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Zwischen Infos vom Politbüro und klaren Taten des Volkes

Lassen wir es ruhig mal zu einer (hoffentlich kurzen) Tradition werden, unsere Markranstädter Tagesschau mit ein paar humorgeladenen Gedanken zu beginnen. Falls Sie heute schon anderweitig Grund dazu hatten und der Meinung sind, genug gelächelt zu haben, dann können Sie diesen Teil auch überspringen und sich gleich den Hauptteil reinziehen.

Dass man auch in der aktuell menschlich entleerten Öffentlichkeit keine Wertgegenstände im Auto liegenlassen sollte, darauf weist die Polizei in Nordrhein-Westfalen hin. Was sich dort zugetragen hat, ist ein deutliches Indiz auf die Veränderung unserer Wertmaßstäbe.

In der beschaulichen Ortschaft Würselen wurde die Scheibe eines PKW eingeschlagen. Dessen Besitzer hatte auf der Rückbank einige Rollen Toilettenpapier liegenlassen. Noch Fragen? Wir lernen also: Lassen Sie lieber ihre Aktienpakete im Auto liegen (oder nutzen Sie die gleich auf der Toilette) und schließen dafür Ihr Klopapier im Safe ein.

Tipp des Tages

Inzwischen breitet sich auch der Lagerkoller in den Markranstädter Wohnungen aus. Experten raten zu ablenkender Beschäftigung, puzzeln zum Beispiel.

Weil Rentnerin Charlotte L. grade keins zur Hand hatte, machte sie aus der Not eine Tugend und hat 25 Gramm Paniermehl zu einem Brötchen zusammengesetzt. „Damit hat man Spaß und Ablenkung, wird am Ende mit Essen belohnt und braucht deshalb nicht einmal einkaufen zu gehen“, strahlt die 83-Jährige.

Kurios aber trotzdem kaum zum Schmunzeln geeignet ist der Umgang mit der Informationslage durch den Landkreis. Auf dessen Webseite wurden jetzt alle zurückliegenden Pressemitteilungen zu Corona-Infektionen gelöscht.

Somit ist es kaum wahrnehmbar, dass aus der bislang gewohnten Floskel „Alle betroffenen Personen weisen bislang nur leichte oder gar keine Krankheitssymptome auf…“ nunmehr ein „Fast alle…“ wurde. Hoffentlich kommt es nicht noch so weit, dass es Fälle von „negativer Natalität“ gibt.

Die Öffentlichkeitsarbeit des Landkreises erschöpft sich im Wesentlichen in der Weitergabe amtlicher Verfügungen und schwammiger Floskeln. Zudem überlässt man die Interpretation dieser Horoskope mangels Präsenz in sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter & Co. = Fehlanzeige) dem Volke selbst. Krisenmanagement aus dem Mittelalter mit der Gesamtnote: Wenig vertrauenserweckend.

Lallendorfer Tagesthemen

Das Markranstädter Unterstützernetzwerk hatte heute seinen ersten regulären Einsatztag. Nach dem Start um 9 Uhr wurde es dann auch langsam ruhig in den digitalen Verbindungskanälen. Konnte eigentlich nur bedeuten: Alle waren an der frischen Luft in der Spur.

Im Grunde genommen war das auch so, allerdings weniger, um Versorgungsaufgaben für Bürger wahrzunehmen. Es hatte sich gezeigt, dass noch zu viele, vor allem ältere Menschen, von dieser Möglichkeit gar nicht wussten, wieder andere sich zunächst erst einmal telefonisch über die Verfahrensweise erkundigen wollten.

Constance Gries und Sohn Johannes bringen das Infoblatt in Kulkwitz an, um das Angebot auch dort bekannt zu machen.

So wurde die Zeit vorwiegend genutzt, die Briefkästen mit Informationsflyern zu füttern, während Initiator Henning Hesselbarth und Michael Unverricht im MGH am Telefon saßen (Titelfoto) und fast pausenlos die Hotline 44 99 42 betreuten.

Bereits am Morgen wurden alle Helfer mit den erforderlichen Materialien ausgerüstet. Darunter auch mit Ausweisen, die gegenüber Ordnungskräften ihren Aufenthalt an öffentlichen Orten legitimieren.

Renate Röder bringt ihre gestrige Tagesproduktion selbst genähter Mundschutzmasken ins MGH.

Übrigens: Neben Mundschutzmasken zählen auch Desinfektionsmittel zu den gefragten Utensilien dieser Tage. Inzwischen haben findige, jedoch freiwillig in die ehrenamtliche Arbeitslosigkeit zurückgezogene MN-Mitstreiter Rezepte gefunden, wie man sich das Zeug selber brauen kann. Ist ganz leicht und auch die Zutaten sind (noch) relativ einfach zu haben. Die Rezeptur veröffentlichen wir morgen.


Zum aktuellen Stand (24. März, 16 Uhr):

Derzeit sind in Sachsen laut Gesundheitsministerium des Freistaates 1018 Infektionsfälle gemeldet, 180 davon in Leipzig und 50 im Landkreis Leipzig. Der Landkreis meldet hingegen noch immer nur 45 Fälle, bei denen zudem „fast alle betroffenen Personen“ bislang nur leichte oder gar keine Krankheitssymptome aufweisen und sich in häuslicher Quarantäne befinden. Aus anderen Quellen wurde bekannt, dass sich mindestens eine Person zur Behandlung im Krankenhaus befindet.

 

 






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