+ + + Beamter aus Markranstädt sorgt mit sensationeller Idee weltweit für Aufsehen: Mann (36) entwickelt Programm zur kinderleichten Ernährungsumstellung im Home-Office – die Kekse stehen jetzt links vom Laptop + + +  

Von wegen Krise: Erzeuger-Wirtschaft in Markranstädt brummt!

Um in der Krisenzeit bei den lokalen Erzeugern für Entlastung zu sorgen, hatte das Rathaus gemeinsam mit der Marktgilde die Idee eines Frischemarktes entbunden. Ansässige Firmen sollten hier, sogar ohne Standgebühren, ihre Erzeugnisse an den Mann bringen können. Aber die Vermutung, dass die Unternehmen solche Hilfe nötig haben, war wohl eine Fehleinschätzung. Oder anders gesagt: Die Wirtschaft boomt!

Als die Stadtverwalter am Freitag hinter den Rathausgardinen hinab auf den leeren Marktplatz blickten, muss sich wohl sowas wie Erleichterung ausgebreitet haben. Das von den verwaisten Pflastersteinen in die Büros reflektierte Signal war eindeutig: Es gibt keine Rezession in Markranstädt!

Vielmehr laufen die Geschäfte der ansässigen Erzeuger so gut, dass sie das Angebot der Stadt nicht einmal ordnungsgemäß ignoriert haben. Ganze vier Standbetreiber verliefen sich am Freitag auf dem Markt, drei davon brachte allein die Marktgilde mit.

Bleiben wir mal beim nackten Zahlenwerk. Um für einen Anschub zu sorgen, hatte das Rathaus sechs ansässige Erzeuger extra nochmal höchstpersönlich eingeladen. Am Ende kam nur das Team vom LAV Erdenwerk.

Positiv gesehen ist alles gut

Die Reichsbedenkenträger der Republik Markranstädt werden das möglicherweise als Fehlschlag oder im besten Falle als Trauerspiel charakterisieren, diese Ewiggestrigen die. Allein die Religion der Satire gebietet aber stets den Glauben an das Gute im Menschen und daher eine optimistische Sichtweise. Und die stimmt wirklich zuversichtlich.

Überschaubares Markttreiben am Freitag.

Denn wenn man die Marktchancen eines Marktplatzes nicht nutzen muss, kann das doch nur ein positives Zeichen sein. Da hat man woanders genug Umsatz.

Vielleicht war aus diesem Grunde die Aufforderung an die Markranstädter Kundschaft „kauft lokal etwas verfrüht? Die Ausgabe einer Losung an die Händler, so nach dem Motto verkauft lokal“, erscheint aus heutiger Sicht jedenfalls sinnstiftender.

Am Ende war vielleicht das Gesamtpaket einfach nur zu gut. Die Idee der Stadtverwaltung war gut, aber den lokalen Erzeugern geht’s eben auch noch zu gut. Und an mangelnder Kundschaft kanns auch nicht gelegen haben, denn die war am Freitag da. Nicht gleich in Massen wie beim Corona-Schlussverkauf, aber alle vier anwesenden Händler waren mit ihren Umsätzen nicht unzufrieden.

Das LAV-Team hat allein an die 20 Säcke Gartenerde verkauft. Zwei davon an Bürgermeister Jens Spiske, der nicht nur mit seiner Frau, sondern auch mit der Hoffnung schwanger gegangen ist, dass er auch noch die passenden Pflanzen auf dem Markte erwerben kann. Leider Fehlanzeige und so wird auch er warten müssen, bis die Baumärkte wieder geöffnet haben.

Da blieb auch noch Zeit für einen Plausch mit Sicherheitsabstand. Bürgermeister Jens Spiske, Chef der Marktgilde Lutz Brause und Barbara Nerlich vom LAV-Team (v.l.n.r.).

Aber nicht genug des Guten, es kommt noch besser. Die Marktlage wird sich in Markranstädt ab sofort wirklich beruhigen. Das larmoyante Gefordere nach Unterstützung der Stadt muss jetzt, da die Unterstützung ausgeschlagen wurde, zumindest bei den zu Markte Geladenen zwangsläufig verstummen.

Es sei denn, die vermeintlich darbenden Erzeuger finden noch einen Dreh um die Sache richtigzustellen und der Stadt doch noch ein Versagen unterzujubeln. So nach dem Motto: „Das Rathaus hat es versäumt dafür zu sorgen, dass meine Produkte zum Markt gebracht werden.“ Oder man verweist auf das finanzielle Risiko und beklagt das Fehlen eines Fixums – öffentlich garantierter Mindestumsatz quasi, oder eben eine Art Begrüßungsgeld, Standprämie oder weiß der Teufel was.

Vom strategischen Denken

Ja, die Strategien zur Bewältigung der Krise sind sehr unterschiedlich. Manche wollen ihr Geld in diesen Zeiten sogar lieber zusammenhalten, verzichten auf wirksame Werbung und bekritzeln dafür lieber ihre Schaufenster mit Botschaften à la: ‚Wir haben geöffnet! Kommen Sie zu uns, bevor wir zu Ihnen kommen!‘ Außer acht lassend, dass die, die vor diesem Schaufenster stehen, sowieso schon da sind. Wie originell.

Aber es gibt auch andere Wege. In der Gaststätte „Ranstädter Eck“ beispielsweise geht man offensiv mit der Situation um. Statt zu jammern, werden dort die Ärmel hochgekrempelt. Zwar sollte allein das Angebot „Mittagessen frei Haus für 4,50 Euro“ schon kaum zu toppen sein, aber was nützt es, wenn niemand davon weiß?

Also hat Eck-Chef Peter Thieme die Werbetrommel gerührt, die sozialen Netzwerke bespielt, Flyer gedruckt, Speisepläne verteilt und ja, auch die Markranstädter Nachtschichten genutzt. Den Speiseplan für die kommenden zwei Wochen finden Sie übrigens hier.

Das Ergebnis: Der Mann steigt entkräftet aus dem Auto, wischt sich den Schweiß von der Stirn und resümiert: „Wahnsinn, wir liefern jetzt sogar schon in Kleingärten!“

Peter Thieme, Chef des Ranstädter Eck, hat alle Hände voll zu tun. Sogar aus Kleingartenanlagen gehen jetzt Bestellungen bei ihm ein.

Da kann man verstehen, dass das nicht jedermanns Sache ist. Wenn das Rühren der Werbetrommel darin gipfelt, dass man danach im Schweiße seines Angesichts arbeiten muss, ist das anstrengender, als nur Forderungen zu stellen und sich dem Tagtraum hinzugeben, dass der Umsatz via öffentlicher Hand nach Hause gebracht wird.

Devise lautet: Dran bleiben!

Lassen Sie uns am Schluss noch mal auf den Erzeugermarkt zurückblicken und dabei die satirische Brille absetzen. Die Idee ist gut, muss aber – wie alles Neue in Markranstädt – erst noch reifen.

Erinnern wir uns an den ersten Weihnachtsmarkt, als vermeintliche „Passanten“ auf einem noch vermeintlicheren Spaziergang scheinbar zufällig am Marktplatz vorbei kamen und noch scheinbarer überrascht (gleichwohl aus skeptischer Ferne) vom Treiben auf dem Areal Kenntnis nahmen.

Und nun vergleichen Sie dieses Szenario mal mit den jüngsten Auflagen dieses Weihnachtsmarktes, bei denen er im wahrsten Sinne des Wortes aus allen Nähten platzte. Es ist wie immer im Leben: Jegliches braucht seine Zeit. Und neue, noch dazu gute Ideen, brauchen mitunter viel Zeit. Im Umkehrschluss heißt das: Auf die Geduld kommts an. Wünschen wir sie allen Initiatoren.

 






One Comment to Von wegen Krise: Erzeuger-Wirtschaft in Markranstädt brummt!

  1. spitzbube sagt:

    moin markranstädt
    neulich bin ich mit maske in die bank rein und ohne das ich etwas gesagt habe wurde mir mehr geld gegeben, als ich eigentlich haben wollte… (ironie)
    mfg
    der spitzbube

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