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Weißer Rauch aus dem Rathaus: Habemus Mamam!

Der König ist tot, es lebe die Königin! Im Jahr 8 n. CR wählen die Markranstädter wieder eine Frau zur Bürgermeisterin. Im zweiten Wahlgang setzte sich Nadine Stitterich am Sonntag mit 55,5 Prozent sogar noch deutlicher durch als vor vier Wochen. Mitbewerber und Amtsinhaber Jens Spiske fehlten auf Stitterich rund 1500 Stimmen, er kam mit 32,7 Prozent fast auf das gleiche Ergebnis wie im ersten Wahlgang und muss den Lallendorfer Thron nun räumen.

Das war eine klare Ansage der Markranstädter Urnengänger. Mit 3.550 von 6.392 abgegebenen Stimmen haben sie Nadine Stitterich die (noch) nicht vorhandene Amtskette umgehängt. Es stimmt also doch: Amtsinhaber haben in Lallendorf traditionell schlechte Karten.

Freudestrahlende Wahlsiegerin Nadine Stitterich (l.).

Der einzige Bürgermeister, dem nach der Wende eine Titelverteidigung gelang, war Micha I. Seither wählt der homo marcransis stets was Neues. Frischer Wind statt Angstfürze. Aber der Reihe nach.

Am Anfang gabs noch einen Hoffnungsfunken für Jens Spiske. Das erste Auszählungsergebnis kam aus Räpitz und da hatte er mit 47,7 Prozent gewonnen. Nadine Stitterich kam dort nur auf 35,4 Prozent.

… dann kam die Strähne

Aber dann kam für die Frankenheimerin das, was man eine Strähne nennt. Göhrenz (57,4 %), Altranstädt (60,6 %), Stadtbad (51,7 %), Stadthalle (59,6 %), Sportcenter (55 %), Großlehna (49,3 %), Frankenheim (59,2 %), Rathaus (53,4 %) und KuK (62,2 %). Da brauchte es nicht mal mehr die Briefwahlergebnisse (58,6 %) als Königsmacher.

Jens Spiske konnte sich dagegen neben Räpitz nur noch in Quesitz mit 42,4 Prozent knapp behaupten. Entsprechend groß war die Freude im Lager Nadine Stitterichs, die als einzige der Kandidaten den Weg ins Bürgerrathaus gefunden hatte.

Kein ausgelassener Jubel, aber strahlende Gesichter, eine glückliche Siegerin und viele Blumen sowie reichlich Sekt und Glückwünsche.

Also ein Kopf-an-Kopf-Rennen war es nicht, aber wie das so ist bei einem Kampf, werden oft nur die Vorderen beachtet. Da ist schnell von einer Siegerin und einem Verlierer die Rede. Davon gabs in diesem Falle aber … nein, nicht zwei. Drei waren es. Jens Spiske mit 32, 7 Prozent, Peter Bär mit 11,8 Prozent und damit als Nummer drei auch die Markranstädter CDU.

Für alle drei geht’s in den kommenden Tagen wohl ans Wunden lecken. Allerdings brauchts dazu flinke Zungen. Jens Spiske hat wenigstens noch bis 23. November Zeit, seinen Thronsaal für die Nachmieterin bezugsfertig zu machen.

Die CDU hat da einen dichter gestrickten Zeitplan vor der Brust. Schon am heutigen Montag soll ein erstes Anamnesegespräch stattfinden. Am Mittwoch geht’s mit Starbesetzung aus dem Landkreis in die Klinik am Rande der Stadt zu Dreharbeiten für die Folge „Operation am offenen Herzen“ aus der Reihe „Die jungen Ärzte“. Es wird nicht langweilig in Markranstädt.

Bliebe noch die für Satiriker einzig interessante Frage: Versteht die Neue im Amt Spaß? Denn eins muss man Jens Spiske lassen: Er war dafür zu haben, kritisierte sogar so manche Karnevalsveranstaltung, weil dort der Bürgermeister nicht durch den Kakao gezogen wurde und hat auch runtergeschluckt, was ihm die Markranstädter Nachtschichten in den letzten Jahren so alles eingeschenkt hatten. Dafür an dieser Stelle Respekt und Dank!

Das vorläufige Endergebnis des zweiten Wahlgangs.

Aber kein Grund für Pessimismus. Nadine Stitterich hat sich nicht nur durch ihre Teilnahme an den legendären Wahlinterviews klar zum Humor positioniert, sondern auch gestern wieder, nur Sekunden nach ihrer Wahl.

Versteht sie Spaß?

Wie eine Hebamme, die einem gerade geborenen Baby für den ersten Schrei einen Klaps auf den Hintern gibt, haben wir Nadine Stitterich ein erstes satirisches Lebenszeichen als Bürgermeisterin entlockt (ist nicht sexistisch – hätten wir bei Peter Bär auch gemacht). Fototermin für das neue Abendmahl in der vierten Etage als Karikaturvorlage. Und was soll man sagen? Sie hat sich trotz Schlange stehender Gratulanten nicht zweimal bitten lassen. Alles wird gut!

Eine Nachlese, die sein muss

So, liebe Freunde satirischer Unterhaltung, das war die Wahl 2020. Endlich! In der Zwischenzeit haben sich nämlich ein paar Dinge angesammelt, die unbedingt mal raus müssen. Lustige Sachen meist, aber auch ein paar bedenkliche Entwicklungen, gerade aus dem anonymen Bürgertum.

Wir haben sie, um die objektive Meinungsbildung nicht zu beeinflussen, unterm Deckel gehalten. Jetzt darfs endlich raus. Also in den kommenden Tagen mal…

Bis dahin: Bleiben Sie gesund und nochmal die herzlichsten Glückwünsche an Nadine Stitterich.

 



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7 Comments to Weißer Rauch aus dem Rathaus: Habemus Mamam!

  1. OLIT sagt:

    Die demokratische Wahlamtsvergabe ist ohne Schmutzschlacht mit der Stichwahl nun vorbei. Verlierer ist die CDU- Hausgemacht von den derzeitigen Akteuren. Gewonnen haben alle 3 die sich gestellt haben. Danke für die Aufopferung- Blick nach Vorn. Lallendorf hat ne Meinung- das ist gut so. Danke MN für die gute Begleitung.

    • CvD sagt:

      Ihr Kommentar ist der zu Buchstaben gewordene Beweis dafür, wie glücklich es sich ohne soziale Netzwerke lebt. Staunen Sie also nicht, wenn Sie in der Geschichtsschreibung der Stadt wider Erwarten irgendwann doch einmal was von Schmutzkampagnen lesen.

    • kleiner Beobachter sagt:

      Hmmm sorry, ich weis ja nicht welcher BM Wahl Sie bei gewohnt haben, aber dies ohne Schmutzschlacht zu bezeichnen ist doch schon schwer untertrieben. Oder konnten/wollten Sie die Anfeindungen im Sozialen Netz nicht wahrhaben?

      • CvD sagt:

        Ja, es gibt tatsächlich noch Menschen, die sich eine Wahlentscheidung – ja, überhaupt ein LEBEN – ohne soziale Netzwerke zutrauen. Und wie man am Kommentar von Olit sieht, leben die wesentlich glücklicher. Chapeau!

  2. kleiner Beobachter sagt:

    Nachgedanken………….
    Gut analysiert und wieder trefflich formuliert, aber eines darf auch nicht vergessen werden, der eigentliche Schuß ging nach hinten los.
    Was war geschehen, als sich beim ersten Wahlgang schon eine Richtung entwickelte sahen sich wohl mal wieder wie schon 2012 geschehen, geneigte Bürger/innen dazu berufen eine Schmutzkampagne zu starten da man befürchtete es könnte die Nachwahl anders ausgehen als eben bestimmte Bürger/innen es nicht wollten. Alles hatten wir vor 7 Jahren bzw. 8 Jahren durch und diesmal ging der Schuß auch wieder nach hinten los. Nur kann man hoffen dass es diesmal nicht durch Gerichtsentscheide solang dauert bis der/die neue BM im Rathaus Platz nehmen darf.
    Demokratie basiert auf Mehrheiten. Jedem Menschen Recht getan, ist eine Kunst die niemand kann!

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