+ + + Sitzen zwei Vandalen auf einer Bank in der Leipziger Straße: Er: „Ich kann Gedanken lesen!“ – Sie: „Und warum tust Du’s dann nicht?“ + + +

Stilblüten, Druckfehler und andere Monatsschmerzen (1/19)

Guten Morgen Markranstädt! Es riecht nach Sonntagsbrötchen, duftet nach Kaffee und dazu die Morgenlektüre der Markranstädter Nachtschichten. Was will man mehr?

Genau! Eine neue Folge der Monatsschmerzen. Schadenfreude ist zwar ein schlechter Charakterzug, aber wenn gar kein Schaden entstanden ist, darf man über Fehler schon mal schmunzeln. Und nirgendwo passieren die schneller als auf dem Weg zwischen Hirn und Hand – also an der Tastatur. Hier nun die Monatsschmerzen vom Januar 2019!

Lustige Stilblüten von brachialen Schreibfehlern zu unterscheiden, ist ein kurzweiliger Sport. Allein solche Missgeschicke zu finden, ist zeitraubend. Aber zum Glück gibt es aufmerksame Leser und denen gilt heute unser Dank für die Zusendungen und Hinweise.

Man kann nicht alles beherrschen. Wer schreiben kann, muss nicht zwangsläufig auch ein Genie auf dem Gebiet der Mathematik sein.

Stimmt so!

Grundschulwissen: Subtraktion im vierstelligen Zahlenraum.

Das beweist einmal mehr diese Anzeige von Medimax in der Leipziger Rundschau. Der Preis des Fernsehgerätes wurde radikal reduziert. Und zwar um 600 Euro! Aber Moment mal, stimmt das auch? Zieht man von 1.999 Euro den Angebotspreis in Höhe von 1390 Euro ab, kommt man (eins gemerkt, neun im Sinn) jawollja – auf gar 609 gesparte Euronen. Da wollten die uns doch glatt neun Euro unterschlagen. Klingt wenig, sind aber beispielsweise schon rund 18 D-Mark oder stattliche 231 tschechische Kronen.

Haufenweise Kilometer

Die neue Internet-Präsenz der Stadt Markranstädt offenbart manch interessante Information, die dem gemeinen Leser bislang verborgen blieb. Im Rahmen ihrer investigativen Recherchen kam die Stadtverwaltung nun auch den wahren Ursachen der Kritiken am Zustand der Radwege auf die Spur.

Die müssen entsorgt werden, sonst Unfallgefahr!

Klar: Wenn da haufenweise Kilometer sinnlos auf den Wegen rumliegen, kann man nicht mehr entspannt Rad fahren. Jetzt müssen sie nur noch weggeräumt werden und schon haben die Pedalritter wieder freie Fahrt. Zuvor jedoch muss das auf die Tagesordnung des Stadtrats und der muss entscheiden, wer die Kosten für die Entsorgung der Kilometer zu tragen hat. Das kann dauern.

Gangbang in der Arena!

Die unsichere Frage des Partners nach dem Sex „Bist du gekommen?“ hat vermutlich jeder schon mal gehört. Aber es gibt auch viele andere Möglichkeiten, zu einem Orgasmus zu gelangen.

Gerontophilie in der LVZ-Autorenarena?

Manche gehen zum Kommen in den Swingerclub, andere ins Bordell und wieder andere lassen sich Hand- oder Blowjobs auch gleich mal im Auto angedeihen. In allen Fällen ist der Spaß nicht ganz billig und meist sind die Etablissements auch kalt und ungemütlich.

Nicht so in der LVZ-Autorenarena! Hier kann man laut hauseigenen Angaben nicht nur guten Bekannten begegnen. „Einige davon kommen auch in der LVZ-Autorenarena“, wirbt das Blatt. Dass ausgerechnet mit dem Konterfei von Ingrid Noll (83) für dieses Event geworben wird, schränkt die Zielgruppe allerdings deutlich ein. Nur was für Gerontophilisten.

Freunde zum Anbeißen

Um die Reisefreude der Markranstädter zu wecken, hat sich die Leipziger Rundschau ein ganz besonderes Marketinginstrument ausgedacht: Das Reisehoroskop. Nein, das ist kein Druckfehler, wenngleich der Begriff „Horrorskop“ passender wäre.

Pfeffersteak vom Kumpel an Blutsauce mit Vorhaut-Tortellini.

Immerhin wird dem im Sternzeichen Stier Geborenen unterstellt, dass er einen Faible für Kannibalismus hat. Er soll seine Freunde einpacken und sich in Rimini oder auf Ibiza bei einem Kochkurs den kulinarischen Hochgenüssen hingeben.

Unser Tipp: Keine Frauen oder Männer aus Ihrem Freundeskreis zubereiten! Auch wenn Sie die noch so gern grillen würden, gibt es bessere Alternativen. Nehmen Sie eine(n) Diverse(n) mit! Deren ausgelöste Wadenbeine lassen sich wie Tintenfischringe zubereiten und bilden mit einer aus den Venen gewonnenen Rotweinsauce ein wahres Festmenü. Allerdings nur für Stiere.

Die verschwundene Stadt

Wer regelmäßig Google-Earth verwendet, wird sich schon länger gewundert haben. Seit einigen Wochen gähnt dort, wo normalerweise Schkeuditz hingehört, ein schwarzes Loch. Die Stadt ist von der Landkarte getilgt. Im Zuge einer ebenso aufwändigen wie investigativen Rechereche ist die Qualitätspresse jetzt der Ursache auf die Spur gekommen. Schkeuditz wurde nicht geschleift, nicht abgerissen, weggebombt oder gar zugeschissen. Nein, die Stadt wurde schlichtweg geklaut.

Bei einer Taschenkontrolle ans Licht gekommen?

Zum Glück konnte der Räuber von Schkeuditz nun jedoch gefasst werden. Über den Verbleib der Beute gibt es allerdings noch keine Erkenntnisse. Nicht auszuschließen, dass die Stadt bereits auf dem Schwarzmarkt vertickt wurde.

Aufklärung für den Ossi

Seit zwei Stunden schon steht die Großlehnaer Rentnerin Isolde B. (81) mit einem Gefäß vor ihrer Steckdose und wartet geduldig, bis das Wasser kommt. Ein windiger Elektriker hatte der Seniorin nach der Installation dieses neumodischen Accessoires versprochen, dass dem Betrieb ihres Wasserkochers nun nichts mehr im Wege stehen würde.

Dosenfutter vielleicht?

Was Ossi Isolde noch nicht weiß: Nur wenige Tage zuvor hatte die Stadt Markranstädt den European Energy Award erhalten! Allerdings mit nur 58,2 Prozent Zielerreichungsgrad.

Die restlichen 41,8 Prozent bestehen aus Wissensdefiziten der Bevölkerung. Deshalb hat die Stadt in ihrem Blatt „Markranstädt informativ“ eine groß angelegte Aufklärungskampagne gestartet. Begonnen hat sie mit der Erläuterung wichtiger Grundlagen. In den nächsten Ausgaben erfährt der Leser dann, warum es sinnlos ist, die Verlängerungsschnur in den Wasserhahn zu stecken.

 






3 Comments to Stilblüten, Druckfehler und andere Monatsschmerzen (1/19)

  1. Horst Hacker sagt:

    Deshalb kommt der Ossi`s zu nichts. Das ganze geht so:
    Also erst einmal 600,00€ gespart weil der Händler es als zugesicherte Eigenschaft extra aufgeschrieben hat.
    Dann richtiger Weise noch einmal 609,00€ gespart, weil der Olaf in Mathe aufgepasst hat und nachgerechnet hat. Macht zusammen schon mal 1.209,00€.
    Wenn Ihr jetzt den Fernsehapparat gar nicht kauft, spart Ihr noch einmal 1.390,00€. Macht eine Ersparnis von insgesamt 2.599,00€.

    So werdet Ihr reich und nur der enge Kreis der hier angemeldeten Leser
    weiss das nun!

    Als „Lesson Learned“ empfehle ich der MN eine neue Rubrik:

    Name: Reich in 3 Wochen!
    Inhalt: Geschäftsideen und tolle Sparangebote

    Euer Horst Hacker

  2. Olaf sagt:

    606 gesparte Euronen gespart?

    Guten Morgen erst einmal. Wenn ich richtig gerechnet habe kommen sogar 609Euronen zusammen! Oder?

    Ansonsten regen die Stilblüten sehr zum schmunzeln an. Schönen Sonntag.

    Nette Grüßen Olaf

    • -st- sagt:

      Hallo Olaf,
      Glückwunsch! Du hast die Sollbruchstelle gefunden. Wir könnten jetzt behaupten, dass wir sie absichtlich eingebaut haben, um die Aufmerksamkeit der Leser zu testen. Aber das wäre falsch. Man muss auch als Satiriker die eigene Fehlbarkeit anerkennen. Aber einen Vorteil haben Online-Medien: Man kann Fehler schnell korrigieren und hinterher so tun, als hätte man sie nie gemacht. Genau das geschieht jetzt 😉
      Vielen Dank für den Hinweis und auch Dir einen schönen Sonntag

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