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Test the Rest: Markranstädts Nasen auf dem Prüfstand - Markranstädter Nachtschichten

Test the Rest: Markranstädts Nasen auf dem Prüfstand

So lange es noch was zu testen gibt… Gerade noch rechtzeitig vor dem Ende der Corona-Pandemie hat am Donnerstag auch in Markranstädt ein Testzentrum seinen Betrieb aufgenommen. Damit kann jeder Markranstädter jetzt auch vor Ort feststellen lassen, ob er Corona hat oder nicht. Was ihm das Wissen um ein negatives Testergebnis nützt, ist jedem selbst überlassen. Ein Versuchskaninchen der Markranstädter Nachtschichten hat den Test mal mitgemacht und seine Erlebnisse mit folgendem Bericht der Nachwelt hinterlassen.

Rund 20 Testlinge aller aktuell 63 Geschlechter und Altersgruppen hatten sich vorm Sportcenter bei sechs Grad Außentemperatur die Füße kalt gestanden, bevor sich pünktlich um 14 Uhr die Pforten öffneten.

Obwohl drinnen alles perfekt organisiert war, riss die Schlange in der folgenden Stunde nicht ab. Immer kamen neue Fleischproben an und bisweilen staute sich das humanoide Testmaterial bis hinunter auf den Fußweg an der Leipziger Straße.

Die goldene Nase

Die erste Testperson in der Markranstädter Corona-Geschichte war Regina Eichler. Die rüstige Seniorin hat es nicht weit von zu Hause bis zum Testzentrum und legte deshalb den Weg zu Fuß zurück.

Regina Eichler ist Markranstädts erste Testperson. Gern ließ sie sich von Beate Lehmann (l.) beim Ausfüllen des Formulars helfen.

Regina Eichler ist Markranstädts erste Testperson. Gern ließ sie sich von Beate Lehmann (l.) beim Ausfüllen des Formulars helfen.

Beim Ausfüllen der Formulare nahm sie dann allerdings gern die Hilfe der Ersten Beigeordneten in Anspruch. Beate Lehmann schob am Donnerstag freiwillig Dienst im Sportcenter, um das Tester-Team zu unterstützen.

Es lebe der Vorgang!

Das Formularwesen erwies sich schnell als die eigentliche Bremse im Testgetriebe. Mit Ausnahme der Konfektionsgröße und der Farbe des Slips wird gefühlt alles abgefragt, was im Datenschutz Rang und Namen hat.

Da wartet man regelrecht auf so unterhaltsame Höhepunkte, dass eine 90-Jährige in der Handtasche nach ihrer Schiefertafel sucht, um darauf ihre E-Mail-Adresse zu googeln.

Der Ablauf kann so zusammengefasst werden. Nach dem Eintritt ins Sportcenter, der erstaunlicherweise ohne Vorlage eines gültigen negativen Testergebnisses erfolgen darf, desinfiziert man artig seine Hände und geht dann an einen Schalter, an dem man Chipkarte oder Ausweis vorlegt und dafür eine Nummer sowie das Formular für die Einverständniserklärung erhält.

Das Formularwesen ist die eigentliche Bremse im Getriebe des Testzentrums. Dafür ist ein separater Bereich eingerichtet.

Das Formularwesen ist die eigentliche Bremse im Getriebe des Testzentrums. Dafür ist ein separater Bereich eingerichtet.

Dieses Formular ist anschließend auszufüllen (übrigens mit dem bürgerlichen Namen und nicht mit der eben zugewiesenen Nummer!) und damit geht’s dann ab in den Wartebereich des eigentlichen Testzentrums. Dort gibt man das Formular ab und wird für den Test registriert. Anschließend hinsetzen und warten.

Maske runter, Nase entblößen!

Wenn’s dann heißt „Der Nächste bitte!“, wird man von einem geschulten Tester des DRK hinter einen Paravent gerufen und muss dort seine Nasenlöcher frei machen. Frauen dürften damit die wenigsten Probleme haben, ist ihnen dieser Vorgang doch aus einer anderen, eine Etage tiefer angesiedelten, medizinischen Disziplin meist sehr vertraut.

Sind die Nase entblößt und die Löcher gespreizt, rammt Ihnen der DRK-Scherge einen Wattestab bis zum Anschlag in die Nüstern und rührt Ihr Gehirn um. Man kann nur raten: Schämen Sie sich Ihrer Tränen nicht! Es ist weder Scham noch Schmerz oder ein anderes Gefühl, das Sie zu deren Ausbruch treibt, sondern ein ganz natürlicher Reflex.

Immerhin haben Sie danach auch rund 15 Minuten Zeit, Ihr persönliches Augenwerk wieder zu trocknen.

In der Zwischenzeit ticken am Display der Testbox die Minuten runter und irgendwann ruft eine der Helferinnen am Schreibtisch Ihre Nummer auf und verkündet Ihr Urteil. Negativ oder positiv, je nach Ihrer Lebensweise in den Stunden zuvor.

Testen bis der Arzt kommt

Das ganze Prozedere können Sie dreimal pro Woche durchleben. Dienstags von 9 bis 13 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr. Man braucht schließlich jetzt alle Nase lang ein Testergebnis, das nicht älter als 24 Stunden sein darf.

Bitte mal die Nüstern freimachen.

Bitte mal die Nüstern freimachen.

Es ist davon auszugehen, dass Sie als erfahrene Testperson nach den ersten zehn-zwölf Tests gar nichts mehr spüren und nicht mal mehr Tränen vergießen. Ihre Nasenlöcher haben dann die Spannkraft des Beckenbodens einer Mehrfachgebärenden und die einstige Schleimhaut wurde von Hornhaut verdrängt, gegen die sich Ihre rissigen Fersen wie ein Babyhintern anfühlen.

Typisch: alle negativ

Alles zum Wohle Ihrer Gesundheit. Zumindest für die nächsten Minuten. Bis Ihnen draußen auf der Straße ein Infizierter um den Hals fällt, um Ihnen seinen Respekt für den Mut zum Test auszudrücken.

Am Ende des Tages wurden übrigens 134 Markranstädter getestet. Alle Ergebnisse waren identisch mit der Stimmungslage in Lallendorf: negativ.

 

10 Kommentare

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    • Brigitte auf 11. April 2021 bei 20:33
    • Antworten

    ja ****s Mama,aber ich habe keine Langeweile,höchstens mal in der dunklen Jahreszeit und dann müßte ich zum Testzentrum beheizte Schuhe anziehen und Klapphocker mitnehmen.

    1. Klopapier nicht vergessen!

  1. Hm, was is´n nu besser, Formular oder Ferninfo auf´s Handy?
    Im Leipziger Testzentrum 2 (Karli 40), läuft alles sehr schnell, bequem digital u. mit minimalstem Personaleinsatz:
    Von der Voranmeldung und Auswahl eines Zeitfensters zum Einschub des Testmaterials in den Rachen, bis zur Mitteilung des Testergebnisses, welches man aufs Handy bekommt, so dass Wartezeiten entfallen.
    Nachteil: 2 Tage späterter bekommt man vom „Veranstalter“ eine Entschuldigungs- E-Mail, dass leider ein Datenleck bestand u. alle persönlichen Daten der Probanden von kriminellen Schlaufüchsen abgesaugt wurden. Dazu gibt es das Angebot, dass jeder Freiwillige, der sich dort nochmals testen lässt, als Entschädigung 10 Gratismasken erhält! – Es ist leider nichst vollkommen auf dieser Welt u. alles hat seine Kehrseite!

    1. Das mit der Testerei sist sowieso so eine Sache. Wer ins Testzentrum geht um feststellen zu lassen, ob er gesund ist, könnte auch auf den Friedhof gehen, um sicher zu sein, dass er noch lebt.

    • Busch,Brigitte auf 9. April 2021 bei 7:36
    • Antworten

    O,Gott,da weiß ich ja,Falls ich Langeweile habe,wo ich hingehen kann,werde mich dann jeden Tag Testen lassen……..

    1. Es gibt bald auch Ferntests. Da müssen Sie sich nicht mehr anstellen, sonden können aus dem Auto heraus im Vorbeifahren einen Kutscherpfiff ins Testzentrum schießen. Das Ergebnis kommt später automatisch auf Ihr Handy.

    2. Die Idee ist super!
      Treffen wir uns alle Montag um 10:00Uhr zum Frühshoppentesten.
      Damit man mal wieder unter Leute kommt

      • Bademeister´s Mama auf 9. April 2021 bei 17:54
      • Antworten

      Das ist haargenau das Richtige für dich Brigitte. Man kann so nett plaudern und erfährt das Neueste aus der Stadt. Eine Tasse Kaffee dazu würde alles noch toppen. Wenn dann neue Probanden mit neuen Nachrichten kommen, kannst du dich ein zweites Mal testen lassen, damit du auch nichts verpasst. Mit diesen neuen Informationen kannst du dann deiner Strandgemeinde imponieren.

  2. Großartig! Vielen Dank für diesen Artikel!
    Der Unsinn könnte nicht größer sein! Gesunden Menschen das Gefühl für den eigenen Körper abtrainieren und sie (glücklicher Weise NICHT) kranktesten
    und ganz nebenbei das Sportcenter belegen, in dem die Markranstädter eigentlich pro Gesundheit ihre Fitness trainieren können.
    Dass den Kindern und Jugendlichen durch die Belegung ein zügiger Wiedereinstieg ins Sportleben – sobald laut Verordnung möglich – unmöglich gemacht wird und ein sehnsüchtig erwarteter Trainingsstart verzögert wird, ist unfassbar!!! Wer war dafür, das ‚Sport‘-center als ‚Krank‘-center umzufunktionieren?
    Ich bin entsetzt! Kinder und Jugendliche brauchen Freunde, Bewegung und die Möglichkeit, sich gesund fühlen zu dürfen! Die Definition von Gesundheit der WHO darf gern zu Rate gezogen werden! Nach über 1 Jahr, in dem man von ihnen viel abverlangt hat und sie ebenfalls zu einer Risikogruppe hat werden lassen, ist es an der Zeit, aktiv für ihre Zukunft zu arbeiten!

    1. Offenbar verstanden Sie den Beitrag etwas miss. Wir haben das durchaus lustig und satirisch gemeint, zugleich aber mit Respekt zur Kenntnis genommen, dass alle Probanden freiwillig dort waren und sich aus freien Stücken testen ließen. Niemand wurde verschleppt, gezwungen oder genötigt. Und es waren alles erwachsene Menschen, die diese Entscheidung für sich selbst treffen konnten. Dass das Sportcenter zu einem Testcenter wurde, ist ja nur eine Spielerei mit dem Namen, die man nicht so wörtlich nehmen sollte.Im Rathaus bekommt man ja auch keinen Rat.

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