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Kulki: Mit Sicherheit nur Unsicherheit sicherer geworden

Seit vergangenen Mittwoch ist ein neues Security-Team in der Stadt und an dem von ihr besiedelten Westufer unterwegs. Die Hoffnungen auf einen erfolgreichen Einsatz dieser Friedenstruppen haben aber inzwischen ein paar herbe Dämpfer erhalten. Es scheint eher, als hätten die Rebellenmilizen jetzt erst recht die Ärmel hochgekrempelt, um den neu angekommenen Blauhelmen zu zeigen, wer in Markranstädt Herr im Hause ist.

Bisher sah der Friedensplan am Kulki-Westufer so aus, dass eine mobile Einsatztruppe – in einen als ziviles Nutzfahrzeug getarnten Smart gezwängt – für ein mittleres fünfstelliges Jahressalär im Schrittempo die Promenade entlang fuhr und dort Papierkörbe gescannt hat.

Diese Regelmäßigkeit war so schön planbar, dass die Jakeduma-Milizen ebenso wie zwischenzeitlich eingefallene Einheiten aus ferner gelegenen Stammesgebieten nicht mal eine App runterladen mussten, um sich warnen zu lassen.

Selbst wenn das Furcht einflößende Einsatzfahrzeug schon in Rufweite war, blieb angesichts seiner Marschgeschwindigkeit (die etwa im Bereich eines schweren Minenräumgerätes lag) genügend Zeit, vorübergehend einen Schein-Rückzug anzutreten.

Zwischen beiden Frontlinien befanden sich ja mindestens noch zwei Papierkörbe, an denen die Friedenstruppen anhalten und per QR-Code ihren Anwesenheitsnachweis scannen mussten.

Neue Blauhelm-Truppe

Per 1. Juli hat der UN-Sicherheitsrat der Stadt Markranstädt (finanziert aus der Kostenstelle Straßenreinigungsgebühren!!!) nun ein neues Kontingent ins Krisengebiet geschickt.

Während internationale Beobachter noch rätseln, mit welcher Strategie die vor allem von nächtlichen Angriffen gebeutelte Region befriedet werden soll, hat die Gegenseite scheinbar sämtliche Reserven mobilisiert, um den in einer ebenso langwierigen wie opferreichen Landungsoperation eroberten Küstenstreifen an der Westfront zu verteidigen.

Keimzeit: „Wir müssen nach Feuerland“. Die Exekutive müsste allerdings aus dem Dienstwagen aussteigen, um dahin zu gelangen.

Erinnerten bisher nur die schwer zugänglichen, bewaldeten Ufergebiete Richtung Göhrenz in den Nachtstunden an das Bild, das sich Ferdinand Magellan 1520 bei der Entdeckung Feuerlands geboten hat, wurden diese Siedlungsbereiche seit Anfang des Jahres deutlich in Richtung Norden ausgedehnt.

Zunächst bis zur Terrasse, dann bis zur Lagune und schlussendlich in einem flammenden Inferno bis hin zum Strandbad.

Brandruine mit Strahlkraft

Selbiges blieb auch in der Folgezeit nicht verschont. Da einmal verbranntes Holz nicht mehr brennt, konzentrierten sich die Rebellen auf den Diebstahl oder die Zerstörung des dort zwischengelagerten Equipments. Zerschnittene Elektrokabel und entwendetes Zubehör für die Interimsversorgung mussten ebenso hingenommen werden wie gestohlene Deko.

Um den traurigen Anblick des abgefackelten Domizils etwas aufzuhübschen, hatte eine Mitarbeiterin dort sechs Blumenkästen angebracht und liebevoll bepflanzt. Schon einen Tag später waren’s nur noch drei.

Mensch-ärgere-dich-nicht mit Blumenkästen: Aus sechs mach drei…

Auch wenige Meter weiter südöstlich, unten an der H4-Lagune, sind die Verteidiger abendländischer Werte jeden Tag erneut damit beschäftigt, die Reste nächtlicher Unterhaltungskultur zu beseitigen. Illegale Feuerstellen, Verpackungen von Grillgut, leere Flaschen, hier und da auch mal ein zerrissener Slip oder andere Spuren in mehr oder weniger gegenseitigem Einvernehmen praktizierter Freizeitgestaltung – das Spektrum ist breit gefächert.

Der ewige Kreislauf in der Lagune: Aufgeschichtet, angezündet, beseitigt und am nächsten Tag wieder von vorn.

Auch angeschmauchtes Gehölz muss beseitigt werden, weil den nächtlichen Pfadfindern mangels Schulbesuch noch niemand sagen konnte, dass das Holz frisch geschlagener oder abgeknickter Bäume trotz massiven Einsatzes hocheffektiver Brandbeschleuniger nicht brennt.

Aufmarsch zum Endsieg

Am vergangenen Wochenende bliesen die Rebellen nun von allen Seiten des Kulki zum Großangriff für den längst fälligen Endsieg. Nachdem die letzten Reste moderner Zivilisation in den vergangenen Jahren auch am Ostufer sturmreif geschossen wurden, begann von dort mit einer strategisch klug durchdachten Zangenoperation die Errichtung des Kulkwitzer Kessels.

Dazu wurden zwei 17-jährige Jugendliche im Bereich Lausener Straße von einer dreiköpfigen Gruppe junger Männer angesprochen, in ein Gespräch verwickelt, schließlich mit einer Waffe bedroht und die Herausgabe ihrer Wertsachen gefordert. Danach seien sie gezwungen worden, durch den See an das andere Ufer zu schwimmen. Wohl dem, der da schwimmen kann und für die Strecke fit genug ist.

Kräften der Bereitschaftspolizei sei es dann gelungen, die drei alkoholisierten Tatverdächtigen vorläufig festzunehmen. Zwei davon wurden Samstagvormittag allerdings schon wieder aus den polizeilichen Maßnahmen entlassen. Das ist lieb, provoziert diese deeskalierende Geste die gegnerischen Rebellenmilizen schon mal nicht dazu, Parolen wie „Wir kämpfen bis zum letzten Mann!“ ausgeben zu müssen.

Denn wenn man sie immer wieder frei lässt, wird es keinen letzten Mann geben und die belagernden Aggressoren würden sich mit solch unglaubwürdigen Sprüchen bestenfalls lächerlich machen. Zudem entzieht die staatliche Exekutive mit dieser Auslegung der Härte des Gesetzes den juristisch Ungläubigen die moralischen Grundlagen ihres Verhaltens.

Liebevolle Auslegung netter Gesetze

Gestärkt durch diese Motivation und den immerwährenden Kreislauf von Festnahme und Freilassung, folgte am Sonntag der zu erwartende Entlastungsangriff auf der Markranstädter Seite des Kulki. Gegen 16 Uhr wurde, unmittelbar neben den Resten des Strandbads, zwei Kids der Rucksack gemaust. Samt Schlüssel und Handys.

Gestern vorm Strandbad: Staatliche Unterstützung für die Kids bei der Suche nach Rucksack, Handy, Schlüssel und was sonst noch so weg ist.

Den Vorfall vom vorangegangenen Wochenende noch in Erinnerung, als zwei Angler mit Schlagstöcken und Glasflaschen angegriffen wurden, weil sie ein paar Jugendliche auf deren liegengelassenen Müll aufmerksam gemacht haben, war dieser Diebstahl aber eher Pillepalle, getreu dem Motto von Muhammad Ali „Flattre wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene“.

Bedingungslose Kapitulation

Schade, dass sich angesichts der gesellschaftlichen Entwicklung in diesem unserem Lande nur dem Satiriker eine glaubhaft erfolgreiche Strategie eröffnet.

Nachdem die Polizei zur Prophylaxe gegen Rassismusvorwürfe zunächst nur noch weiß sehen durfte, sind ihr nach neuerlichen Gewaltbezichtigungen bei der Festnahme sogar von einheimischen Verbrechern nun gänzlich die Hände gebunden.

Menschen in Handschellen zu zwingen, macht man ja auch nicht. Das war im Mittelalter vielleicht mal so, aber heute sind wir schließlich schon so weit entwickelt, dass man einen Straftäter mit gutem Zureden dazu bewegen kann, dass er freiwillig mitkommt. Warum sollte er sich dieser Bitte auch entziehen, wo er doch weiß, dass er sowieso gleich wieder draußen ist? Man muss nur wollen.

 



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6 Comments to Kulki: Mit Sicherheit nur Unsicherheit sicherer geworden

  1. jabadu sagt:

    Was regen wir uns auf. Unsere Beschützer könnten die ganzen Jakedumas aufmischen. Aber die wollen scheinbar nicht.
    Wenn „man“ ausversehen einen Wolf verletzt wird sofort Großalarm ausgelöst und die Fahndung eingeleitet. Ja, hier geht’s aber um eine geschützte, sich ausbreitende Art. Erst wenn es sehr viele Wölfe gibt interessiert sich keiner mehr für ein verklopptes Tier. So wie es jetzt ist. Wen interessiert es schon, wenn ein paar von 80 Millionen verkloppt werden.

    Spannend ist die Finanzierung des Wachdienstes aus Straßenreinigungsgebühren. Wer hat denn diese Gebühren kalkuliert. Besonders wenn man bedenkt, dass es in Markranstädt nur für die „Großlehnaer“ eine Straßenreinigungs-Gebührensatzung gibt und nur die „Großlehnaer“ Gebühren entrichten müssen. Finanzieren die den Wachdienst am Kulki mit? Interessant wäre mal, die für den Wachdienst geltende Straßenreinigungs-Gebührensatzung zu lesen und zu erfahren, wer hier zur Gebührenzahlung herangezogen wird. Im Ratsinformationssystem der Stadt ist dazu nichts zu finden. Naja, ist vielleicht auch nicht gewollt.

    • CvD sagt:

      Was ist daran verwerflich, solche Säuberungsaktionen aus den Straßenreinigungsgebühren zu finanzierten? Kompliziert wird es halt nur, wenn man den Faden konsequent weiterspinnt und dann bei der Entsorgungsfrage landet. WIR BRAUCHEN MEHR BIOTONNEN!!!

  2. markranster sagt:

    Wie war das mit den Steinbrüchen..? Ach ja, das hatten wir ja schon…
    Aber Urlaub in Sibirien wäre doch mal was neues in diesen schwierigen Zeiten.

  3. Marc Ranzi sagt:

    Ich kann mir das Alles nicht vorstellen, hier in der sichersten Stadt am See. Das ist vermutlich nur so eine Diskriminierungskampange gegen dem Mann an sich. Immer steht da „Mann hat dies“ und „Mann hat das“. Richtig wäre doch wohl ein Mensch oder besser ein Wesen hats getan. Aber immer dieses pauschale Einknüppeln auf die eh schon stigmatisierten Männer. Mal junge, mal alte weiße.
    Wie kommt dieser Bericht eigentlich in die Presse? Als vor kurzem ein farblich eher dunkles Wesen an den Krakauer Teichen und in der Neuen Straße sein Unwesen trieb, Mädels belästigte, versuchte in Grundstücke zu gelangen, diese dann mit schwerem Geschütz in Form einer 1,5 kg Hantel attackierte und verbal zum Besten gab, dass das ab jetzt seine Straße sei und er so laut schreit dass ihn ganz Deutschland hört, da war trotz nächtlichem Polizeieinsatz bis in die Morgenstunden, in der Presse nichts zulesen. Eine Ähnlichkeit die das ganze glaubwürdig macht besteht allerdings. Auch dieser Mensch wurde trotz offensichtlicher Unzurechnungsfähigkeit und der damit einhergehenden Gefährdung nicht in staatliche Obhut genommen.

    • CvD sagt:

      Das sind sogenannte „Punktereignisse“. Da müssen dann die Chefs in den jeweiligen Pressestellen entscheiden, ob sie mit solchen Meldungen die Sicherheitslage weiter verunsichern oder nicht. Sehen Sie es mal so: Die Mehrheit der Deutschen wurde von diesem „Hantel-Mann“ nicht angegriffen und obwohl es die Mehrheit ist, hat trotzdem niemand darüber geschrieben. Wer bitteschön kümmert sich in den Medienhäusern eigentlich um diese Mehrheiten, wo sind die Berichte über die vielen nichtangegriffenen Menschen?

      Lernen Sie, so rum zu denken und auch Sie werden glücklich sein.

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