+ + + Beamter aus Markranstädt sorgt mit sensationeller Idee weltweit für Aufsehen: Mann (36) entwickelt Programm zur kinderleichten Ernährungsumstellung im Home-Office – die Kekse stehen jetzt links vom Laptop + + +  

Das Rätsel um den mysteriösen „Zickzack-Mann“

Wir haben Eingang in die große Weltliteratur gefunden! In ihrem Buch „Verehrtes Phantom“ würdigt die in Kalkutta geborene Autorin Kat Dogtok die Pionierleistung der Markranstädter Nachtschichten, bereits im Jahre 2015 als erstes Medium der Welt die rätselhaften Zickzack-Zeichen wahrgenommen und ihnen einen Artikel gewidmet zu haben. Lüften konnte Kat Dogtok das Geheimnis zwar auch nicht, aber inzwischen beschäftigen sich sogar Wissenschaftler mit dem Phänomen.

Man findet sie inzwischen fast überall, die sechs Spitzen. An Papierkörben, Hinweisschildern, auf Parkbänken und sogar auf Steinen. Die Botschaft besteht aus einem großen, zwei kleinen, dann noch einem großen und weiteren zwei kleinen Zacken.

Kat Dogtok hat ihr erstes Symbol 2012 in der Nähe des Tagebaues Schleenhain entdeckt. Ungefähr zur gleichen Zeit stießen MN-Außenreporter am Kulki auf die geheimnisvollen Zacken. Eins befand sich auf einem Papierkorb an der Uferpromenade, eins an einem Sitzstein in der Blauen Lagune.

Ein Eintrag für die Ewigkeit.

Was das Zeichen zu bedeuten hat, stellt die Menschheit ebenso vor Rätsel wie dessen Herkunft und der Grund seiner Verbreitung. Inzwischen wurde das seltsame Symbol auch im Raum Dresden und sogar in den südlichen Brandenburger Wäldern entdeckt.

Schon zieht sich durch das Internet eine ganze Reihe von Communitys, die sich der Jagd nach dem Symbol und dessen Urheber verschrieben haben. Spaziergänger melden neue Fundorte, Fotojäger setzen sie in Szene und dann ins Netz, Geocacher nutzen sie als Ports und Streetart-Fans diskutieren über die Identität des geheimnisumwitterten „Zickzack-Mannes“.

Dessen Anonymität ist der Hauptgrund, warum man auch in der Wissenschaft zu rätseln begann. Streetart-Künstler hinterlassen in der Regel eine Art Signet, damit man zumindest in der Szene erkennen kann, wer die Urheberschaft des jeweiligen Werkes für sich in Anspruch nehmen darf.

Profiler skizzieren Phantombild

Nicht so im Fall der Zacken. Hier gibt es keinerlei graphologische Hinweise auf ein Copyright. Kat Dogtok glaubt trotzdem, Anhaltspunkte gefunden zu haben, die auf Gemeinsamkeiten aller Zeichen beruhen. So sei das Erscheinungsbild dieser „Tags“, wie man solche Symbole in der Szene nennt, stets identisch, nie würden sie per Spray angebracht und nie seien sie größer als nötig.

Die ältesten dieser Tags, sagte Dogtok jüngst gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung (MZ), habe man eingeritzt in Bäume bei Erfurt und Halle gefunden. Sie könnten vor über 15 Jahren entstanden sein. Ein weiteres Indiz für die Erstellung eines Täter-Profils sei auf einer Toilette für über 25-Jährige in der Arbeitsagentur Leipzig gefunden worden.

Das von Dogtok skizzierte Phantombild zeigt somit einen männlichen Urheber, der über 25 Jahre alt ist sowie einem Faible für Tagebaulandschaften und ausgedehnte Spaziergänge, ja geradezu weite Wanderungen, frönt.

Genau dieser geografisch beeindruckende Aktionsradius lässt den Hallenser Streetart-Professor Jürgen Langner aber inzwischen an der Einzeltäter-Theorie zweifeln. Im gleichen Artikel ließ er gegenüber der MZ zwar auch wissen, dass es in der Tat zahlreiche Indizien gäbe, die auf ein und denselben Urheber schließen lassen würden, aber …

Gleichzeitig an vielen Orten

…angesichts der Verbreitung und der zeitlichen Zusammenhänge müsste der Zickzack-Mann nahezu rund um die Uhr unterwegs sein. Langner sei bezüglich der Tags inzwischen sogar im Fläming fündig geworden. Er schließt daraus, dass ein derart rastloser Umtrieb kaum einer Einzelperson zuzuschreiben sei.

Genährt wird diese Theorie durch eben das Fehlen einer Zuordnungsmöglichkeit zu einem bestimmten Urheber. In der Streetart-Szene sind das meist Nicknamen, mit denen die Graffitis ähnlich wie die Werke von da Vinci, Dürer oder Rembrandt signiert sind.

Gleichwohl gibt es in der Szene einen neuen Trend. Die Künstler gefallen sich nicht mehr durch das Hinterlassen ihrer Marke, sondern erfreuen sich der schier unendlichen Vervielfältigung Ihres eigentlichen Werkes.

Kleine Gruppe von Witzbolden?

Insofern lässt Professor Langner gegenüber der MZ wissen, dass er hinter dem Zickzack-Phantom eher „eine kleine Gruppe von Witzbolden“ vermutet, die „schauen wollen, ob sie damit irgendwo landen, gesehen werden, ankommen können.“

Sozusagen ein Mast-have.

Das Zeichnen eines Täterprofils ist aber nur eine Seite der Medaille. Die andere beschäftigt sich mit der eigentlichen Bedeutung des Symbols. Was will uns der Künstler damit sagen?

Bei der Entschlüsselung des Codes sind Dechiffrier-Experten der Markranstädter Nachtschichten fast zeitgleich mit Kat Dogtok auf die Idee gekommen, das Morse-Alphabet zu bemühen. Ein Langer, zwei Kurze; ein Langer, zwei Kurze. Was bei derart häufiger Wiederholung am Stammtisch irgendwann zu Leberversagen führen würde, bedeutet in in der Morsesprache „DD“.

Wenn es sich um einen Code für die Konfektionsgröße handelt, müsste es eine weibliche Täterin sein, noch dazu mit beeindruckenden Herzkranzgefäßen. Gut möglich aber auch, dass es sich um eine Reminiszenz an die Dresdener Heimat des Künstlers handelt.

Andere Symbolforscher haben nach einem geografischen Gleichnis im Entstehungsumfeld der Symbole gesucht. Ein hoher und zwei kleine Berge etwa, die sich innerhalb der Rune wiederholen.

Ruckzuck zwei Zickzacks am Kulki.

Aber neben dem deutlich unter der Schneegrenze befindlichen Gipfel des Bienitz gibts in Markranstädt nur noch den Rodelberg im Park. Auch dieser Ansatz ist damit, mangels ähnlichem Bergprofils in der die Stadt Markranstädt umgebenden Gebirgskette, zum Flug in den Papierkorb verurteilt.

Verschwörungstheorien

Gleiches gilt für das Vorhandensein eventueller Silhouetten von Häusern im urbanen Raum und nicht zuletzt auch für die Zuhilfenahme von Keilschrift oder Hieroglyphen. In Pyramiden gefundene Schriftzeichen (Kartuschen) könnten bestenfalls eine Beziehung des Symbols zum „Wasser“ interpretieren lassen. Aber Fundorte des Zickzack-Tags in den Wüstenregionen Sachsen-Anhalts haben auch diesen Zusammenhang nachhaltig entkräftet.

Hier wurden gleich alle zwei Schilder signiert.

Wesentlich interessanter sind (wie immer) Ansätze, die von der Schulwissenschaft nicht widerlegbar sind und deshalb gern ins Reich der Verschwörungstheorien verbannt werden. In der tiefenpsychologischen Graphologie beschäftigt man sich mit der individuellen künstlerischen Ausdrucksform.

Donni und der Zickzack-Mann

Die Parallelen, die sich da zwischen dem geheimnisvollen Zickzack-Mann und dem us-amerikanischen Popart-Künstler Donald Trump zeigen, sind jedenfalls frappierend. Dass Trump, einmal in Fahrt gekommen, gern selbstverliebt ein paar Zacken mehr zeichnet als ihm sowohl im Namen als auch in der Krone fehlen, ist halt sein Stil. Blöd nur, dass er lange nicht am Kulki war und daher für die Urheberschaft der Tags ein Alibi hat.

Und so werden Wissenschaftler, Spaziergänger, Geocacher, Streetart-Künstler, Buchautoren, Markranstädter Bürger und Satiriker wohl noch lange rätseln müssen, wer der geheimnisvolle Zickzack-Mann ist und was er uns mit seinen rätselhaften Werken sagen will.

 






2 Comments to Das Rätsel um den mysteriösen „Zickzack-Mann“

  1. Beobachter sagt:

    Und so hat es leider wieder ein Schmierfink ges chafft öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Schade nur,dass er nicht erwischt wurde. Solche Leute sind in meinen Augen keines Wortes wert…

  2. Genießerin sagt:

    Ich beobachte das auch schon seit einigen Jahren. Zwischenzeitlich habe ich mir das Phänomen damit zu erklären versucht, dass Jakedumas verzweifelt probieren, das Haus des Nikolaus zu zeichnen.
    Schön zu erfahren, dass andere auch keine Antwort darauf haben. Aber unterhaltsam ist es allemal. Ich bewundere die Ausdauer des Zick-Zack-Mannes. Das geht ja jetzt schon fast 10 Jahre so und ich habe mit Erstaunen zur Kenntnis genommen, dass es die Markranstädter Nachtschichten auch fast schon so lange gibt.
    Ich wünsche Euch und mir (wahrscheinlich uns allen), dass es die Markranstädter Nachtschichten noch länger gibt als das gezickzackte Phantom.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.