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Wieder Bänke gedreht: Bekennerschreiben bitte an uns!

Da haben aber welche den Dreh raus! Schon wieder wurden die Bänke in der Parkstraße sauber abgeschraubt, sorgsam um 180 Grad gedreht und danach wieder ordnungsgemäß befestigt. Das war nun schon die dritte Dreh-Aktion innerhalb von zwei Wochen. Die ganze Stadt rätselt nun, wer das wohl macht und welche Botschaft dahinter steckt. Auch die Stadtverwaltung ist ratlos und bestätigt lediglich: „Uns liegt kein Bekennerschreiben vor.“

Beim letzten Mal kommentierte Bürgermeister Jens Spiske in einem sozialen Netzwerk trocken: „Wenigstens nicht geklaut oder zerstört.“

Wahre Worte, denn wenn dahinter wirklich ein Bezug zum gegenwärtig parallel laufenden Stadtmöbel-Drama stecken sollte, sind das in der Tat eher friedvolle Inszenierungen.

Wie sowas anderswo ausgehen kann, haben wir am 11. September 2001 gesehen, als in New York zwei potthässliche Türme in einem Akt bemannter Architekturkritik zurückgebaut wurden. In Markranstädt wird da schon wesentlich mehr Geist und Fleiß an den Tag … besser: an die Nacht gelegt.

Das geflügelte Wort vom „Rücken frei halten“ bekommt in Markranstädt eine völlig neue Bedeutung.

Beide Eigenschaften, sowohl Fleiß als auch Geist, schränken den verdächtigen Täterkreis jedoch deutlich ein. Bevölkerungsteilnehmer unter 30 Jahren fallen schon mal durchs Raster. Die scheitern bereits beim Anbrennen eines Briketts, was ganze Stapel abgebrannter Streichhölzer vorm Ofen verraten.

Die arbeitende Bevölkerung indes braucht die Nacht zum Schlafen, auch wenn das nicht überall so einfach ist beim Klang orientalischer Schlaflieder. Also kommt auch die gesellschaftliche Klasse der Werktätigen dafür nicht in Frage.

Ob diese Bänke auch schon gedreht wurden? Wenn ja, dann passt das eher zu den hier agierenden Milizen.

Blieben noch Rentner. Aber auch die schleichen sich spätestens nach der neuesten Folge von „In aller Freundschaft“ ins Schlafzimmer. Obwohl … es gibt da im Alter so seltsame Krankheiten. Eine davon nennt sich „senile Bettflucht“. Kann ja immerhin sein, dass sich im Laufe der Jahre auf den nächtlichen Fluchtrouten quer durch die Stadt Freundschaften entwickelt haben und da jetzt ganze Teams von Bettflüchtlingen unterwegs sind.

Lassen wir also mal unseren satirisch-kriminalistischen Spürsinn arbeiten und fassen die harten Fakten zusammen. Um die Bänke abzuschrauben, zu drehen und wieder anzuschrauben, sind mindestens zwei Mann/Männinnen erforderlich. Die müssen zudem nachts Zeit haben (sich folglich tagsüber ausruhen können), das entsprechende Werkzeug besitzen und auch noch damit umgehen können.

Das ist doch schon mal eine gute Grundlage, um ein Ermittlungsverfahren erfolgreich beginnen zu können. Da sich die Täter persönlich kennen, schließt das auch eine Facebook-Freundschaft und damit die Altersgruppe unter 25 aus. Eher deuten die Indizien auf Handelnde mit akademischen Abschlüssen hin. Die Botschaft, die mit den Drehbänken transportiert werden soll, ist so intelligent codiert, dass sich selbst jene Markranstädter, die sonst immer alles wissen, beschämt in bleiernes Schweigen hüllen.

Das neue Idyll „Heckenblick“ war gestern ein gefragter Entspannungsort für gestresste Schüler.

An dieser Stelle der Ermittlungen helfen den Beamten im Krimi immer die Bekennerbriefe weiter. Genau hier liegt der Hase im Pfeffer! In Markranstädt gibt es keine Presseorgane, denen man ein solches Schreiben zuspielen kann. Also müssen wohl mal wieder die Gemeindesatiriker in die Presche springen. Liebe Bankdreher, schickt uns Eure Bekennerschreiben! Wir versprechen hiermit beim Heiligen Eulenspiegel, sie allesamt zu veröffentlichen. Gebt uns die Chance auf ein weiteres Puzzleteil, um beim Stadträtsel „Wer hat an der Bank gedreht?“ einen Schritt weiterzukommen.

 






5 Comments to Wieder Bänke gedreht: Bekennerschreiben bitte an uns!

  1. Bentin sagt:

    Kleiner Transporter. Helle Fahrerkabine (helles Grau oder nur dreckig?) ohne Werbung/Firmennennung an der Fahrertür. Hinten fast komplett leere Ladefläche bis auf einen oben geschlossenen nicht vollen grünen mittelgrossen Plastesack.
    Stand rückwärts geparkt nahe der einen Bank ggü der Kneipe.
    Neben dem Transporter 3 gut gebaute Herren in orangem Blaumann mit Zigaretten in den Fäusten. Hätten sie nicht alle 3 so aufmerksam prüfend zu mir rüber geschaut, könnte ich jetzt auch noch sagen, ob Kennzeichen von Stadt oder Landkreis Leipzig. Ich hatte nur zuviel Schiss vor Sprüchen und wollte ungefragt so fix als möglich dort vorbei. Am 28.8. um 08:25 Uhr.
    Wobei 3 der 5 Bänke im Park seit dem Verdrehen nie wieder umgedreht wurden. Die vom Rand. Sonst sassen dort gern Rentner beim Schwatz oder Mamas mit Kleinkind. Keine Ahnung, warum ausgerechnet die verscheucht werden sollen. Traurig sowas.

    • CvD sagt:

      8:25 Uhr??? Da können das nur osteuropäische Schwarzarbeiter gewesen sein, die irgendwo auf einem Hinterhof in der Parkstraße mit der Montage eines Wintergartens fertig geworden sind. Um 8:25 Uhr – egal ob PM oder AM, ist es noch bzw. schon hell und da dreht niemand heimlich Bänke um. Das ist eine kalte Spur, würde Kriminalkommissar Rex sagen 🙂

  2. Bernd Hollwitz sagt:

    „Liebe Bankdreher, schickt uns Eure Bekennerschreiben!“

    Gute Idee!
    Jetzt wird’s spannend in der Banken – Dreher – Stadt Lallendorf.
    Zum Glück kümmert sich MN darum!

  3. Ute Weigand-Münzel sagt:

    Herrlicher Artikel. So etwas braucht man zum frühen Morgen.
    Die Idee, die Bänke zu drehen, ist auch ziemlich witzig.
    Freue mich auf die Bekennerschreiben…

  4. Der Seebenischer sagt:

    Es handelt sich hierbei eventuell um das Phänomen der Suizidalität der Banken. In diesem Falle sei mit einem echten Bekennerschreiben nicht zu rechnen, da der erste Teil, nämlich die Demontage, von den Banken selbstmörderisch in Eigenregie vorgenommen wird. Die Presse berichtet dann oft „.. die Banken drehen an der Gebührenschraube“, und niemand kommt dabei auf den Gedanken, nach einem Bekennerschreiben zu fragen. Über den zweiten Teil der Aktion, das Umdrehen nach dem Lösen der Befestigung, berichten dann die deutschen Aktienmärkte wiederkehrend „Deutsche Bank drehen wieder ins plus“. So könnte es sich zugetragen haben. Abhilfe, Herr Bürgermeister? Nicht an den Gebührenschrauben u. A. der Grundsteuern drehen und die Stadtmöblierung mit ganz normalen Schrauben ausführen. Wenn die Banken allerdings regelmäßig nicht ins Plus, sondern nach Mekka gedreht werden, dann hättet ihr dann in Markrans’dt ein anderes Problem.
    Aber da passt die Stadt bestimmt auf.
    Der Seebenischer

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