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Wort für(s) Wort - Markranstädter Nachtschichten

Wort für(s) Wort

Schon wieder ein Vierteljahr vorüber. Manche merken es daran, dass der neue  „geMEINdeBRIEF“ im Postkasten liegt. Damit auch die restlichen Teilnehmer unserer Gesellschaft in den kommenden drei Monaten etwas zum Nach- und Mitdenken haben, lassen wir an dieser Stelle vor jedem neuen Quartal traditionell Pfarrer Zemmrich zu Wort kommen. Diesmal hat er für uns eine ganz besondere Lesart der Pisa-Studie aufbereitet.

Der schiefe Turm von Pisa war anfangs nicht schief. Die Baumeister haben 1173 n.Chr. bei Planung und Bau getan, was sie für richtig hielten. Die ersten drei Stockwerke waren scheinbar gelungen.

Doch dann sackte nach zwölf Jahren Bau das Fundament ab. Alles, was richtig schien, war plötzlich fraglich. Unsichtbar unter der Erde lag eine Bedrohung verborgen.

Solche unsichtbaren Bedrohungen gibt es immer wieder. Und sie erzwingen einen Baustopp. Im Falle von Pisa dauerten Erschütterung und Ratlosigkeit einhundert Jahre lang. Nach drei Generationen hatte man sich vom Schock des Scheiterns erholt und baute weiter. Nein, keinen neuen Turm. Sondern den alten.

Die ersten drei Stockwerke, die sich als schief und gefährdet erwiesen hatten, wurden zur Grundlage für den weiteren Bau. Jedes weitere Stockwerk musste nun das Problem aufnehmen und gleichzeitig Teil der Lösung sein.

Das war nur möglich, weil die Baumeister die Schwachstellen des Anfangs kannten, sich und andere darüber nicht täuschten, nichts versteckten und deshalb souverän weiterbauen konnten. Nur halb so hoch in den Himmel wie ursprünglich gedacht, aber immerhin.

Wir leben im Umbruch. Im Einbruch. Wir sehen, was schief ist, absackte. Wir streiten uns über ein offenbar nötiges aber auch ungerechtes Wirrwarr an Einschränkungen und Freiheiten. Sind traurig, gestresst, wütend, ratlos und haben Angst vor dem Ende dessen, was uns normal zu sein schien.

Wir versuchen, die bereits gebauten Stockwerke des Turms mit Injektionen zu halten. Aber wir werden nicht so weiterbauen können wie bisher. Wir können uns aber auch keine Schockstarre und kein Vergessen leisten, die einhundert Jahre dauern.

Es kommt alles darauf an, wie offen und ehrlich wir uns über die Schwachstellen der ersten Stockwerke klar und einig werden.

Ein vollkommen neuer Turm ist nicht die Lösung – weder politisch, noch wirtschaftlich, noch sozial. Wir sollten mit der Zuversicht weiterbauen, die auf eine Verheißung des Propheten Jesaja zurückgreift – lange vor Pisa und lange vor dieser Pandemie: „Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen.“

Gerade wenn wir meinen: jetzt ist es aus, jetzt kannst du aufhören, das wird nie mehr so, wie wir es ursprünglich gedacht hatten – gerade dann gilt uns diese Botschaft. Wir stehen heute vor einem Bau in Schieflage. Es wird professionell sein, vor weiterem Tun zu lauschen. Worauf? Auf welche Weise GOTT bewahrt.

Dass sich die Turmbauer von Pisa gemäßigt haben, ist ihrem Esprit zu danken. Nun wird es auf unseren Geist ankommen, dass er sich nicht aufgibt, sich weder verwirrt, noch maßlos wird, nicht nur vom Geld leiten lässt, sondern vom Heiligen Geist.

 

6 Kommentare

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    • Marc Ranstetter auf 2. Juni 2021 bei 11:41
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    Ich glaube zwar weder an Gott noch an den heiligen Geist, aber dies Gleichnis hat schon so einiges für sich, was im wahren Leben Beachtung finden sollte. Zu schnell sind wir doch bereit wegzuwerfen, was wir oft jahrelang aufgebaut, gehegt und gepflegt haben ohne uns zu fragen, was wir vielleicht hätten anders oder besser machen können – quer durch die Gesellschaft. Die Fundamente sind gelegt, drauf bauen müssen nicht nur die da oben oder der da ganz oben, sondern wir alle. Insofern Danke Herr Zemmrich für die Worte der Zuversicht.

    1. Marius Müller-Westernhagen glaubt nur an die Deutsche Bank und muss für sein Vermögen trotzdem Strafzinsen zahlen. Irgendwann wird der Herr da oben sagen: „Glohmse ja nich wer ich bin!“

    • Pia Kühn auf 1. Juni 2021 bei 11:14
    • Antworten

    Einfach nur gut. Danke☺

    1. Wir reichen den Dank weiter.

    • Tilo Lehmann auf 1. Juni 2021 bei 9:38
    • Antworten

    Hier muss ich wirklich meine (positive) Danksagung weitergeben. Weitergeben an diese so richtigen, klugen und wahren Worte die uns Pfarrer Zemmrich und durch MN möglich weiter gibt. Ja- Nicht: Weiter so, Nein-Nicht Alles was eingeschränkt ist ist Falsch. Mundsprachlich heist es: Uffpasse. Beobachte. Lerne. Erhalte und Bau-auf. Und: Lass uns nicht wie Vieh treiben, besonders nicht von den Vielsprechern und Viralgesichtern und Vielschreiberlingen. Unser Kosmos muss Bauch- und mit Kopf gesteuert bleiben dürfen- da machen wir nichts falsch. Wir Alle sollten UNS nicht vergessen, da sind wir wohl auch geeint im Heiligen Geist.
    Nochmal vielen Dank Herr Pfarrer Michael Zemmrich.

    1. Und wir mussten seine Auslassungen nicht mal zensieren. Er hat das ganz freiwillig so dargestellt.

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