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And the winner is …

Am Sonntag fand in Hollywood die 87. Auflage der Oscar-Verleihung statt. In Deutschland gibt es eine Trophäe, die lange Zeit ähnlich hieß und sich heute Großer Preis des Mittelstands nennen muss. Zu nah war der Name von Oskar Patzelt am Academy Award of Merit dran. Dafür wird der Mittelstands-Oskar nicht nur verliehen, sondern man darf ihn sogar behalten. Die Stadt Markranstädt hat schon einen, Frank Fahrzeugbau und die LAV auch. Jetzt soll mindestens noch einer dazu kommen.

So ein Schauspieler hat es aber wesentlich einfacher, zu so einem goldenen Eumel zu kommen, als ein Unternehmen. Der muss sich halt ein bissl Text merken, Muckis spielen lassen und stets dafür sorgen, dass er eine Blondine mit tiefem Ausschnitt an seiner Seite hat.

Die weiblichen Mimen, so der Volksmund, brauchen oft nicht mal Text. Da soll mitunter schon anzügliches Gestöhne und ein vorgetäuschter Orgasmus unterm Regisseur genügen. Dafür gibt’s dann jedoch oft genug auch nur eine Goldene Palme oder einen Berlinale-Bären. Die ganz harten Fälle müssen schließlich in den Dschungel.

Ein Osc(k)ar fürs Leben

Aber wer einmal so einen Oscar gewonnen hat, der hat ausgesorgt für den Rest seines Daseins. Manchmal gibt es solche Situationen auch im wahren Leben. Sparwassers 1:0 damals in Hamburg war sowas wie ein Oscar-Gewinn. Der hätte an diesem Tag seine Treter im Volksparkstadion an den Nagel hängen können. Mit so einem Highlight in den eigenen Annalen kann fast nichts mehr schief gehen im Leben. Aber er hat weitergespielt. Mario Götze übrigens auch und es ist zu befürchten, dass auch einige der frischgebackenen Oscar-Preisträger weiter über die Leinwand flimmern.

In der Wirtschaft ist das anders. Der Große Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung ist der begehrteste Wirtschaftspreis Deutschlands. Aber den muss man sich im wahrsten Sinne des Wortes sauer verdienen. Da ist nix mit Text lernen und so. Eher Text schreiben. Ganze Ordner voll.

Und dann noch sowohl in- als auch externe Prüfungen und Kontrollen., alle möglichen DIN- und EU-Normen sind zu zertifizieren und weiß der Geier was noch alles. Dieser Aufwand ist nicht von jedem Unternehmen zu stemmen.

oscar3Sogar Azubis haben da in der Regel mehr Text zu lernen als so mancher Schauspieler: „Guten Tag, hier ist die Agrar-genossenschaft Pink Gülle Light e.G., sie sprechen mit der Auszubildenden Deborah-Chantal Freudenhaus-Bumsberger im Vorzimmer des Geschäftsführers Herrn Dr. Manfred Grünewald-Edelgeier, was kann ich für sie tun?“ Und wehe, die vergisst ein Wort, da ist nichts mit „Klappe, das machen wir nochmal.“ oder „Das schneiden wir schon.“

Der Aufwand ist groß, wenn man sich um einen solchen Mittelstands-Oskar bewirbt. Oft genug beschwören vergilbte Urkunden auf den Fluren und in den Vorzimmern ehrbarer Unternehmen, die daran erinnern, dass man es einst bis in die Endrunde schaffte, bei den Chefs nachhaltig Magengeschwüre herauf. Außer Spesen nichts gewesen.

Ohne Fleiß kein Preis

Insofern ist das Credo der Oskar-Patzelt-Stiftung, dass man sich in den Wettbewerb weder einkaufen noch an ihm bereichern kann, sicher richtig, aber es kann sich am Ende doch nicht jedes Unternehmen eine Teilnahme leisten.

Es sei denn, man verfügt über einen PR-Stab und hat auch sonst noch immer mal ein paar Angestellte übrig, die sich um die Teilnahme kümmern können. Dafür, dass der Preis nicht dotiert ist, muss da schon viel Idealismus aufgebracht werden.

Sechs Markranstädter nominiert

Trotzdem stehen in diesem Jahr sechs Markranstädter Unternehmen auf der Nominierungsliste und auch die Stadt selbst macht sich Hoffnung auf den Sonderpreis „Premier-Kommune des Jahres“. Dafür gäbe es dann eine Porzellan-Skulptur statt des gemeinen Bronze-Eumels. Erfolg ist zerbrechlich.

Die Stadt am See könnte so bald zur Oskar-Stadt werden. Man kann es fast schon wie feierliche Orgelklänge aus dem Stadion hören, wenn der Sprecher beim Zieleinlauf wie dazumal Heinz-Florian Oertel stolz wie Oskar verkündet: „Haben sie Mut! Nennen sie ihre Neuankömmlinge des heutigen Tages Oskar!“

 



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