Markranstädter Kandidaten: Die geheimen Verhörprotokolle

Nachdem Markranstädt jahrzehntelang ein blinder Fleck auf der Berliner Landkarte war, bewerben sich diesmal gleich zwei Lallendorfer um ein Sitzkissen im Reichstagsgebäude. Weil sie von den deutschen Leitmedien konsequent ignoriert werden und nicht mal bei Florian Silbereisen auftreten dürfen, haben sich die Markranstädter Nachtschichten dazu durchgerungen, ihnen auf den Zahn zu fühlen. Naturgemäß sind wir mit unseren investigativen Fragen tief ins Sitzfleisch der Kandidaten eingedrungen und haben uns auch nicht gescheut, selbst intimste Details gnadenlos offenzulegen.

Beim Blick auf die Spitzenkandidaten hört man im Volksmund oft von einer Wahl zwischen Pest, Cholera und Ruhr. Dagegen hat’s der homo marcransis richtig gut: Er muss sich nur zwischen Soda und Gomorrhum entscheiden.

Auf der Liste stehen Heike Helbig (CDU) und Edgar Naujok (AfD). Obwohl die Markranstädter Nachtschichten über keinerlei Mittel verfügen, um Druck auf die Beiden auszuüben (belastende Dokumente liegen noch bei Merkel im Schreibtisch), haben sie sich dennoch einem Verhör gestellt.

Allein dafür sollte es schon drei Bonus-Stimmen pro 80 Millionen Einwohner geben. Aber sowas sieht das deutsche Wahlrecht leider nicht vor. Bleibt uns also nur, die Verhörprotokolle auf MN-Leaks zu veröffentlichen. Bitteschön:


Vor den Wahlen wird von den Kandidaten immer erwartet, dass sie zu Themen Position beziehen. Zu welchem Thema haben Sie keinen Standpunkt?

Helbig: Ich bin eine Frau, da habe ich zu allem einen Standpunkt und meist sogar das letzte Wort – zumindest bei meinem Mann.

Naujok: Ja also …. hmm … Kein Standpunkt zum Standpunkt.

Hartz IV ist nach Peter Hartz benannt, die Riester-Rente nach Walter Riester, die Rürup-Rente nach Bert Rürup. Welche gesellschaftliche Errungenschaft soll nach Ihnen benannt werden, falls Sie den Sprung nach Berlin schaffen?

Helbig: Die drei genannten Projekte haben aus heutiger Sicht nicht überzeugt. Deshalb verzichte ich gern auf eine persönliche Namensgebung.

Naujok: Der Digital Guru!

Eine Umgehungsstraße für Markranstädt steht im Bundesverkehrswegeplan festgeschrieben. Auch deshalb, weil sich fast alle Parteien irgendwann schon mal dazu bekannt haben. Passiert ist allerdings nichts, was also heißt, dass die Stadtverwaltung die in Berlin gefassten Beschlüsse einfach ignoriert. Wie wollen Sie als Bundestagsabgeordneter das Rathaus auf Trab bringen?

Helbig: Ich habe das Gefühl, alle sind damit zufrieden, dass die Umgehungsstraße im Bundesverkehrswegeplan steht. Ich nicht. Wenn ich auf die deutschen Planungs- und Realisierungszeiten schaue, kommt die Straße nicht in den nächsten 10 Jahren. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass der überregionale Schwerlastverkehr schneller aus Markranstädt verschwindet und zwar dorthin, wo er hingehört – auf die Autobahn.

Naujok: Ich würde alle zum Abendessen einladen und ein Brainstorming veranstalten.

Selbst für Hinterbänkler fällt im Bundestag immer irgendein Posten ab. Die meisten sind dann Bundespolitische Sprecher für irgendwas oder Parlamentarische Staatssekretäre für irgendwas. Auf welchen Posten sind Sie scharf?

Helbig: Ich bin auf keinen Posten scharf. Als Bundestagsabgeordnete habe ich die Möglichkeit auf ehrenamtliche Posten in Markranstädt, deren Türen für mich derzeit versperrt sind. Die Gelegenheit will ich nutzen.

Naujok: Als Sprecher für mehr Volksentscheide.

Sie sitzen in der Bundestagskantine und trinken aus Versehen aus der Tasse von Gregor Gysi – oder ziehen meinetwegen an dessen Joint. Was tun Sie, nachdem Sie das bemerkt haben?

Helbig: Einfach weitertrinken. Ignorieren der Tatsachen funktioniert in der Politik fast immer.

Naujok: UPS und dezent zurück stellen.

Jetzt mal eine Frage ganz im Ernst. Deutschland hat bewiesen, dass es für die Bewältigung von Krisen sehr schlecht aufgestellt ist. Es fehlt an Machern und Entscheidern. Also Butter bei die Fische: Wie wollen Sie gewährleisten, dass es bei der nächsten Corona-Welle genug Klopapier gibt?

Helbig: Ich schenke jeden einen Schwamm, das hat sich schon im Römischen Reich zum „Allerwertesten abwischen“ bewährt. Ist dann sogar noch nachhaltig und spart CO2, also auch etwas für Klimaaktivisten.

Naujok: Ich würde zur PWA fahren und vorab bunkern.

Bekanntlich soll das Buchstabieralphabet mit seinen männerlastig-verstaubten Namen durch Ortschaftsnamen getauscht werden. Das wäre doch eine Chance, Markranstädter Ortschaften touristisch bekannter zu machen. Zum Beispiel D wie Drohnz oder G wie Gulgs. Allerdings reichen unsere 17 Ortschaften nicht für alle 26 Buchstaben. Was fällt Ihnen – sagen wir mal – zum Buchstaben L ein?

Helbig: Lehne, da muss ich gar nicht lange überlegen.

Naujok: Linda.

Unterbreiten Sie ein diplomatisches Angebot, wenn Sie statt A für Albersdorf den berühmteren Ortsteil Altranstädt ins Alphabet aufnehmen. Schließlich soll ja der Friede nicht nur dort gesichert bleiben.

Helbig: Eigentlich bedarf es das gar nicht. Altranstädt ist ja auch bekannt als Ne…dorf. Aber wir wollen ja politisch korrekt bleiben und auf das N-Wort verzichten. Dann muss eben ein Kompromiss her: Alle Monate mit dem rollenden Buchstaben „R“ gehören Altranstädt, alle ohne, Albersdorf. Das sind zwar nur 4 Monate für Albersdorf, aber immerhin die 4 Wonnemonate im Jahr.

Naujok: Wir machen ein schönes Volksfest mit einem Wettbewerb, wie beispielsweise Seilziehen.

Die Ära Angela Merkel geht nach 16 Jahren zu Ende, Sie sitzen im Bundestag und der entscheidet mehrheitlich (an dieser Stelle können Sie sich raussuchen, ob mit oder ohne ihre Stimme), dass ihr ein Denkmal errichtet werden soll. Sie gehören der Kommission an (das können Sie sich jetzt nicht mehr raussuchen), die darüber entscheiden soll, wo es errichtet wird und was draufstehen soll. Beschreiben Sie uns Ihren Entwurf.

Helbig: Hervorragend, mit Denkmalen kennen wir uns in Markranstädt aus. Unsere Entwürfe sind kontrovers und sorgen für ausreichend Diskussionsstoff, auch Jahre später noch. Auf jeden Fall ist das Denkmal aus Metall und eine abstrakte Darstellung der Merkel-Raute, die viel Raum für Interpretationen lässt.

Naujok: Am besten im Keller. Mit der Aufschrift „Ich habe es nicht geschafft!“

Sie merken schon, ziemlich anspruchsvolle Fragen für jemanden, der eigentlich nur in den Bundestag will. Beenden wir das Verhör also mit einem Angebot zur Güte: Welche Frage wollten Sie schon immer mal gestellt bekommen?

Helbig: Ich würde lieber Euch eine Frage stellen. Was nehmt Ihr zu Euch, dass Ihr immer wieder so kreative Fragen ausbrütet? Von dem Potential würde ich auch gern profitieren.

Naujok: Wann geht es mal wieder in den Urlaub?


Wichtige Hinweise:

Beide Kandidaten waren bei der Vernehmung mindestens 18 Jahre alt. Zur Erlangung der Aussagen wurden keinerlei sexuelle Handlungen vorgenommen. Alle Auskünfte wurden freiwillig erteilt und deren Herbeiführung erfolgte auf Grundlage sowie unter Einhaltung der Menschenrechts-Charta der Vereinten Nationen. Die Gesichter beider Befragten sahen schon vorher so aus, insofern sind eventuelle Unterschiede zu den Wahlplakaten nicht auf die Anwendung von Folter oder andere Folgen der Gesprächsgestaltung zurückzuführen.

Kapitulation vor kopulierenden Koalitionen

Die Meldung hat eingeschlagen wie eine Bombe. „Merkel bleibt“ titelt das in Berlin erscheinende Leitmedium „Eulenspiegel“. Da waren unsere investigativen Fragen an die beiden Markranstädter Kandidaten zur Bundestagswahl allerdings schon raus. Sie haben sie trotzdem beantwortet und die MN-Leser dürfen sich schon mal auf einen Hochgenuss politischer Realsatire freuen, mit dem wir den homo marcransis am Wochenende zu erfreuen gedenken. Leider scheint das der einzige Höhepunkt in den Kampfwochen um den Endsieg in der Schlacht um Berlin zu sein.

Man muss ja diesmal mit allem rechnen. Sogar mit der SPD. Also … über der 5-Prozent-Hürde natürlich. Und wie immer spielen die Medien fleißig mit.

Die scheint gar nicht zu interessieren, ob eine Partei gewinnt und wenn ja, welche. Überall geht’s nur noch um die Koalitionsfrage. Je t’aime – wer mit wem? Ganz unterschwellig wird ins Hirn des Wählers damit schon ein Wahlergebnis gepflanzt. Egal welche Partei wir wählen, am Ende kommt eine Koalition bei rum.

Da wird so viel über Reformen geseiert: Wahlalter mit 12, Stimmvollmachten für Demenzbetreuer in Altersheimen, Verteilung ungültiger Stimmen auf Grüne und FDP und so weiter. Aber an das, was angesichts der Entwicklung am ehrlichsten wäre, daran wagt sich niemand. Warum lassen sie uns nicht gleich eine Koalition wählen, wenn am Ende sowieso eine Koalition rauskommt?

Bunte Hunde

Da steht dann halt auf dem Wahlzettel alles von Rot-Rot über Rot-Gelb-Grün bis Schwarz-Blau-Gelb-Rot-Grün und für die Diversen halt auch in Abstufungen wie Orange-Rosa-Pink-Lila. Die Kombinationen sind begrenzt, die Wahlzettel werden kleiner, das spart Papier.

Auch müssten wir nicht wochenlang die feisten Gesichter ertragen, die uns von den Laternenpfählen droben blutleer anstarren. Nicht mal in der Kirche erfüllen sich in derart Gleichnisse gehüllte Verheißungen.

Statt dessen hätten wir dann bunte Plakate wohin das Augenlicht reicht.

Okay, das hatten wir ja erst kürzlich und es hat auch nur nichts gebracht. Die regenbogenfarbenen Strumpfbänder waren unseren Fußballern bei der EM wichtiger als das sportliche Ziel. Das haben wir nun davon. Allerdings war das nicht der einzige Grund für das klägliche Scheitern der Fritz-Walter-Enkel.

Die wissen nämlich gar nicht mehr, für wen sie spielen. Nix Nationalmannschaft, weil darin der Begriff National vorkommt. Seit ein paar Jahren sind wir deshalb nur noch Die Mannschaft. Wessen auch immer. Und sowas hat Folgen.

Mannschaft ohne Nation

Das Spiel der Deutschen gegen die Ungarn war bezeichnend. Nach dem 2:2 waren die Magyaren raus und Die Mannschaft weiter. Aber während die erfolgreiche Die Mannschaft schnurstracks in die Kabine ging und Selfies mit ihren regenbogenfarbenen Strumpfhaltern in die Welt schickte, sind die ausgeschiedenen Ungarn vor ihre Fankurve gelaufen und haben mit der Hand auf dem Herzen, ohne Aufforderung und ohne Orchester, gemeinsam die Nationalhymne intoniert. Kehr’n wir als Sieeeger heim, schnedderedeng!

Die Ungarn wussten, für wen sie verloren haben. Für wen Die Mannschaft weitergekommen ist, steht weder auf deren Bus noch auf den Strumpfhaltern. Wahrscheinlich war’s für den Regenbogen.

Genauso wie mit Die Mannschaft könnte es sich mit Das Volk verhalten. Für welches Gebilde wählt das eigentlich den Bundestag?

Volk ohne Nation

Für die hier lebenden Indianervölker, wegen denen sich Kinder zum Fasching nicht mehr verkleiden dürfen? Für den Berliner Unternehmer, der sein Eiscafé „Eiskimo“ nannte, sich damit den Zorn der in Brandenburg siedelnden Inuit zuzog und deshalb nochmal 20.000 Euro für die Umbenennung seines Ladens in die Hand nehmen musste? Für den Neger, der jahrzehntelang ohne es zu wissen durch die Mohrenstraße gelaufen ist und erst durch einen Weißen / eine Weißin erfuhr, wie erniedrigt er sich dadurch fühlt?

Gut möglich, dass sich das auch dadurch nicht ändern würde, wenn wir statt Parteien gleich Koalitionen wählen. Wenn die eh alle so gleich ticken, dass sie miteinander ins Bett gehen, ist das – biologisch gesehen – Inzest.

Politischer Inzest, hätte der alte Darwin gesagt. Da wäre der Tag dann nicht mehr fern, an dem gewählte Koalitionen miteinander koalieren. Eigentlich ist das wie ewiger Durchfall, kein Ende in Sicht.

Der Unterschied, der uns die Wahl wirklich zur Qual werden lässt, liegt nicht in dem, was die Parteien sagen, sondern allein darin, was sie nicht sagen. Oder haben Sie schon mal von einer Partei gehört, die sich für die Rechte unterdrückter Rufnummern einsetzt? Na also!

Wort für(s) Wort

Wenn Gott keinen Spaß verstehen würde, hätte er die Satiriker bei seiner Schöpfung einfach weglassen können. Hat er aber nicht. Und also hat er Humor. Sein Sprecher, den er hier unten in Markranstädt beschäftigt, hat auch eine Ader für ebenso scharf- wie feinsinnige Gleichnisse. Ist es ein Steilpass für die Greta-Generation, den Pfarrer Zemmrich im neuen geMEINdeBRIEF schlägt und wen hatte er vor Augen, als er über mangelndes Vertrauen aus Angst vor Machtverlust schrieb? Mal sehen, ob Sie die Antwort finden. 

„Kinder an die Macht“ textete Herbert Grönemeyer in seinem Song 1985. Er griff damit eine biblische Botschaft auf. Entscheidend für den Weg unserer Welt. Jesus stellt nicht nur diese Machtfrage. Sondern er geht weiter: „Ich versichere euch: Wer sich Gottes Reich nicht wie ein Kind schenken lässt, der wird ganz sicher nicht hineinkommen.“

Die vom Evangelisten Markus geschilderte Szene ist rasch verständlich. Nach einem langen Arbeitstag stellen sich die Jünger schützend vor Jesus. Der Meister braucht eine Pause. Die Frauen, die da am Ende des Tages auch noch ihre Kinder zu Jesus bringen, damit er sie segnet – wie nervig.

Aber Jesus widerspricht seinen Jüngern. Denn: Für Kinder sollte immer Zeit sein.

Schon das ist – wir wissen es – eine Herausforderung. Aber die Szene greift tiefer. Jesus stellt die Welt auf den Kopf.

Er sagt: Lernt von den Kindern. Was? Im Gegenteil dazu fragen wir uns doch: Was können, müssen, sollen Kinder von uns oder in unserem Auftrag lernen?

Und da fällt uns vieles ein: Das Einmaleins, das Schreiben, Gedichte, die Zehn Gebote, Englisch, Tanzen, Meditieren und den Umgang mit dem Internet. Sport und Sozialverhalten auch. Wir leben unter dem Druck, unsere Kinder fit zu machen für unsere Welt. Weil wir wissen, was da gefordert wird, wenn man vorankommen will.

Aber: Ist unsere Welt fit für unsere Kinder? Unsere Welt des Leistens, des Verbrauchens und der Konkurrenz? Was fehlt uns Erwachsenen, was Kinder haben, damit unsere Welt fit wird für die, die nach uns kommen? Jesus hat dazu eine klare Meinung: Die Art der Kinder, mit der Welt umzugehen, öffnet die Türen zum Reich Gottes.

Was ist die Art der Kinder? Kinder zweifeln nicht an der Beziehung, aus der sie leben. Kein Kind kann leben mit dem Misstrauen: Meinen es meine Eltern gut mit mir? Und wenn es so zweifeln müsste, wird es krank. Jesus sagt: Seid wie die Kinder überzeugt: Gott ist vertrauenswürdig.

Kinder wissen: Wenn ich etwas getan habe, was verkehrt war, dann bin ich sicher: Die, die mich lieben, werden es von Herzen gern vergessen, nachdem es angesprochen, in Ordnung gebracht wurde.

Jesus sagt: Das Reich Gottes ist für die da, die umkehren von dem, was verkehrt ist. Und wissen: Wenn ich etwas neu oder wieder gut mache, dann lässt Gott mich neu mit ihm beginnen. Kinder bringen diese Botschaften in unsere oft verkehrte Welt, in der man lernt und erfährt: Ja nicht vertrauen! Sich ja nicht korrigieren! Aus Angst. Vor Machtverlust.

Wenn wir jetzt allen Grund haben, über unser Verhalten auf dieser Welt nachzudenken, bleibt der Hinweis zur Öffnung des Reiches Gottes wichtig.

Unsere Art, welche Türen wir wie öffnen, ist korrekturbedürftig. Und: Es geht auch anders.

 

 

 

 

OpenAir Seebenisch: Trotz Maskenball besser als Wacken 2021

Das war mal eine Hausnummer! Das Seebenischer OpenAir hat in diesem Jahr sogar erstmals seine große Schwester aus Wacken getoppt. Über 1500 Fans waren zur 25. Auflage an die Berggrube gepilgert, um mit KARAT die unangefochtene Nummer eins der noch aktuellen Ostrock-Bands zu feiern. Neben reichlich Stoff für die satirisch geprägte Berichterstattung fielen allerdings auch ein paar melancholische Akkorde des Abschieds ab. Aber der Reihe nach.

Noch am Vorabend verriet ein Blick in die Gesichter der OpenAir-Macher vom Kultur- und Faschingsverein Seebenisch alles andere als optimistische Feierstimmung.

Dauerregen, technische Probleme mit der Bühne, Sorgen bei der Realisierung üppiger Vertragsbedingungen – unter den Sorgenfalten wollte einfach kein vorfreudiges Grinsen entstehen.

Die Bühne, sonst allen Anforderungen zwischen Electra und City gewachsen, erwies sich für die Technik einer Spitzen-Band wie Karat als nicht tragfähig. Also musste kurzfristig die Traversenkonstruktion her, die 2007 schon Manfred Manns Earth-Band zum Beben brachte. Die ist natürlich auch etwas schwerer, was dazu führte, dass der Sattelschlepper auf der Wiese im Schlamm versank.

Handarbeit im Schlamm

Zum Glück war der Weg zu Landwirt Erik Munkelt nicht weit, der mit leistungsfähiger Technik helfen konnte. Das Equipment der Band wurde dann vorsichtshalber gleich auf der Straße abgeladen und von den zu Roadies mutierten KFV-Mitgliedern auf die Bühne geschleppt. Manche Bands haben dafür extra sogenannte Runner im Gefolge. Und immer wieder der sorgenvolle Blick gen Himmel.

Ausverkauft war das Seebenischer OpenAir zwar schon immer, aber noch nie so sehr wie diesmal.

Ausverkauft war das Seebenischer OpenAir zwar schon immer, aber noch nie so sehr wie diesmal.

Speziell für Satiriker gemacht war das Hygienekonzept, das dem KFV von den Behörden auf die Hühneraugen gedrückt wurde.

Maskenball für Behörden

Auf die Wiese kam man nur mit Maske. Hatte man einen Platz vor der Bühne gefunden, durfte sie wieder abgenommen werden, bevor man sie für den Gang zu einem der Bierwagen oder anderen Versorgungsständen wieder anlegen musste, um sie dann beim Verzehr erneut abnehmen zu können, bevor sie wieder aufgesetzt werden musste, um an seinem Platz zurückzugehen, wo sie wieder abgenommen werden konnte.

Erinnerte irgendwie an das Spiel „Schraps hat den Hut verloren“. Wehe dem, der da durcheinander kommt und die Maske beim Biss in die Roster noch im Gesicht hat.

Trockener Gewitterregen

Zum Wetter: Der Himmel klarte dann exakt vier Stunden vor Beginn des Konzerts auf und lockte damit über 1500 erwartungsschwangere Fans aus den Wohnzimmern. Karat-Frontmann Claudius Dreilich beruhigte das begeisterte Publikum dann zusätzlich, indem er versprach, dass „es heute Abend nicht mehr regnen wird.“

Leiser und leiser die Töne, bis das letzte Licht im Gesang verglüht...

Leiser und leiser die Töne, bis das letzte Licht im Gesang verglüht…

Als sich Dreilichs Verheißung wie durch ein Wunder zu erfüllen drohte, wurde er sogar leichtsinnig und kündigte an: „Dann können wir das folgende Lied jetzt trotzdem spielen.“ Daraufhin erklangen die ersten Akkorde des Hits „Gewitterregen“.

Ungegendertes Liedgut

Wie fast bei jedem der Lieder an diesem Abend, stimmte das Publikum sofort ein. Deutschsprachiges Liedgut ist eben immer noch am geeignetsten für gute Stimmung. Allerdings stand das A hier für Albatros und nicht für Alte Kameraden. Und auch dass (noch) nicht eine Albatrössin das Versmaß zerstört hat, ist einfach wohltuend und kommt an.

Was*n Abend an den Klippen der Berggrube. Uns hilft kein Gott, dieses Fest zu erhalten...

Was*n Abend an den Klippen der Berggrube. Uns hilft kein Gott, dieses Fest zu erhalten…

Die grandiose Stimmung färbte auch auf jene Gäste ab, die ob der guten Versorgungslage gar nicht mehr verstanden, worüber da eigentlich so gesungen wurde.

Als Dreilich nach fast zwei Stunden meinte, dass man nun langsam zum Ende käme, lallte ein Wankelmütiger an einem der Bierstände unter seinem Barte hervor: „Ändä Alljändä“. Wenigstens die Hopfenkaltschale schien seine Erwartungen erfüllt zu haben.

Kurz vorm Finale fiel Dreilich plötzlich ein, dass noch ein Lied fehlt. „Alt wie ein Baum?“, fragte er, bevor ihm aufging, dass „das ja von den anderen ist, die es auch schon nicht mehr gibt.“ Also dann doch über die sieben Brücken. Und da kochten die Emotionen endgültig über.

Über sieben Brücken: "Komm in meine Arme, Mutti. Weißt du noch...damals?"

Über sieben Brücken: „Komm in meine Arme, Mutti. Weißt du noch?“

Hunderte Handys kreisten im Takt durch die Luft, alles sang mit, als sei es ein in der POS auswendig gelerntes Volkslied, das es noch einmal zurück in die Erinnerungen geschafft hat. Ehepaare, die schon lange nicht mehr wussten, dass sie überhaupt noch zusammen sind, lagen sich in den Armen und schaukelten sich melancholisch verklärt auch über die letzte der sieben Brücken, als habe man sich gerade kennengelernt.

Ein geiles Event! Leider mit einem offenen Ende. Gut möglich, dass dieses 25. OpenAir auch das letzte war. Sein Geburtshelfer und in 25 Jahren ermüdeter Motor Stephan Schreiber macht Schluss. Ohne den KFV-Motivationskünstler wird’s schwer, die Tradition fortzusetzen, zumal die handvoll anderer Aktiven auch schon auf die Rente zusteuern.

Mit 25 in die Rente

Am OpenAir-Standort Seebenisch war es aber auf alle Fälle die letzte Sause. Der Eigentümer braucht das Grundstück künftig dauerhaft und damit war Karats letzte Zugabe zugleich der Schlussakkord am Ufer der Berggrube. Zwar liebäugelt der KFV schon mit dem brach liegenden Sportplatz in Döhlen, aber selbst wenn das klappen würde, fehlen noch engagierte Nachwuchskräfte.

Die Zukunft des OpenAir liegt irgendwo zwischen „Manchmal schließ ich alle Türen nach mir zu“ und „Manchmal meint man, dass der Glücksstern fällt“.

Die bellenden Sieger des demografischen Wandels

Das Volk der Sachsen zeichnet sich in der Weltgeschichte dadurch aus, dass deren Gesichter immer ein Lächeln ziert. Wir lachen sogar, wenn’s gar nichts zu lachen gibt – notfalls auch über uns selbst. Der Grund dieser Lebensfreude hat evolutionäre Ursachen. Wenn es auch sonst keinen Anlass für Spaß gibt, Sex geht immer. Also: … ging immer. Schaut man aber heute mal in die Gesichter des homo marcransis, wird man eine Veränderung feststellen. Die Gesichtszüge haben sich so verhärtet, dass man deren Abdrücke sogar auf den Innenseiten weggeworfener Masken findet. Was ist da los, haben die Markranstädter keinen Sex mehr?

Um das herauszufinden, müsste man Überwachungskameras in fremden Schlafzimmern installieren.

Weil das nicht statthaft ist, hat so manch misstrauischer Zeitgeist bereits die eigene Wohnung mit Kameras verwanzt, um ganz sicher zu gehen, dass wenigstens der eigene Partner Sex hat.

Diese Skepsis des homo marcransis gegenüber dem im eigenen Haus beherbergten Gefährten ist nicht unbegründet. Sex ist inzwischen sowas von verpönt, dass es sogar Leute gibt, die im Bett den „toten Mann“ spielen, wenns in der Nachbarwohnung mal laut zugeht. Damit die Frau, von den Geräuschen inspiriert, nicht etwa auf die dumme Idee kommt, dass man vielleicht auch mal wieder…

Funktioniert in unserer digitalisierten Gesellschaft auch ganz ohne Sex: Im" Storchenshop24" kann man sich artgerechten Nachwuchs online bestellen.

Funktioniert in unserer digitalisierten Gesellschaft auch ganz ohne Sex: Im „Storchenshop24“ kann man sich artgerechten Nachwuchs online bestellen.

Wenn man über Jahre sexuell inaktiv ist, gleiches auch über die Paare im Freundeskreis weiß und selbst aus der Nachbarwohnung seit Monaten keine Kopulationsgeräusche mehr ans Ohr dringen, dann stellt sich in der Tat die Frage, warum wir in Lallendorf immer neue Kindergärten brauchen.

Statistische Logik

Ein Blick auf das offizielle Zahlenwerk aus dem Markranstädter Rathaus nährt diese Zweifel. Zwischen Floßgraben und Zschampert sind aktuell gerade mal 756 Kinder in den Krippen und Kitas angemeldet. Das heißt nicht nur, dass es in den letzten sieben Jahren gerade mal 1.512 Markranstädtern gelungen ist, erfolgreich Sex zu haben, sondern es macht unterm Strich auch nur 216 Nummern pro Jahr. Und das bei rund 15.000 Einwohnern! Die anderen 14.568 Bürger darben verhärmt vor sich hin, meckern über fehlende Kita-Plätze, werden handgreiflich oder – schlimmer noch – gehen völlig frustriert in die Politik.

Nach Adam Riese haben damit nur 1,4 Prozent der Lallendorfer Bürger wenigstens einmal in sieben Jahren Sex. Kein Wunder, dass da am Ende nur 756 Kids dabei rumkommen. Aber als ob das nicht schon schlimm genug wäre, gibt es eine weitere Zahl, die ein noch dunkleres Licht auf den Zustand unserer Gesellschaft wirft.

Den 756 Markranstädter Kindern stehen im selben Populationsgebiet sage und schreibe 1.280 angemeldete Hunde gegenüber! Okay, das muss jetzt nichts heißen. Gehen wir bei der weiteren Betrachtung der Situation ruhig davon aus, dass sich die Hunde wenigstens nur unter sich fortpflanzen.

Minderheit ohne Rechte

Aber zumindest die haben dann Spaß und so erklärt es sich auch, warum die ständig am Grinsen sind und mit den Schwänzen wedeln, während ihre Herrchen lustlos an der Leine zerren.

"Fass!" Da weiß man wenigstens, für wen das Stadtbad saniert werden soll.

„Fass!“ Da weiß man wenigstens, für wen das Stadtbad saniert werden soll.

Auch die Sache mit der Dunkelziffer ist zu vernachlässigen. In Wahrheit seien es sehr viel mehr Hunde, warnen kritische Stimmen, nur seien die eben nicht angemeldet. Das mag nicht von der Hand zu weisen sein, aber ist es beim homo marcranis denn anders?

Erhellende Dunkelziffern

Wieviele Markranstädter Männer mag es geben, die nicht die Spur einer Ahnung davon haben, wieviele Früchte ihrer Lenden hier ihr vaterloses Elend fristen? Am Ende bleibt das Missverhältnis auch unter Einbeziehung der Dunkelziffern gleich.

Und ja, es stimmt: Kinder scheißen (meist) nicht auf Fußwege und beißen unsympathische Passanten auch nicht in die Waden. Andererseits bellen sie aber auch nicht warnend, wenn sie bei 40 Grad im Auto sitzen und die Politesse ein Knöllchen unter den Scheibenwischer klemmt. Insofern ist auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis neutral.

Womit wir beim Fazit unserer Betrachtung wären. Das Finale dieser Entwicklung erwartet uns am Ende unseres Weges vom Uterus zur Urne.

Wenn das so weitergeht und wir uns nicht wenigstens einmal im Jahr zum Sex zwingen, haben wir nicht nur zu Lebzeiten keinen Spaß mehr, sondern können auch danach nur noch hören, wie statt der Tränen Hinterbliebener allein der Sabber aus den Lefzen unserer Lieblinge auf den Deckel tropft.

Blick in unsere Zukunft: Jugendweihefoto eines Markranstädter Teenagers im Jahre 2035.

Blick in unsere Zukunft: Jugendweihefoto eines Markranstädter Teenagers im Jahre 2035.

Keine schönen Aussichten. Haben Sie sich schon mal gefragt, wie groß die Überlebenschancen unserer vierbeinigen Lieblinge nach der Ära Mensch sind?

Allein an der Frage, wer ihre Kacke in die Plastetüten stopfen soll, kann die fragile Gesellschaft auf dem Planeten der Hunde zugrunde gehen. So ein kleiner Dackel kommt doch niemals auf die Hundetoilette drauf und wenn es eine ausgewachsene Dogge doch mal auf den 1,50 Meter hohen Thron schafft, dann ist der ständig mit Plastetüten verstopft.

Weil keiner mehr da ist, der die Bahre schleppt: Trauerzug zur Beisetzung des letzten Markranstädters.

Weil keiner mehr da ist, der die Bahre schleppt: Trauerzug zur Beisetzung des letzten Markranstädters.

Wir erkennen: Für das Überleben des Hundes ist es dringend geboten, dass die Spezies Mensch überlebt und sich deshalb fortpflanzen muss. Sex ist also ein wichtiger Bestandteil aktiv gelebten Tierschutzes. Oder anders gesagt: Wer nicht poppt, tötet Tiere! Also dann; Tun Sie’s … Ihrem Hund zuliebe!

Die korrekten Schatten großer Ereignisse

Die Veranstalter sind vorsichtig mit der Anpreisung ihrer Events geworden. Hinter jedem werbewirksam eingesetzten Wort könnte schließlich das Ende der eigenen wirtschaftlichen Existenz lauern, weil man einen Begriff nicht richtig gegendert oder ungewollt die Würde einer nicht vorhandenen Minderheit verletzt hat. Wenn in Deutschland große Ereignisse ihre Schatten voraus werfen dürfen, dann bestenfalls noch auf dem Röntgenbild. Damit schöne Events nicht zum Geheimtipp verkommen, gibts zum Glück noch die satirische Gemeinde, die letzte Bastion aufrechter Informationspolitik. Und die gibt Ihnen heute drei Tipps, wo und wann es sich am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben lohnt.

Sinnstiftend wurden diese Events allesamt von Firmen organisiert und nicht ohne Grund handelt es sich dabei um Unternehmen, die an die Markranstädter Nachtschichten eine Art Schutzgeld in Form von Informationen zahlen. Ein Angebot, das wir nicht ablehnen können.

Da ist zum Beispiel die Firma KSM von Mike „Schäre“ Schärschmidt. Wie berichtet, hat der Markranstädter Top-Sanitärer bei der Feier zum 45. Betriebsjubiläum 6.000 Euro für die Flutopfer an der Ahr generiert. Zum Vergleich: Am gleichen Tag kam bei einem Golf-Turnier der Reichen am Cospudener See für die Deutsche Krebshilfe grade mal ein lächerlicher Tausender zusammen.

Helfen mit Herz

Aber die sechs Mille reichen Schäre nicht. „Da ist mehr drin“, meint er und hat eine deutschlandweite Aktion zum Aufbau West gestartet. Wir schließen uns der Aktion an und hoffen auch auf rege Beteiligung der MN-Leser. Es ist an der Zeit, unseren Landsleuten in der Westzone unter die Arme zu greifen.

Aufruf zur KSM-Spendenaktion, der inzwischen deutschlandweit Verbreitung findet.

Aufruf zur KSM-Spendenaktion, der inzwischen deutschlandweit Verbreitung findet.

Seit der 62-er Sturmflut in Hamburg leben unsere Brüder und Schwestern drüben quasi hinter dem Mond. Die wissen seit fast 60 Jahren gar nicht mehr, was eine Flutkatastrophe ist und seit Helmut Schmidt im Jenseits raucht, sind die da drüben den Wassermassen komplett hilflos ausgesetzt.

Also: Wenn jeder wahrhaft Deutsche nur einen Euro spendet, kommen da ruck-zuck 17 Millionen zusammen. Lasst uns zeigen, dass wir Solidarität können!

Wer für die Flutopfer gespendet hat, kann sich dann reinen Herzens auf das nächste Event freuen. Und das wird eine ganz große Nummer! Eigentlich sollte die 18. Deutschlandfahrt für historische Nutzfahrzeuge in diesem Jahr nach Paris führen. Aber da sind wir wieder bei der Political Correctness.

Oldtimer in Frankenheim

Wir alle wissen aus der Historie, wie die letzte Deutschlandfahrt nach Paris ausgegangen ist. Obwohl da nach heutigen Gesichtspunkten die Crème de la Crème historischer Nutzfahrzeuge dabei war und für die Festrede sogar ein Schirmherr mit Führerschein gewonnen werden konnte, war das kein Ruhmesblatt in der deutschen Automobilgeschichte.

Andreas und Max Frank nehmen auf diesem H 6 an der Deutschlandtour teil.

Andreas und Max Frank nehmen auf diesem H 6 an der Deutschlandtour teil.

Kurz und gut: Bevor die Sache wieder aus dem Ruder läuft, hat man sich unter dem Vorwand der Corona-Beschränkungen für Klein-Paris als Etappenziel der Rundfahrt entschieden. Und so werden am 1. September sage und schreibe 86 Oldtimer-Nutzfahrzeuge in Leipzig eintreffen. Genauer gesagt, beim sächsischen Traditionsunternehmen Frank Fahrzeugbau im Gewerbegebiet Frankenheim.

Mit diesem B 1000 samt Frank-Anhänger geht Senior-Chef Klaus Frank auf Deutschland-Tour.

Mit diesem B 1000 samt Frank-Anhänger geht Senior-Chef Klaus Frank auf Deutschland-Tour.

Oldtimer-Fans und interessierte Besucher sollten sich deshalb schon mal die Zeit zwischen 16 und 18 Uhr ganz dick im Kalender anstreichen, um das einmalige PS-Spektakel mit ehrlichen Dieselmotoren ohne Software-Doping auf dem Werksgelände von Frank Fahrzeugbau live erleben zu können.

Ein weiteres Live-Erlebnis der besonderen Art wartet auf das Markranstädter Publikum nur wenige Tage später. Am 10. September, einem Freitag, steigt im Ranstädter Eck ein Konzert mit dem Sänger und Songschreiber Stefan Saffer. Ein unbedingtes Muss für Fans des American Folk, der Country-Musik und des Blues.

Live-Konzert im Eck

Ab 19 Uhr öffnet Gastwirt Peter Thieme die Saloon-Tür zum Ranstädter Eck. Will heißen: Eine Stunde Zeit zum gepflegten Vorglühen, bevor Saffer ab 20 Uhr in die Saiten greift. Als Solist freilich, weil es ein „Solo-Acoustic-Concert“ ist. Seine Band, mit der er sein jüngstes Album „German Babylon“ aufgenommen hat und in der mit Koma Kschentz der Sohn des legendären Renft-Saxophonisten Pjotr Kschentz („Liebeslied“) an den Drums sitzt, braucht er dabei nicht.

Ein Ohrenschmaus für Fans rockiger Folk-Music: Stefan Schaffer tritt im Ranstädter Eck auf.

Ein Ohrenschmaus für Fans rockiger Folk-Music: Stefan Schaffer tritt im Ranstädter Eck auf.

Für Peter Thieme kommt Saffer gerade richtig, um den gastronomischen Aufschwung des „Ranstädter Eck“ noch einmal zu befeuern. Die Markranstädter Gastronomie scheint sich nach der Corona-Pause in einem Umbruch zu befinden. Über einige Lokalitäten hört man zumindest lautere Kritiken als hymnische Loblieder. Abseits der Preis- und Service-Diskussionen an anderen Orten punktet das Eck mit einem neuen Freisitz und stabilem Preis-Leistungsverhältnis.

Ein Live-Konzert als persönliches Testerlebnis – warum nicht? Zumal Stefan Saffer sein künstlerisches Tun selbstbewusst als Indie-Rock bezeichnen darf, ohne den Zorn einer indigenen Minderheit auf sich zu ziehen. Das nächste Indianerdorf ist weit entfernt.