig ein paar ausgediente Lafetten zusammengeschoben und in Brand gesetzt.

Nachdem ein aus dem ländlichen Kampfgebiet kommender Rettungswagen den Flammen gerade noch so entkommen konnte, alarmierte der Pilot eines privaten Aufklärungsfahrzeuges schließlich die in der Parkstraße lauernden Kameraden der FFW.

Und man konnte ihnen den Stolz regelrecht ansehen, dass sie an einem so denkwürdigen Abend nicht zu Hause bei ihren Familien und Freunden sitzen mussten, sondern per Alarmierung zum Löschen eines Feuers einen aktiven Beitrag zum Endsieg in der Frontstadt Markranstädt beitragen durften.

Leere Lafetten, abgefeuerte Kartuschen und zurückgelassene Mörser: Der Neujahrsmorgen offenbarte die Symbole für den Wunsch nach einem friedlichen neuen Jahr.

Leere Lafetten, abgefeuerte Kartuschen und zurückgelassene Mörser: Der Neujahrsmorgen offenbarte die Symbole für den Wunsch nach einem friedlichen neuen Jahr.

Da spielte selbst die Erkenntnis keine Rolle, dass die Verursacher das Feuerchen auch selbst hätten auspinkeln können. „Leider reichten weder deren Hirn- noch Schwanzgrößen aus, diese Tat zu vollbringen“, stellten Kriegsberichterstatter unmittelbar nach dem Einsatz fest.

Gegen 3 Uhr flachten die Kämpfe schließlich ab. Wer die Spezialoperation gewonnen hat, stand allerdings auch am folgenden Neujahrsmorgen noch nicht fest. Beide Seiten haben sich in den frühen Morgenstunden fluchtartig zurückgezogen.

Die positive Seite des Krieges: Angesichts der öffentlichen Kosten für den Kampfmittelräumdienst kann sich 2023 wenigstens niemand mehr darüber aufregen, wenn das Geld nicht für ein neus Stadtbad reicht.

Die die positive Seite des Krieges: Angesichts der öffentlichen Kosten für den Kampfmittelräumdienst kann sich 2023 wenigstens niemand mehr darüber aufregen, wenn das Geld nicht für ein neus Stadtbad reicht.

Aber es gab es einen Verlierer: die Zivilbevölkerung. Sie muss wieder mal für die Kosten des Kampfmittelräumdienstes aufkommen, damit es auch in 12 Monaten wieder heißen kann: „Wir wünschen allen ein friedliches Neues Jahr“.