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Corona: Was gilt und worauf drastische Strafen lauern - Markranstädter Nachtschichten

Corona: Was gilt und worauf drastische Strafen lauern

Normalerweise ist es ja so, dass auch für Gesetze Regeln gelten. So müssen sie vor Inkrafttreten erst eine gewisse Zeit lang bekanntgemacht werden, damit man auch weiß, dass es sie gibt. Unter Corona ist das nicht so. Das Inkrafttreten wurde praktisch außer Kraft getreten. Nicht nur jedes Bundesland erlässt über Nacht eigene Gesetze, sondern auch jede Stadt ihre eigenen Regeln. Da ist die Frage berechtigt: Was gilt zur Zeit eigentlich in Markranstädt? Wir klären auf!

Offenbar ist das Vertrauen der Bevölkerung in unseren Pandemie-Experten Covid (19) größer als das in die Medien. Täglich erreichen uns Papierkörbe voller E-Mails mit Fragen über Fragen. Die wichtigsten davon wollen wir an dieser Stelle beantworten.

Was ist der Unterschied zwischen Shutdown und Lockdown?

Ursprung ist die von Albert Einstein entwickelte Formel: Shutdown plus Lockdown gleich Showdown. In der Wissenschaft wird diese Theorie als Download-Syndrom bezeichnet. Die Differenz zwischen Shut- und Lockdown verhält sich umgekehrt proportional zum Unterschied zwischen gehauen und gestochen. Wenn Sie also wissen, was gehauen und gestochen ist, haben Sie das Wichtigste verstanden und der Unterschied zwischen Lockdown und Shutdown kann Ihnen egal sein.

Wer legt wann und wie fest, was zum Risikogebiet erklärt wird?

Das macht das RKI, neuerdings in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Dazu wird jeden Tag eine repräsentative Auswahl von 100.000 Einwohnern angerufen und befragt, ob sie in den letzten zehn Tagen positiv getestet wurden. Sobald da 35 zusammengekommen sind, wird die ARD informiert, die das betreffende Terrain in der Tagesschau als Risikogebiet einstuft.

Reproduktionszeit, Infektiosität, Triage, Aerosolspreading und Spreaderzonen – muss man eigentlich wissen, was das alles bedeutet?

Nein! Es reicht, wenn Sie fest daran glauben, dass die Journalisten das wissen.

Mein Nachbar lüftet nicht ausreichend, hustet in letzter Zeit viel und geht ohne Maske zum Müllbehälter. Was muss ich tun?

Sofort den BND anrufen! Sofern sich der Übeltäter nicht schon selbst angezeigt hat, beispielsweise durch Anruf beim RKI, dass er positiv getestet wurde, drohen ihm empfindliche Strafen. Zum Beispiel Halbierung der Bezugsberechtigung von Toilettenpapier oder ähnlich drastische Maßnahmen.

Kann Markranstädt zum Risikogebiet erklärt werden?

Natürlich nicht. Um als Risikogebiet eingestuft zu werden, sind hohe Voraussetzungen zu erfüllen, zu denen Markranstädt gar nicht in der Lage ist. So kann ein Risikogebiet erst dann zu einem Risikogebiet erklärt werden, wenn mindestens 35 von 100.000 Einwohnern mit Corona infiziert sind. Markranstädt hat aber nur knapp 16.000 Einwohner, daher ist das schon rein mathematisch gar nicht möglich.

Ich trau mich in der Kneipe kaum noch auf die Toilette. Was, wenn ich am Becken stehe, mal niesen muss und keine Hand frei habe?

Fragen Sie den am Nachbarbecken, ob er mal kurz halten kann (Abstand beachten: 1,50 Meter!!!) und dann niesen Sie ihm vorschriftsmäßig in seine Ellenbeuge. Wenn er sich weigert, gilt das gleiche Recht wie bei Mundraub oder Notwehr: Niesen Sie ihm einfach in seine Jackentasche. Wichtig ist allein, dass sich die Aerosole nicht verbreiten.

Gilt in Markranstädt ein Beherbergungsverbot?

Das wurde in der Stadt lange und kontrovers diskutiert. Am Ende hat der Kreistag ein Machtwort gesprochen und die Beherbergung auch weiterhin als zulässig erklärt. Eigens dafür wurde sogar eine geheime Sonderregelung verabschiedet.

Demnach dürfen auch über 160 Personen aus unterschiedlichen Familien oder Haushalten eine gemeinsame Küche benutzen, wenn sie beim Schlangestehen vorm Herd eine Schutzmaske in der Ellenbeuge tragen, in die der Hintermann / die Hintermännin reinhusten kann.

Mein Mann spielt Fußball. Am Wochenende kam er vom Spiel nach Hause und hat mir gestanden, dass er bei einem Zweikampf den Mindestabstand zum Gegenspieler nicht einhalten konnte. Jetzt will er trotzdem mit mir schlafen, was soll ich tun?

Hier hat der Gesetzgeber das Infektionsrecht eindeutig über das Familienrecht gestellt. Sie verfügen über keinerlei Handhabe, sich ihm zu verweigern. Allerdings können Sie sich den juristischen Winkelzug der geltenden Abstandsregel zunutze machen. Er muss die 1,50 Meter einhalten! Versuchen Sie, dabei ernst zu bleiben.

Um ganz sicher zu gehen, empfehlen wir eine vorherige Desinfektion seines Gliedes. Darauf haben Sie laut „Coronabedingter Kopulationsverordnung“ (CoKoVo) einen Rechtsanspruch. Wir raten zu Chlorofix oder einem handelsüblichen Rohrreiniger. Aber Vorsicht, es gilt das Verursacherprinzip. Wenn er danach in der Zwenkauer Straße zu Fuß geblitzt wird, müssen Sie das von Ihrem Haushaltsgeld bezahlen!

Droht uns in den Gaststätten eine Sperrstunde?

Was wäre das im Vergleich zum seit langem üblichen Sperrtag, dem Montag? Ist doch nur eine Stunde – voraussichtlich zwischen 22 und 23 Uhr. Da darf also mal 60 Minuten lang kein Alkohol ausgeschenkt werden, wo ist das Problem? Es heißt ja ausschenken und nicht austrinken. Einfach kurz vor 22 Uhr ein Tablett voll bestellen und dann den alten Gambrinus einen guten Mann sein lassen.

 

Ich war am Wochenende in Leipzig beim Pferderennen, da war Maskenpflicht. Meine Kumpels waren in Hoppegarten und Dresden beim Pferderennen und durften ohne Maske rein. Nach welchen Kriterien wird sowas festgelegt?

Um das zu verstehen, hilft ein Blick in den Spiegel. Wie gesagt: Es geht nicht um den Schutz der einzelnen Person, sondern um Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen.

Ich sollte gestern in der Kneipe einen Zettel mit meinen persönlichen Daten ausfüllen. Als ich ihn zu den anderen legen wollte, lagen da schon zwei mit meinen Angaben. Offenbar haben sich da welche meiner Identität bedient. Muss ich jetzt was befürchten?

Solche Berichte häufen sich in letzter Zeit. Wenn Sie so etwas feststellen, gehen Sie am besten noch einmal hinaus und kommen erneut rein. Wiederholen Sie das so oft, wie Zettel mit Ihrem Namen auf dem datengeschützten Haufen liegen. Wenn Sie danach noch einmal rausgehen und anschließend wieder reinkommen, sind Sie rein rechnerisch gar nicht drin und damit juristisch vor einer Covid-Infektion sicher.

In Göhrenz ist ein erster Fall von Blasenentzündung aufgetreten. Droht jetzt auch eine Windelpflicht für alle?

Wie sind Sie denn drauf? Haben Sie sich so ein Teil schon mal angeschaut? An einer vollen Tena-Lady kann man ersticken! Es wäre der Weltgesundheitsorganisation nur schwer erklärbar, warum bei hunderten Bürgern Symptome von Waterboarding obduziert werden.

Wie lange gelten die Regeln, über die Sie hier schreiben?

Bis vor einer Viertelstunde. Aktuell beraten die Ministerpräsidenten der Länder, welche Maßnahmen die Bundesregierung für morgen durchzusetzen hat. Also pro Bundesland! Das kann sich über mehrere Tage hinziehen und wäre dann am Tag des Inkrafttretens bereits wieder außer Kraft getreten, weil ja der Beschluss von übermorgen eigentlich für morgen gilt, was dann ja schon wieder gestern wäre. Andererseits ist es bei solchen Entscheidungen wichtig zu wissen, welche Maßnahmen gestern hätten ergriffen werden müssen, damit wir heute hätten wissen können, wofür der Bürger morgen bestraft werden muss.

Sie sehen also: Die Diäten werden nicht umsonst gezahlt. Leistungsgerechte Entlohnung kompetenter Krisenmanager ist gerade in einer Pandemie wichtigste Grundlage effektiven Handelns und muss schließlich irgendwie infiziert finanziert werden.

 

21 Kommentare

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    • Waldsiedler auf 20. Oktober 2020 bei 20:39
    • Antworten

    Also, dieser Artikel ist wahrlich ein Segen für die Lachfalten, die sich sonst hinter dem Maulkorb verborgen halten müssen!
    Grosses Dankeschön für das treffliche Vergnügen!

    • Biker auf 20. Oktober 2020 bei 11:30
    • Antworten

    Ich habe mich selten so über einen Artikel amüsiert, wie über diesen! Bitte macht einfach weiter so!

    • Covids Bruder auf 20. Oktober 2020 bei 11:12
    • Antworten

    Eigentlich war es mir auch ein Bedürfnis, diesen Text mit einer Laudatio zu würdigen. Aber wie ich jetzt feststellen muss, wäre das zu wenig. Die Kommentare hier und die Antworten von CvD sind drauf und dran, das Ganze noch zu toppen. Also schicke ich erst mal eine Abschlagszahlung lobender Worte und warte ab, was da noch so an Kommentaren (und Antworten) kommt. Meine Kollegen loggen sich schon alle 5 Minuten ein, um nichts neues zu verpassen. Beste Unterhaltung!

    1. Arbeiten Sie lieber mal weiter und spornen auch Ihre Kollegen dazu an. Nicht dass wir noch wegen Sabotage einen drankriegen. Es reicht, wenn Sie sich heute Abend noch mal einklinken, während der ARD-Brennpunkt läuft.

    • Marc Ranstetter auf 20. Oktober 2020 bei 11:09
    • Antworten

    Beim Lesen des Beitrages fiel mir der Spruch meines Psychologen wieder ein. „In negativen Zeiten muss man Positiv sein“. Darüber habe ich nicht so laut lachen müssen wie über euren Beitrag heute. Kompliment!

    1. Also wenn der Psychologe mit „positiv sein“ das Covid-Testergebnis meinte, war er wohl eher Virologe. Aber jetzt ist ja alles gut. Wer die MN liest, braucht keinen Psychologen.

  1. Ehrlich Brother (Deutsch: Brüder)_: Hammer! Noch nie war der verstorbene Literaturpapst in Markranstädt. Nu isser umsonst gstorm. Hätte seinen Preis an Euch MN weitergereicht denke ich. Diese morgendliche Lek Türe (ich musste meine Lachtränen weglecken bevor diese Vernässungsfläche unser Haus wegschwemmt) ist Euer Meisterstück. Musste ich nochmal loswerden.

  2. Wenn Adel- dann MN! Die gute alte Schule der Schmunzette ist wieder da. Dieser Morgengruß von Euch ist Großartig! Tja- in Ma(r)krans(t) kann uns nicht passieren haben wir gelernt. Na dann: Weiter so.

    1. Für ein „Weiter so“ ist es in Markranstädt zu spät. Das wurde vor 9 Tagen abgewählt!

    • Tilo Lehmann auf 20. Oktober 2020 bei 9:46
    • Antworten

    !!! MEISTERSTÜCK !!!

    1. Wenn das ein Meister sagt … Dürfen wir uns da jetzt eigentlich Selbstständig machen?

    • Bärbel auf 20. Oktober 2020 bei 9:34
    • Antworten

    Na Klasse, jetzt wirds schon gefährlich, die MN beim Frühstück zu lesen. Habe so lachen müssen, dass meine Tränen die Küche zur Spreaderzone gemacht haben. Gleich muss ich auf Arbeit und befürchte, dass ich beim Verlassen der Wohnung den Schergen des RKI oder des Gesundheitsamtes in die Arme laufe und verhaftet werde. Ich vertraue Euch und hoffe, Ihr haut mich da raus!

    1. Es gibt Schlimmeres. Sie sind offenbar noch jung, da bleibts bei Tränen in den Augen. Wir haben hier Erfahrungsberichte anderer Damen … Sie glauben gar nicht, wohin sich Lachtränen einen Weg bahnen können.

  3. Danke für den wunderschönen Artikel.

    1. Fünf Worte für ein solch umfassendes Gesamtwerk – und doch auf den Punkt gebracht. Mit so einer Eigenschaft können Sie zwar nie Politiker werden, aber als Mensch können Sie überzeugen. Danke!

    • Specht auf 20. Oktober 2020 bei 9:07
    • Antworten

    Vielen herzlichen Dank für das Wahren des Bildungsauftrages, das war ein sehr hilfreicher Artikel. Besonders schön ist ja auch, daß der Pandemie-Experte einfach nicht älter wird, der Schlingel. Auch der Alkohol an den Händen kann ja konservieren. Von Experten kann man halt doch immer mal was lernen.

    1. Gut erkannt. Eigentlich ist Covid sogar schon 43, aber weil er seinen Ausweis weggeworfen hat, ging er bei der Einreise als UMA durch. Nur deshalb können wir uns ihn leisten, es gibt Fördermittel.

    • Samoht auf 20. Oktober 2020 bei 0:15
    • Antworten

    Klingt fast wie ein Rachefeldzug gegen die Obrigkeit. Erinnert mich an meine Gefühlslage, wenn ich mal wieder geblitzt wurde. Haben sie einen von Euch ohne Maske in einer Spreaderzone erwischt oder hat er/sie in der Gaststätte die falsche Konfektionsgröße angegeben? Kann teuer werden heutzutage, aber wenn dabei so ein Ratgeber rauskommt, lohnt es sich allemal. Danke und eine tiefe Verbeugung!

    1. Nah dran. Unsere Tippse hat beim Eintragen im Restaurant das @-Zeichen in der E-Mail-Adresse vergessen. Jetzt lebt sie im Untergrund, weil sie vom Gesundheitsamt zu Fahndung ausgeschrieben wurde und wir müssen unsere Texte selber Korrektur lesen. Sie haben*s sicher schon bemerkt.

    • Der Deti auf 20. Oktober 2020 bei 0:07
    • Antworten

    Gibt es eigentlich sowas wie einen Grimme-Preis für Satire? Der Artikel ist der absolute Hammer! Wahrscheinlich muss man infiziert sein, um auf sowas zu kommen. Ich bin restlos begeistert und habe meine Maske beim Lachen nass gemacht.

    1. Ganz bestimmt gibt es beim Grimme-Preis auch eine Rubrik für Satire, aber eine Verleihung dieses Awards für Linienjournalismus wäre unser Ende. Wir würden auf ewig unsere Glaubwürdigkeit verlieren. Wollen Sie das?

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