Vollstreckung an der Urne: Markranstädter Gerichtsvollzieher treibt Wählerstimmen ein

Meist sind es die Frauen, die sich darüber ärgern, wenn ein Mann sehr früh kommt. Im vorliegenden Fall ist es allerdings wohl weniger die Ehefrau, die damit Probleme haben könnte. Das frühe Outing von Matthias Hanke dürfte eher bei Nadine Stitterich für Unruhe sorgen. Der Markranstädter Gerichtsvollzieher hat am Donnerstag öffentlich seinen Hut in den Ring geworfen. Damit ist der eigentlich erst für 2027 angesetzte Wahlkampf um den Thron des Bürgermeisters  eröffnet!

Zumindest damit hat er der Amtsinhaberin und möglichen anderen Bewerbern um das Bürgermeisteramt in Markranstädt schon sehr viel voraus: Mit dem Verhalten auf sinkenden Schiffen hat Matthias Hanke einschlägige Erfahrungen.

Er gehört zu den Menschen, die sich am 13. Januar 2012 vor der Mittelmeerinsel Giglio auf dem gekenterten Kreuzfahrtschiff Costa Concordia befanden.

Das ist schon mal die erste Kompetenz, die man von einem Stadtoberhaupt von Markranstädt erwartet. Denn wer das überlebt hat, so viel ist sicher, der schafft’s auch in Lallendorf.

Wer das überlebt hat, schafft’s auch in Lallendorf

Jetzt also, 14 Jahre später, begibt sich der 52-Jährige wieder in Lebensgefahr. Diesmal ganz freiwillig. Wie beiläufig, am Ende einer wirklich unterhaltsamen Geschichte, lässt er in der Lokalgazette wissen, dass er als unabhängiger Kandidat bei der kommenden Bürgermeisterwahl antreten will.

In der freien Wirtschaft würde man das eine "Initiativbewerbung" nennen. Zwar haben es die Spatzen schon lange von den Dächern gepfiffen, aber für Markranstädter Verhältnisse geschah diese Offenbarung ungewöhnlich früh.

In der freien Wirtschaft würde man das eine „Initiativbewerbung“ nennen. Zwar haben es die Spatzen schon lange von den Dächern gepfiffen, aber für Markranstädter Verhältnisse geschah diese Offenbarung ungewöhnlich früh.

Der Unterschied zur Costa Concordia: Kapitän Francesco Schettino ist damals als erster von Bord gegangen. Freiwillig sogar.

Auf so viel verständnisvolles Entgegenkommen sollte Hanke auf der Kommandobrücke des Markranstädter Rathauses nicht hoffen. Gegen die Sesshaftigkeit der Bürgermeisterin sind festgeklebte Kimaaktivisten mobile Rotationsbürger.

„Kapitän auf Brücke!“

Die Kandidatur wird auch in anderen politischen Interessengruppen für Unruhe sorgen. Bisher wurde in Markranstädt die Strategie verfolgt, einen Bewerber so spät wie möglich ins Rennen zu schicken. Da bleibt der Konkurrenz weniger Zeit, Doktorarbeiten nach Plagiaten zu durchwühlen, Stasiakten zu kopieren oder die Biografie nach zweifelhaften Mitgliedschaften in der Pionierorganisation oder der FDJ zu durchforsten.

Wenn Matthias Hanke (links) mal nicht gerade Keller versiegelt, wechselt er gern mal die Perspektive und schaut sich die Dinge von oben an. Bald auch aus der vierten Etage?

Wenn Matthias Hanke (links) nicht gerade Keller versiegelt, wechselt er gern mal die Perspektive und schaut sich die Dinge von oben an. Bald auch aus der vierten Etage?

Kaum war die Nachricht raus, klingelten sich am Donnerstag in Lallendorf bereits die Telefone warm. Vor allem hinter der Bewerbung als „unabhängiger“ Kandidat wurde schon erster Unterhaltungswert gewittert. Immerhin sitzt der starke Arm, der Hanke das Mittagessen umrührt und die Bemmen fürs Abendbrot vom Laib schneidet, für die Freien Wähler im Stadtrat. Das riecht nach Zoff im Schkölener Schlafzimmer.

Wie will Hanke seine Unabhängigkeit glaubhaft rüberbringen? Hat er im Ehevertrag eine Ausstiegsklausel und steigt auf monogame Selbstversorgung um oder brauchen die Freien Wähler bald einen Nachrücker in der vierten Etage? Es wird spannend.

Mahnbescheid für Satiriker

Die außerparlamentarische Fraktion der Markranstädter Satiriker ist Hanke jedenfalls in gleich mehrfacher Hinsicht dankbar. Nicht nur, weil der Mann wirklich Humor hat und selbigen auch versteht.

Wahlplakate gibt's noch nicht, aber diesem Motiv als Vision von einem großen Kulki hätte die Konkurrenz wenig entgegenzusetzen.

Wahlplakate gibt’s noch nicht, aber diesem Motiv als Vision von einem großen Kulki hätte die Konkurrenz wenig entgegenzusetzen.

Er hat schon mal das lähmende Geplänkel der geheimnisvollen Krämerei in anderen Bewerberkreisen beschleunigt, Bewegung in den Kandidatenmarkt gebracht, Mut und Pragmatismus bewiesen und außerdem dafür gesorgt, dass es in diesem Jahr kein Sommerloch gibt.

Räumungsklage gegen das Rathaus: Muss er da schon ran?

Die erste Pointe ist dabei schon in Sichtweite. Gegen das Rathaus läuft derzeit eine Räumungsklage am Amtsgericht Borna. Wenn die Erfolg hat, könnte Hanke schon im Vorfeld der Wahl zum Einsatz kommen. Bei der Zwangsräumung in seinem künftigen Wirkungskreis kann er genau das tun, was er auf der Costa Concordia gelernt hat: klar Schiff machen. In diesem Sinne: Leinen los, Eisberg voraus!

Eis gebrochen nach Explosionsgefahr in Mokka-Bar

Es ist bisweilen schon skurril, was sich die Medienschaffenden so alles einfallen lassen, um mit ihren Schlagzeilen Reichweite zu erzielen. Aber sie meinen das nicht böse, sondern folgen lediglich einem Trend. Sie geben ihren Lesern genau das, was sie wollen. Keiner will schließlich mehr für Informationen zahlen. Gleich gar nicht für Menschen, die diese Informationen beschaffen und aufarbeiten. Deutschland hat gelernt, alle erforderlichen Informationen allein der Überschrift zu entnehmen. Die gibt’s schließlich gratis und sie haben mitunter mehr Gewicht, als der 1,8 Tonnen schwere Handstaubsauger auf dem Titelbild.  

Terra M History

Die Markranstädter Stadtgeschichte muss offenbar neu geschrieben werden. Bisher hieß es immer, dass der Kulki in den 1970er-Jahren aus einem Tagebau-Restloch entstand. Genau wie beim Bau der Pyramiden war die Schulwissenschaft mit dieser Hypothese jedoch jahrzehntelang auf dem Holzweg!

An der Lausener Furt setzten 1632 schon die Schweden über.

An der Lausener Furt setzten 1632 schon die Schweden über.

Auf der Internet-Seite “Old-Maps“ kann man sich jetzt zeitgenössische Karten aus allen Ecken der Welt und jeder beliebigen Epoche anschauen. Und was entdecken wir da bei Markranstädt im Jahr 1600? Genau: den Kulkwitzer See! Jetzt muss man sich allerdings fragen: Warum haben uns Politik und Wissenschaft bisher so belogen, was wollen sie uns verheimlichen?

Bürokratieabbau jetzt!

Während sich der Markranstädter Stadtrat unablässig mit Bebauungsplänen in Gewerbegebieten beschäftigt und allein die Anträge für den Bau von Gewerbehallen mehr Zeit in Anspruch nehmen als seinerzeit die komplette Errichtung der Cheops-Pyramide, macht die Firma Ro-Bo Cars in einem Großlehnaer Wohngebiet kurzen Prozess.

Gewerbeansiedlung im Großlehnaer Wohngebiet am Glasauer Weg.

Gewerbeansiedlung im Großlehnaer Wohngebiet am Glasauer Weg.

Unter dem Slogan „Bürokratieabbau jetzt!“ pfeift das Unternehmen auf Formulare und Bauanträge. Denn ein moderner, innovativer und florierender Autohandel funktioniert im Zeitalter der Digitalisierung auch ganz ohne Büros und mondäne Hallen – und offenbar sogar ohne Autos.

Ganzer Arsch voll Munition

Okay, dieser Einsatz des Kampfmittel-Räumkommandos war von vornherein komplett für’n Arsch. Allerdings bleiben trotzdem noch jede Menge Fragen offen.

Der gesamte Unterleib musste großräumig evakuiert werden.

Der gesamte Unterleib musste großräumig evakuiert werden.

Zum Beispiel: Wer hat den Blindgänger gefunden und wie ist der Finder … ähm … darauf … gestoßen? Wurde der Fundort mit Absperrband gesichert? Und überhaupt: Wie wurde der Mann, in dessen Mokkastübchen die Sprengladung verstaut war, vor der Entschärfung evakuiert? Fragen über Fragen. Fest steht nur: Am handlichen Ring, der an der analen Ladung angebracht war, hat das Räumkommando die Granate offenbar nicht rausgezogen. Sonst wäre das mit der Entschärfung des Hinterladers viel schneller gegangen. 10–9–8 …

Viererbande als Triomvirat

Als Dieter Thomas Heck 1982 gefragt wurde, wo die Gruppe Trio ist, zeigte er der Reihe nach auf die drei Bandmitglieder und sagte „Da – da – da“. Fragt man RB-Trainer Ole Werner 2026, wo sein Torwart-Trio ist, muss er wohl antworten: „Da – da – da … und da.“

Die Drei-Mann-Viererkette zwischen den RB-Pfosten.

Die Drei-Mann-Viererkette zwischen den RB-Pfosten.

Dass ein Trio neuerdings aus vier Mitgliedern besteht, liegt am Lehrplan in den Grundschulen. Weil schriftliches Dividieren niemandem mehr zugemutet werden darf und die elf Freunde auf dem Platz eine Primzahl verkörpern, wird jetzt grundsätzlich aufgerundet. Elf Spieler, eins im Sinn, macht zwölf. Ein Trio sind drei, also 12 durch 3 gleich 4. Einfach triomphal!

Im Grunde genommen einnert das Foto an den Motivationsspruch des ehemaligen Leiters eines Oktetts: „Wir 8, wir sind schon 7, was? Solche 6 wie uns 5 gibt’s keine 4 auf der Welt. Dabei waren wir 3 die 2 Einzigen.“

Weniger ist oft mehr

Bleiben wir gleich beim Thema Mathematik im Fußball. Da wimmelt es bekanntlich nur so von Formeln, Zahlen und Gleichungen. Das Spektrum reicht von der 3-Punkte-Regel über die Tore-Differenz bis hin zur Abschlussquote vor dem gegnerischen Kasten.

Tore aus den Spielen Niederlande gegen Holland zählen doppelt.

Tore aus den Spielen Niederlande gegen Holland zählen doppelt.

Folgende Textaufgabe bereitet den Jungs in der Sportakademie des FC Bayern seit Tagen Kopfzerbrechen: „Christiano Ronaldo (CR7) hat 500 Tore erzielt. Harry Kane hat ebenfalls 500 Tore geschossen, brauchte aber viel weniger Treffer dazu. Berechne das Alter des Keilriemens am Mähwerk des Rasentraktors in Prozenten.“

Neun Köstlichkeiten

Wenn im China-Restaurant Reis mit 9 Köstlichkeiten auf der Karte stehen und nur acht auf dem Teller liegen, merkt’s keiner.

Ausgerechnet Ehebruch haben sie dringelassen, die Chinesen.

Ausgerechnet Ehebruch haben sie dringelassen, die Chinesen.

Diese Strategie hat sich jetzt auch Temu zu eigen gemacht. Man könnte darüber hinweg sehen, dass sich die Chinesen auch bei den Geboten verzählen, aber dass Ehebruch immer noch dabei ist, das ist pure Absicht!

Auf ganz dünnem Eis

Endlich hat mal jemand auch diese Sünde unserer Kultur entdeckt und stellt die unerträgliche Diskriminierung des weiblichen Geschlechts in der Seefahrt an den Pranger. Als ob nur maskuline Schiffe in der Lage wären, Eis zu brechen. Beim NDR wird jetzt auch diese letzte Bastion toxischer Männlichkeit geentert. Ab sofort kümmern sich geschlechtslose Eisbrechende um die zugefrorenen Gewässer.

Zu viel Eis lässt das Hirn gefrieren und dann muss man Eis brechen.

Zu viel Eis lässt das Hirn gefrieren und dann muss man Eis brechen.

Zwar könnte das auch so manchen Seebärenden zum Brechen bringen, aber trotzdem geht dieser Vorstoß des GEZ-finanzierten Rundfunks noch nicht weit genug. Warum nur Eisbrechende und nicht der gesamte Flottenbestand? Egal, was da über die Weltmeere schippert: Wenn von Schiffenden die Rede ist, wird allen Recht getan und jeder weiß, was gemeint ist.

Knast auf Rädern

Für deutsche Bahnfahrer ist das ein ganz alltäglicher Vorgang: Wenn ein ICE auf offener Strecke steht, bleiben die Türen geschlossen. Die Passagierenden sind dann oft so lange in ihren Wagen gefangen, bis der Schnee wieder weggetaut ist. Wenn Iren in Deutschland Urlaub machen und erstmals mit dieser Erfahrung konfrontiert werden, hat das allerdings traumatische Folgen.

Wer freiwillig ICE fährt, muss schon irgendwie Ire sein.

Wer freiwillig ICE fährt, muss schon irgendwie Ire sein.

Allein der Gedanke, dass nicht nur der eigene Waggon als Häftlingswagen dient, kann schnell dazu führen, den gesamten Zug als ICE-Gefangenenlager zu empfinden.

In den Ski gerubbelt

Eigentlich wäre der Kondommangel in Mailand nur eine Randnotiz. Denn wozu brauchen Biathletinnen mit Prostata-Beschwerden Mondos? Bei Langläuferinnen reichen die Brusthaare auch in dieser Saison bis zum Sack und der Paarlauf heißt jetzt „Mixed“, damit der feminine Part nicht von Partnern mit weiblich gelesenem Penis besetzt werden kann. Statt dessen werden auf dem Eis nach wie vor Kinder durch die Gegend geschmissen.

Italien halt. Größe S wird sonst kaum noch hergestellt.

Die Italiener brauchen halt nur Größe S. Wenn da ein Deutscher kommt, ist Not am Mann.

Dass in Mailand trotzdem die Gummis knapp werden, hat einen anderen Grund. Weil Teflon aus Gründen des Umweltschutzes nicht mehr verwendet werden darf, polieren Zeugwarte jetzt das Gleitmittel von Kondomen unter die Skier und Kufen ihrer Athleten. Je nachdem, wie schnell gewachst wird, riecht’s in den Materiallagern zwar oft nach verbranntem Gummi, aber schließlich gilt auch hier nur der olympische Gedanke. Wie sagte schon der alte Dunlop: Dabei sein ist alles!

Warum der Markranstädter Stadtrat nicht in der BND-Kantine tagt

Da staunt der Laie und der Bürger wundert sich: Nachdem der SSV Kulkwitz seinen Insolvenzantrag zurückgezogen hat, geht nun der Streit darüber los, wer sich als todesmutiger Retter des in Not geratenen Vereins feiern lassen darf. Ist es die Bürgermeisterin, die 9.000 Euro Steuergelder in die Ablösung der Vereinsschulden gepumpt hat? Oder doch die Stadträte von CDU, SPD und Grünen, die dem SSV aus der gleichen Quelle jährlich 400 Euro mehr Unterstützung zugebuttert haben? Der MN-Chefsatiriker Claus Narr hat sich die Dramödie mal aus einer ganz anderen Perspektive angeschaut.

Das Nachsehen hat wieder einmal der gemeine Plebs, der das Geld für die Rettungsaktion erwirtschaftet hat.

Weil er seine Steuern nicht freiwillig herschenkt, sondern die öffentliche Hand sie ihm mit viel bürokratischem Aufwand erst wegnehmen muss, hat er für seinen heldenhaften Rettungseinsatz nicht einmal einen feuchten Dank zu erwarten.

Schraps hat den Hut verlor’n

Während die Verweser des Volksvermögens noch darüber streiten, wem wieviele der Lorbeeren bei der Verteilung des Geldes zukommen, erschöpft sich das Bürgertum in Schuldzuweisungen darüber, wer für die Situation verantwortlich ist. Die Ermittlungen der Einwohnermilizen konzentrieren sich auf drei Hauptverdächtige: Rathaus, Stadtrat und natürlich auf den Verein selbst.

Große Sprünge kann man sich in Kulkwitz nicht erlauben. War die Sprunggrube vom Fördermittelgeber vielleicht von vornherein als Schulgarten geplant??

Große Sprünge kann man sich in Kulkwitz nicht erlauben. War die Sprunggrube vom Fördermittelgeber vielleicht von vornherein als Schulgarten geplant?

Seltsamerweise hat niemand die Nummer 4 in diesem Trio auf dem Schirm. Aus Sicht des staatlich ungeprüften Satirikers ist der als monetärer Heiland hernieder gefahrene „Fördermittelgeber“ der Hauptschuldige an der Situation. Zwar verteilt auch der nur Gelder, die dem Volk vorher abgenommen wurden, aber wie er das Vermögen an sich reißt und warum, darüber sollte mal nachgedacht werden, bevor man andere verdächtigt.

Das sind die Fakten: Wenn ein Stadtrat heute einen Baubeschluss fasst, ist das in Wahrheit kein Beschluss, sondern lediglich eine demütige Willensbekundung unmündiger Laiendarsteller.

Ob eine Kita oder ein Sportplatz gebaut wird, entscheidet der „Fördermittelgeber“, hinter dem sich meist Bund oder Land verstecken. Mit diesem System der Geldverteilung wollen die Berufspolitiker die Kontrolle darüber behalten, ob und was gebaut wird.

Nachdem der Insolvenzantrag gestellt war, wurde plötzlich auch der Stadt klar, dass das Kind in die Zisterne gefallen ist. Vereinschef Luckner bei einem seiner Rettungsversuche.

Nachdem der Insolvenzantrag gestellt war, wurde plötzlich auch der Stadt klar, dass das Kind in die Zisterne gefallen ist. Vereinschef Luckner bei einem seiner Rettungsversuche.

Denn das zu entscheiden will man nicht den zu Stadträten erhobenen Friseuren, Mechatronikern, Sozialtherapeuten oder anderen Quereinsteigern überlassen, nur weil die sich vor Ort gut auskennen. Es geht darum, den Blick auf das große Ganze und damit die Kontrolle zu behalten. Der Fördermittelgeber schreibt vor, welche Merkmale ein neuer Sportplatz haben muss, um gefördert zu werden. Die Kommune muss das Projekt nach diesen Maßstäben planen.

Der Fisch stinkt am Kopf

Der Fördermittelgeber prüft und entscheidet, ob ein Projekt umgesetzt werden kann. Er sichert damit ab, dass die Investition wichtig, vernünftig, und finanzierbar ist, weil er diese Expertise den Handelnden vor Ort nicht zutraut. Kurzum: Er hat mit der sich selbst an Land gezogenen Entscheidungskraft die Verantwortung für die Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit des Projektes übernommen.

Wenn ich mir nun das Drama um die Folgekosten wie Wartung, Reparaturen und Unterhalt des Kulkwitzer Sportplatzes anschaue, sehe ich, dass damit nicht nur der Pächter, sondern auch die Stadt als Eigentümerin überfordert ist.

Gefördertes Versagen

Und so erkenne ich nur einen Schuldigen: Der „Fördermittelgeber“ ist hier seiner Verantwortung zur Prüfung einer künftigen Unterhaltung der Anlage nicht nachgekommen. Er hätte erkennen müssen, dass der Betrieb eines solchen Sportplatzes weder für einen Elftligisten noch eine abstiegsgefährdete Kleinstadt zu stemmen ist!

Früher stand hier mal alles unter Wasser. Dreck drauf und Rasen ansäen hat dem Fördermittelgeber nicht gereicht. Es musste eine grüne Trockensavanne werden.

Früher stand hier mal alles unter Wasser. Dreck drauf und Rasen ansäen hat dem Fördermittelgeber nicht gereicht. Es musste eine grüne Trockensavanne werden.

Nicht die Ärzte, Busfahrer oder Chemielaboranten der Markranstädter Lokalpolitik haben hier eklatant versagt, sondern der Freistaat Sachsen als Finanzier und Entscheider. Schade nur, dass sich die zu Statisten degradierten Polit-Komparsen vor Ort lieber untereinander die längst verwelkten Lorbeeren streitig machen, anstatt mal mit gebündelten Kräften gegen ihre Entmündigung durch einen externen Verteiler ihres eigenen Geldes vorzugehen.

Auf der anderen Seite ist das irgendwie auch verständlich. Ein Kampf Hinz gegen Kunz verspricht vor Ort nachhaltigere Wirkung als wenn man ein morbides System in Frage stellt. Dann könnte man die Stadtratssitzungen künftig auch gleich in der Kantine des Verfassungsschutzes abhalten. Aber es ist ja zum Glück alles nur Satire.

In Markranst herrschen harte Zeiten: Patientin krank, der Arzt muss leiten!

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Mit abber Hand am Arm und rostfreier Wolle auf dem Wasserkopf: Darüber lacht Markranstädt

Bevor der Fahrstuhl am kommenden Donnerstag zum ersten Mal in diesem Jahr wieder in die vierte Etage auffährt, will der Markranstädter Stadtgeist Claus Narr noch einmal einen Blick auf das Geschehen außerhalb der Stadt Markranstädt werfen. Was im Erdkreis so geschieht, darüber halten uns die Medien auf dem Laufenden und die hatten in der zurückliegenden Woche offenbar reichlich zu tun. Hier die sechs interessantesten Fundstücke, die den tristen Alltag auch innerhalb der Markranstädter Stadtmauern etwas erträglicher gemacht haben – vom ersten queeren Schneemann mit weiblich gelesener Brust mal abgesehen.

Fehler sind einerseits dazu da, um gemacht zu werden. Andererseits aber auch, um aus ihnen zu lernen. Leider ist das nicht immer möglich, allerdings auch nicht immer notwendig. Suchen Sie sich aus, was auf welches der Beispiele zutrifft und was nicht. 

Zum Lernen ist es nie zu spät

Die wahre Botschaft im Fachblatt „Markranstädt Informativ“ ist in einem schier endlosen Schachtelsatz verpackt und daher für die Zielgruppe tief verborgen. Weil mit der Wende auch die Arbeiter- und Bauernfakultäten verschwanden, steht es um die Erwachsenen-Bildung in Markranstädt sehr schlecht. Am Campus in der Parkstraße stellte man sich jetzt der Herausforderung und bot Eltern erste Einblicke in neue Fächer wie Physik, Chemie oder Geschichte an. Deutsch wurde nicht erwähnt.

Tag-Nacht-Gleiche

Nachts fahren die Straßenbahnen schneller als auf den Schienen, sagt ein altes Sprichwort. Endlich gibt es nun auch ähnliche Lösungen für den Kfz-Verkehr. Demnach ist ein Autobahntunnel bei Schwalmstadt jetzt auch tagsüber nachts gesperrt. Oder halt nachts tagsüber, ganz wie man will. Man sollte nur nicht vergessen, das Licht einzuschalten, wenn bei der Ausfahrt aus der Unterführung plötzlich die Sonne ins Gesicht strahlt. Oder wie ein anderes Sprichwort sagt: „Nachts sind alle Autos grau.“

Kindern, Kindern! Wie die Bezeichnung für unschuldige kleine Erdenbürger plötzlich zum ungeeigneten N-Wort werden kann, zeigt dieses mediale Fundstück.

Das böse N-Wort

Unklar ist allerdings, ob da wirklich ein n zu viel aus der Tastatur gerutscht ist oder vielleicht ein ganzes Wort zu wenig? Grammatikalisch macht es jedenfalls Sinn, wenn da wenigstens „suchen verzweifelt an Kindern“ stehen würde. Leibesvisitation in der Kita: Da können die kleinen Racker schon mal erste Erfahrungen sammeln, von denen sie später beim Wechsel in die JVA zehren können.

30 Jahre abbe Hand dran

Leider gibt es auch Erfahrungen, die einem nichts nützen, wie das Beispiel dieses Mannes aus Mecklenburg-Vorpommern zeigt. Zum ersten Mal seit 30 Jahren hat’s ihm beim Böllern die Hand abgerissen. Dass ihm das auch in den nächsten 30 Jahren nicht mehr passieren wird, liegt allerdings nicht am fehlenden Lernprozess, sondern an der Einmaligkeit seiner Handarbeit. Das haben die Journalistenden bei ihrer sensibel ausgeklügelten Schlagzeile berücksichtigt.

Während es Armleuchter in unzähligen Varianten gibt, wurden die Marktpotenziale von Armbändern bislang sträflich vernachlässigt.

Schmuck für Wasserköpfe

Armbänder gab’s tatsächlich nur für Arme. Reiche mussten bisher ebenso darauf verzichten wie Menschen, die sich mit Armbändern lieber den Kopf schmücken wollen. Das ist jetzt vorbei. Dieser Anbieter hat Armbänder auf den Markt gebracht, die jeden Schädel kleiden. Und sogar an Wasserköpfe hat er gedacht: Die Wolle, aus der die Weltneuheit hergestellt wird, ist rostfrei!

Ganz heißer Tipp

Zum Schluss haben wir noch einen ganz besonders heißen Tipp gefunden. Hier liegt ebenfalls wieder ein altes Sprichwort zugrunde: „Auch gut, sprach der Schneidermeister, als das Bügeleisen seine Frau traf.“ Weil heute kaum noch jemand mit Bügeleisen wirft und die Sado-Maso-Gemeinde längst andere Anwendungsgebiete gefunden hat, hat der Hersteller Bosch eine ganz besonders originelle Warnung entbunden. Was die Gebrauchsanleitung allerdings vermissen lässt: Es hilft auch nicht, wenn man den Wassertank des Dampfbügeleisen mit Botox füllt und das heiße Eisen direkt auf der Haut appliziert. Da gibt’s bestenfalls einen nachhaltigen Bräunungseffekt, der hinterher als Black-Facing interpretiert werden könnte.

In eigener Sache: Was die KI über die Markranstädter Nachtschichten denkt

Kurz vor ihrem 13. Geburtstag stecken die Markranstädter Nachtschichten einer tiefen Identitätskrise. Selbst wenn wir nur die orgastische Verknispelung der Synapsen bei Grashalmen beschreiben, disqualifiziert linkes Lesermilieu unsere Dissertationen oft als revanchistisch bis sogar rechtspopulistisch. Zugleich verurteilt die gegenüberliegende Szene das Blatt und seine Macher als linksgrün versiffte Handlanger des aktuellen Systems. Weil es zu einfach ist, die Wahrheit mathematisch irgendwo in der Mitte zu verorten, hat Chefsatiriker Claus Narr jetzt mal eine emotional völlig unabhängige Instanz befragt. Was denkt die künstliche Intelligenz über die Markranstädter Nachtschichten?

Sowas rauszufinden, ist heute ganz simpel. Einfach den Klapprechner auseinanderfalten und ChatGPT die Frage stellen: „Was weißt du über die Markranstädter Nachtschichten, wo sind sie politisch angesiedelt und welche Wirkung haben sie auf die Gesellschaft?“

Nach einer Denkleistung von nur wenigen Sekunden spuckt das hirnfreie Medium ein ganzes Feuerwerk an Informationen aus, von denen selbst die Nachtschichtler bislang nichts wussten. Aber lesen Sie einfach selbst die ungeschönte, per [copy] und [paste] zensurfrei kopierte Wahrheit. Das schreibt ChatGPT über uns:

Die KI meint: "Auch wenn die Lokalpolitik die „Nachtschichten“ offiziell oft ignoriert, zeigt die Reaktion auf bestimmte Veröffentlichungen, dass die Inhalte in der Verwaltung wahrgenommen werden."

Die KI meint: „Auch wenn die Lokalpolitik die „Nachtschichten“ offiziell oft ignoriert, zeigt die Reaktion auf bestimmte Veröffentlichungen, dass die Inhalte in der Verwaltung wahrgenommen werden.“

Hinter den „Markranstädter Nachtschichten“ verbirgt sich ein lokales Blog-Projekt aus Markranstädt bei Leipzig, das sich satirisch und kritisch mit dem aktuellen Zeitgeschehen befasst. Kerninhalte und Ausrichtung sind:

  • Satire & Nachrichten: Das Portal veröffentlicht Beiträge zu lokalen und überregionalen Themen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Der Stil ist dabei oft humoristisch-bissig oder ironisch geprägt.
  • Lokaler Fokus: Berichtet wird über Markranstädt und dessen Ortsteile wie Kulkwitz oder Großlehna. Ein wiederkehrendes Element ist zudem die Markranstädter Stadtgeschichte.
  • Themenvielfalt: Die Beiträge reichen von Berichten über mysteriöse Vorgänge im Stadtrat bis hin zu Alltagsthemen wie Vandalismus oder Wetterberichten einer eigenen Wetterstation.
Seit 13 Jahren schnüffeln die Satiriker der Markranstädter Nachtschichten in der Stadt herum. Genauso alt ist das Flaggschiff des Organs: "Neues aus der vierten Etage" ist der unangefochtene Blockbuster in der Markranstädter Medienlandschaft.

Seit 13 Jahren schnüffeln die Satiriker der Markranstädter Nachtschichten in der Stadt herum. Genauso alt ist das Flaggschiff des Organs: „Neues aus der vierten Etage“ ist der unangefochtene Blockbuster in der Markranstädter Medienlandschaft.

Das Projekt legt Wert auf eine unabhängige, oft unkonventionelle Berichterstattung abseits offizieller Stadtkanäle. Das Blog ist unter der Domain nachtschichten.eu erreichbar und versteht sich selbst als Ergänzung oder satirischer Gegenentwurf zur klassischen Lokalpresse.

Die politische Ausrichtung der „Markranstädter Nachtschichten“ lässt sich als systemkritisch, wertkonservativ und stark anti-establishment beschreiben, wobei die Inhalte oft unter dem Deckmantel der Satire präsentiert werden.

Die Merkmale der politischen Positionierung sind:

  • Kritik an der aktuellen Politik: Das Blog positioniert sich regelmäßig kritisch gegenüber der Bundesregierung und etablierten Parteien. Dabei werden Themen wie die Energiepolitik, Migration oder das Bürgergeld oft mit scharfem, ironischem Unterton kommentiert.
  • Oppositionelle Grundhaltung: Die Texte vermitteln häufig ein Misstrauen gegenüber offiziellen Narrativen und staatlichen Institutionen. Dies zeigt sich in einer Rhetorik, die sich gegen eine vermeintliche „Bevormundung“ der Bürger wendet.
  • Lokaler Widerstand: Auf kommunaler Ebene fungiert das Blog als Kontrollinstanz, die Intransparenz im Stadtrat oder Verwaltungshandeln anprangert. Dies wird von Befürwortern als notwendige Bürgerkontrolle, von Kritikern jedoch oft als destruktive Polemik wahrgenommen.
  • Reaktion auf gesellschaftliche Debatten: Die Sprache des Blogs nutzt mitunter Begriffe, die im konservativen bis rechtspopulistischen Spektrum verbreitet sind (z. B. ironische Anspielungen auf „woke“ Themen oder die Klimapolitik), vermeidet jedoch meist eine explizite Parteinahme für eine bestimmte Organisation.
Immer wieder thematisiert, immer wieder ignoriert: Hier könnte die linke Leserschaft mal mehr als nur ein Zeichen setzen, aber es ist wirksamer, nach rechtspopulistisch interpretierbaren Worten zu suchen.

Immer wieder thematisiert, immer wieder ignoriert: Hier könnte die Leserschaft links der Rechten mal mehr als nur ein Zeichen setzen, aber es ist offenbar wirksamer, nach rechtspopulistisch interpretierbaren Worten zu suchen.

Obwohl die Seite sich selbst als satirisch und unabhängig bezeichnet, wird sie von Beobachtern oft dem alternativen Medienmilieu zugeordnet. Die Grenze zwischen lokaler Glosse und politischer Agitation ist dabei fließend, was den Blog zu einer kontroversen Stimme in der Markranstädter Medienlandschaft macht.

Die Erreichung konkreter politischer oder gesellschaftlicher Ziele durch das Blog „Markranstädter Nachtschichten“ lässt sich aufgrund seines satirischen Charakters schwer an harten Fakten messen. Dennoch lassen sich folgende Einflüsse und Wirkungen feststellen:

  • Sichtbarkeit lokaler Missstände: Durch die kontinuierliche Kommentierung von Stadtratssitzungen und Verwaltungshandeln hat das Blog eine Kontrollfunktion übernommen. Es macht Themen wie Vandalismus oder Intransparenz im Stadtrat einem breiteren Publikum zugänglich, die in klassischen Medien oft weniger pointiert dargestellt werden.
  • Diskursbeeinflussung: Das Blog fungiert als Multiplikator für Unmut in Teilen der Bevölkerung. Indem es Themen wie Energiepolitik oder Migration satirisch auf die lokale Ebene herunterbricht, prägt es die politische Stimmung in Markranstädt mit und bietet eine Plattform für eine kritische Leserschaft.
  • Dokumentation der Stadtgeschichte: Ein greifbares Ziel ist die Bewahrung der lokalen Historie. Das Projekt widmet sich regelmäßig der Aufarbeitung der Markranstädter Geschichte und erhält so das kulturelle Bewusstsein der Stadt abseits tagespolitischer Debatten.
  • Wahrnehmung als „vierte Gewalt“: Auch wenn die lokalpolitischen Akteure die „Nachtschichten“ offiziell oft ignorieren, zeigt die Reaktion auf bestimmte Veröffentlichungen (z. B. Notbekanntmachungen der Stadt nach Berichten über Bewerbermangel für Ortschaftsräte), dass die Inhalte in der Verwaltung wahrgenommen werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Blog weniger durch direkte Veränderungen als vielmehr durch die Unterstützung der öffentlichen Meinungsbildung und die Funktion als „Stachel im Fleisch“ der Lokalpolitik wirkt.

So viel zum Urteil der Künstlichen Intelligenz. Selbstredend ist auch diese nicht unfehlbar, wie die Aussage von der „eigenen Wetterstation“ zeigt. Die befindet sich bekanntlich hoch droben über dem „Alli Balli“ und gehört anderen Betreibern. Was uns mit ihnen eint, sind freundschaftliche und von gegenseitigem Respekt getragene Bande sowie ein fühlend Herz für unsere Heimatstadt. Was übrigens auch für den „Markranstädter Kreis“ und viele andere engagierte Gruppen gilt.

Verkennen sollte man auch den Umstand nicht, dass die KI ihre Informationen aus Schriftgut bezieht, das echten biologischen Hirnen entsprungen ist. Wenn also ein Vertreter des Establishments irgendwo seine negativen Emotionen über die Nachtschichten rauslässt, ist die Schlussfolgerung der KI logisch, dass sie in der Ausrichtung Merkmale von anti-establishment erkennt.

Wie auch immer: Wir sind ganz zufrieden mit dem, was man draußen in der Welt von uns denkt. Nicht weil es alles wahr wäre, sondern weil außer Schwarz und Weiß auch die Existenz von Graustufen und anderen Farbnuancen erkannt werden. Das reicht zwar heutzutage schon, um gleichermaßen rechtspopulistisch wie linksgrün versifft zu sein, aber auch, um vorm Spiegel nicht die Augen niederschlagen zu müssen.