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Stitterich geht mit gelbem Trikot in die Stichqual

Den ersten Wahlgang um das Amt des Königs von Markranstädt hat die Frankenheimer Prinzessin Nadine Stitterich überraschend deutlich für sich entschieden. Über neun Prozent Vorsprung hatte sie am Ende des Wahltages vor dem amtierenden Majestix Jens Spiske. Da Stitterich jedoch keine absolute Mehrheit erzielte, kommt es am 11. Oktober zu einer Entscheidungswahl.

(Alle Angaben: vorläufiges Endergebnis, Stand: Sonntag, 19:30 Uhr)

Ab 18:30 Uhr gingen im Bürgerrathaus nach und nach die Ergebnisse aus den einzelnen Wahllokalen ein. Ebenso nach und nach kristallisierte sich ein Bild heraus, das manche Gesichter noch nach und nacher immer länger werden ließ.

Nicht unbedingt aus Enttäuschung, aber vielfach vor Überraschung. Im Fight der Ortsspaziergängerin gegen den Bratwurstgriller gegen den Amtsinhaber hatte die Frau mit den Wanderschuhen am Ende klar die Nase vorn.

Noch kurz vor Schluss hätte Nadine Stitterich sogar gleich im ersten Wahlgang gewinnen können. Es fehlten nur noch die Stimmen der Briefwahl, die oben im Ratssaal ausgezählt wurden. Alles blickte vom Marktplatz gespannt hinauf zum Türmchen in der Erwartung, dass da weißer Rauch aufsteigt. Aber nix da mit „habemus mamam“ – es hat nicht gereicht.

Wahllokal 200: Stitterich gewinnt in der CDU-Hochburg Großlehna, zudem sozusagen in Spiskes Wohnzimmer.

Bei einer Wahlbeteiligung von 50 Prozent holte Nadine Stitterich 42 Prozent der Stimmen. CDU-Herausforderer Peter Bär hatte am Ende lediglich 25,1 Prozent auf der hohen Kante. Theoretisch darf zwar auch er bei der Stichwahl noch einmal antreten, aber praktisch gesehen hätte er mit diesem Guthaben nicht mal eine Chance auf das Amt des Schriftführers bei einer FDP-Ortsgruppe.

Läuft also alles auf ein Duell zwischen Stitterich und Spiske hinaus. Weil traditionell bei einem zweiten Urnengang auch die Karten neu gemischt werden, ist das vorläufige Endergebnis vom Sonntagabend auch alles andere als eine Vorentscheidung.

Wohl aber ist der Trend ein Indiz: Markranstädt scheint zumindest grundsätzlich wieder bereit für eine Frau auf dem Thron zu sein.

Auch Peter Bär dürfte beim Blick vor die eigene Haustür nicht schlecht gestaunt haben. Maschendrahtzaun 2020?

Weil die Protagonisten mit der Qualitätspresse genug zu tun hatten, fingen die Satiriker inzwischen Stimmen der geläuterten Wähler ein und erfuhren so, warum es kam wie es gekommen ist.

Das Spektrum reichte von „Die Bratwürste waren zwar okay, aber der Senf…“ über „Wollte mal sehen, wie schnell er seine Plakate wieder abhängt“ bis hin zu „Ich kenne ihn zwar, aber mit dem Profil eines Sommerreifens kommt man im Herbst nicht durch den TÜV“.

Unter ihrer Maske konnte man die Gesichtszüge der Siegerin zwar kaum interpretieren, aber es hatte den Anschein, als hätte sie die Schleifchen nicht hinter den Ohren, sondern an den Mundwinkeln angebracht.

Unter den Verlieren hatte Spiske noch die besten Karten. Er konnte seinen enttäuschenden vorletzten Platz im Wahlkampf auch als hervorragenden zweiten Rang interpretieren. Zumindest hat er noch eine zweite Chance, müsste dazu aber noch einmal kräftig zulegen.

Debakel-Orakel: Schon am Vorabend der Wahl hatte jemand am Kulki-Rundweg eine Weissagung gehisst, die sich Stunden später erfüllen sollte.

Das größte Potenzial bei der Stichwahl liegt in der Aktivierung der Nichtwähler, 6561 an der Zahl. Da könnte theoretisch auch Bär nochmal ansetzen.

Die Nichtwähler sind ein Sicherheitsfaktor, denn immerhin ist am Sonntag deutlich geworden, womit sie sich nicht aktivieren lassen. Nicht mit Plakaten und bedruckten Geschenken, nicht mit Bratwürsten und nicht mit der Aufzählung zurückliegender Erfolge.

Blieben also nur konkret greifbare, abrechenbare und glaubhafte Ansagen für die Zukunft. Eigentlich ganz einfach.

 






9 Comments to Stitterich geht mit gelbem Trikot in die Stichqual

  1. Nachbar sagt:

    Was denken die Kandidaten denn, wie sie die Unterkunft schliessen wollen und was danach ( 2024 oder 2026 liegt in der 7 Jahreszone) dort passieren soll?

    Das Thema ist mir als Nachbar der GU komplett ausgeklammert wurden, oder geht das nicht auch die ganze Stadt etwas an?
    Frag den Kandidaten, oder wie heisst es, werdet konkret!

  2. kleiner Beobachter sagt:

    Hmm wieso niemand den Ausgang geahnt wie der Altranstädter sinniert, ich glaube einige haben es vorher gesehen. Denn zu lange hat eine einzige Mehrheit (Partei) die Geschicke der Stadt und Ihre eigenen abgesegnet und auch ein neuer konnte in den zurückliegenden Jahren seine Versprechungen nicht einlösen.
    Insofern war also doch vorher zu sehen dass zumindest im ersten Wahlgang sich bei den 2 streitenden der/die dritte freuen durfte. Nun kann man aber eigentlich auch sicher sein dass diejenige nicht aufgeben wird was ja auch Ihr Wahlprogram in manchen Punkten zeigt. Und auch wenn man mich prügeln wollte ich gönne Ihr den Sieg in drei Wochen, der noch BM hatte ja auch seine Chance und warum also nicht wieder ein unbekanntes Gesicht?

  3. Pfiffig sagt:

    Ich bin kein Markranstädter, kenne mich aber gut aus. Verfüge über gute Insiderkenntnisse.

    Man sollte froh sein, dass Herr Spiske einen gewaltigen Dämpfer erhalten hat. Er war übrigens dafür wesentlich mit verantwortlich, dass die Freien Wähler Sachsens nicht in den Landtag eingezogen sind. Anders ausgedrückt – er hat das mit verhindert. Er war ein schlechter Vertreter der Freien Wähler. Ohne wenn und aber.

    Herr Spiske hat viele Baustellen hinterlassen. Baustellen, die er verharmlost, für die er völlig unangebrachte Ausreden findet. Die Krönung ist die Problematik „Parkplätze Kulkwitzer See“. Ich hoffe und wünsche, dass er bald seine endgültige Quittung dafür erhält.

    Zur CDU gibt es nichts weiter zu schreiben. Ein vollkommen zerstrittener Haufen, der sich selbst zerlegt hat. Herr Bär hätte sich lieber nicht aufstellen lassen sollen. Damit war der Untergang besiegelt.

    Ein Gedanken sei mir gestattet: Weshalb hat die AfD keinen Kandidaten aufgestellt?

    Ich wünsche nun Frau Stitterich viel Erfolg für den „Endkampf“. Bleiben Sie immer schön auf den Teppich, versprechen Sie keine Maßnahmen, wo eine Finanzierung nicht geklärt ist und bleiben Sie dabei, dass Sie eine Bürgermeisterin für alle Markranstädter sein wollen. Wenn Sie das beherzigen, wird kaum noch etwas schiefgehen.

  4. Echter Markranster sagt:

    Wahlergebnis vorhersehbar. Wahlbeteiligung unbefriedigend, aber einleuchtend. Einerseits haben die Jungwähler jüngst durch den Stadtrat den Freibrief bekommen, ihr „chillerndes“ Leben weiterhin zu zelebrieren und gesellschaftliches Engagement Anderen zu überlassen. Hauptsache, das Geld vom Amt oder so kommt pünktlich. Andererseits gibt es auch nicht Wenige, die in Ihren Eigenheimghettos bequem und ruhig leben können. Hauptsache, es sind genug Supermärkte und schulnahe Parkplätze in der Nähe. Es wächst eben nicht immer zusammen, was zusammen gehört.

    • Bienchen Kathrinchen sagt:

      „…NICHT WENIGE in den Eigenheimghettos…“ sind VIELE, aber eben NICHT ALLE!
      Von Letzteren gibt es zum Glück einige, die gern auch mal ihr „Bienchen Kathrinchen Refugium“ verlassen und sich uneigennützig sehr fleißig engagieren.
      Ob es daran liegt, dass sie als Neubürger bisher nicht begrüßt und zum Mittun eingeladen wurden, sondern sich selbst anbieten mussten?
      Wenn beim Bedarf noch Luft nach oben ist, dann soll das bitte bekannt gemacht werden.

  5. OLIT sagt:

    Periodische Vergangenheit: Bürgermeisterinnenabwahl. Nahe-(zurück)liegendes: Abstrafung in der Gegenwart: Kandidaten-Perteiwahldebakel. Zukunft: Blenderprofil gegen Profilierende? 7 Jahre danach nun eine Alternative zur Bürgermeisterinnen-wahlentscheidung? Zitat: Und Markarnstädt „…bewegt sich doch…“. Wäre auch an der Zeit, überfällig sogar. Alte Besen haben es nicht vollbracht, das mit dem Stadtbad, Kulki- Parkplatzgebühr, Frankenheimer Straßenanschluss, Kulki-Toilette, Nächtl. Sicherheit im Stadtgrün, Bankangelegenheiten u.v.m. Ein breites Band für Alle Bürger. Quasi Breitband für Alle. Mal sehen ob eine neue Besin besser kehren kann oder doch der Bisherige …? Geht wählen, macht es richtig. Es ist schon ein Kreuz
    mit dem Kreuz. Ob es die Wahlentscheidung dann richtig macht steht in den Sternen…, wie immer.

  6. Alt Altranstädter sagt:

    Ich bin wirklich verwundert, dass niemand diesen Ausgang erahnt hatte.
    Man hat einem Unbekannten vor acht Jahren gewählt. Dieser ist farblos und blass geblieben. Wirkliche Visionen und bleibende Innovationen blieben aus.

    Die CDU in Markranstädt bildet die Mehrheit im Stadtrat seit so vielen Jahren. Für wen hat sie Entscheidungen getroffen? Oft hatte man den Eindruck – für sich selbst.

    Da viele Wähler aus Prinzip dann ungültig nicht wählen wollten, freute sich dann die dritte über ihre Stimmen.
    Also gibt Markranstädt Ihr vielleicht am 11.10. die Chance die nächsten sieben Jahre zu wachsen und vielleicht echte Fußspuren in Markranstädt zu hinterlassen.

  7. Bürger sagt:

    Eigentlich ganz einfach.
    Mal die gezinkten Karten beim mischen weglassen;)

    Eines steht fest, die Politikverdrossenheit und Wahlfaulheit der Bürger ist sicher in der Intransparenz und der Unzufriedenheit begründet sowie ganz klar auch der Orts-CDU zu verdanken.
    Aber die meckert am Ende nicht und schiebt wieder alles aufs Wetter, oder?

    Ich bin nicht nur auf den weiteren Verlauf gespannt, sondern auch auf die kommende Bundestagswahl. da sieht es leider nicht besser aus mit der Transparenz und so weiter

  8. Heiko Küster sagt:

    Na gugge ma, das heddsch nisch gedacht…
    Aber eigentlich ein logisches Ergebnis, da man bei 2 der 3 Kandidaten von vornherein wusste, was man hatte bzw. eben nicht hatte: Glaubwürdigkeit.
    Das Interessante an so einer Wahl ist doch, dass man seine Stimme abgibt…und eben 7 Jahre nicht darauf zurückgreifen kann(wir erinnern uns: Stimmabgabe!!!) Da ist mir ein „Experiment“, s. LVZ von heute, dann doch lieber, alles Andere ist nur Augenwischerei.
    Freue mich schon auf den 11. 10….

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