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Wer löscht, darf auch mal einen brennen

Früher war die Feuerwehr nur zum Löschen von Bränden da. Heute werden die Kameraden auch gerufen, wenn mal eine Tür geöffnet oder ein Patient getragen werden muss oder die Bahnhofsunterführung abgesoffen ist. Und selbst wenn, wie zuletzt, Sabine beim Blasen einen Dachziegel verschoben hat, heulen die Sirenen. Dabei sind die Löscheinsätze schon anstrengend und gefährlich genug. Höchste Zeit, dieses Engagement mal wieder zu würdigen.

Großer Bahnhof am vergangenen Samstag in der Stadthalle. Alles was in der Stadt halbwegs Rang und Namen hat und nicht in Seebenisch beim Karneval weilte, war gekommen, um den Kameradinnen und Kameraden unserer Feuerwehren die Ehre zu erweisen.

Das zur Eröffnung zelebrierte Defilee hörte sich bisweilen an wie einst die beschwörerischen Begrüßungsformeln des Politbüros. Aber in diesem Falle alles freiwillig und schließlich heißt es nicht umsonst: Ehre wem Ehre gebührt!

Nicht zuletzt klang im Saal auch noch das große Lob für den absolut professionellen Einsatz beim jüngsten Brand in der Karlstraße nach. Dass dabei eine Kameradin verletzt wurde, dürfte auch dem letzten artfremden Besucher deutlich vor Augen geführt haben, dass es sich beim Ehrenamt in der Feuerwehr nicht um einen lustigen Zeitvertreib handelt, nur um auch mal zu Hause rauszukommen.

Ehre wem Ehre gebührt: Volle Hütte in der Stadthalle.

Gleich im Anschluss an die Begrüßung wurden ein paar interessante Zahlen in die Stadthalle gestreut. Demnach sind in der Feuerwehr aktuell 143 Mitglieder aktiv. Wenngleich die Frauenquote mit 26 Kameradinnen rein mathematisch nach wenig klingt, kann sie sich im regionalen Vergleich aber sehen lassen.

Und wenn dann am Ende des Jahres noch ein so aufregender Kalender dabei rum kommt, dürfen sich die Markranstädter Jüngerinnen Florians mit Fug und Recht in den Himmel heben lassen.

Nicht zuletzt haben sie alle zusammen, also sowohl die Kameraden als auch die *innen, im vergangenen Jahr 6876 Ausbildungsstunden geleistet. Und bevor jetzt jemand auf die Idee kommt, dass das immer noch besser sei als zu Hause den Müll runterbringen zu müssen, sei noch erwähnt, dass man all das auch noch mit den alltäglichen Hausaufgaben in Einklang bringen muss. Bis hin zu den ehelichen Pflichten.

Nicht zuletzt wären da ja noch die Einsätze. Insgesamt 156 mal ist die Feuerwehr im vergangenen Jahr ausgerückt. Macht insgesamt – FFW-Chef Sven Haetscher hats ausgerechnet und verkündet – noch mal 2148 Stunden fürs Gemeinwohl geopferte Freizeit. Zum Vergleich: Bei den Markranstädter Nachtschichten waren’s nur 1046 Stunden und bis aufs Bierholen musste auch niemand seinen Hintern aus dem Keller drehen.

Das ist der Unterschied: Während Indianer im Rauch Botschaften lesen, werden die Feuer in Markranstädt gelöscht und dafür gibts auch noch reichlich Dank.

Die Nachwuchsgewinnung sieht bei der Feuerwehr allerdings etwas anders aus als zu Hause. Drum gibt’s bei den Kameraden auch mehr. So wurden 2019 zwölf Kids der Kinderfeuerwehr in die Reihen der Jugendlichen berufen und von den 96 Mitgliedern der Jugendfeuerwehr wiederum vollzogen drei den Sprung in die aktiven Reihen der großen Helden.

Und damit’s auch weiterhin Spaß macht und man für alle Übungen und Einsätze auch gut aufgestellt ist, stehen für dieses Jahr ein neues Gerätehaus in Gärnitz und ein neuer Mannschaftstransportwagen in Aussicht.

Und dann gings an die Ehrungszeremonie. Neun Kameraden wurden zu Feuerwehrmänn*innen befördert, sechs zu Oberfeuerwehrmänn*innen, sieben Kameraden wurden die Schulterstücke eines Hauptfeuerwehrmannes angeknüpft und zwei wurden zu Löschmeistern ernannt. Darüber hinaus gibt’s jetzt vier frischgebackene Hauptlöschmeister, einen Brandmeister und schlussendlich ächzten auch die Schultern von Sven Haetscher unter der Last nagelneuer Schulterstücke eines Hauptbrandmeisters.

Nach den Gaumenfreuden kamen die Augenweiden: Die Tänzerinnen des MCC sagen auf ihre Weise Dankeschön, während sich ihre Chefetage bei den Karnevalisten in Seebenisch die Kante gibt.

Nach den Beförderungen gabs dann die Auszeichnungen für den ehrenamtlichen Dienst. Zweimal für 10-jährigen, je einmal für 25-jährigen und 40-jährigen treuen Dienst. Vier Kameraden wurden für 50 Jahre, und zwei für 60 Jahre geehrt.

Den Beförderungen und Ehrungen schlossen sich die Auszeichnungen für überdurchschnittliches Engagement an, mit denen zehn Kameraden geehrt wurden. An vier Kameraden wurde vom Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes außerdem die Verdienstmedaille verliehen.

Und dann begann die echte Zeremonie mit Freigabe des Buffets, Musik, Tanz und Unterhaltung. Endlich mal wieder löschen – auch wenn’s nur der Durst war. Draußen zog schon Sabine auf und drohte mit neuerlichen Einsätzen, als die letzten Helden die Stadthalle verließen.

 



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One Comment to Wer löscht, darf auch mal einen brennen

  1. Biker sagt:

    Größte Hochachtung vor den Leistungen unserer Freiwilligen Feuerwehr!

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